USA

Einleitung

Ihr plant einen Trip in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo Tellerwäscher noch Millionär werden können und Garagenbastler Multi-Milliardär? Cool. Wenn es das erste Mal ist, solltet ihr euch gründlich vorbereiten, um unliebsamen überraschungen oder Enttäuschungen vorzubeugen. Ich möchte hier einige meiner Erfahrungen zusammenfassen, die ich auf etlichen USA-Reisen sammeln konnte.

Fakten:

Feste, Feiern, Paraden

Erster Eindruck

San Francisco. Der Flughafen ist riesig und direkt an der Bay gelegen. Man hatte bei der Landung den Eindruck, der Flieger setzt im Wasser auf. Der Pilot verabschiedet uns und redet was von 'ob wir es "bumpy" mögen'; natürlich verstehe ich "bomb" und verstehe nicht (hatte wahrscheinlich zu viele Western gesehen. Naja, ich hatte halt vorher noch nichts von bumpy roads, also von mit Bodenwellen gespickten Straßen oder von speed bumps gehört.

Dann bei der Einreiseabfertigung eine überraschung: schwarze Beamte! Bei uns doch eher die Ausnahme, sieht man hier in öffentlichen ämtern das ganze bunte Völkergemisch der USA angestellt, ob es nun Schwarze, Asiaten oder Latinos sind. Und die Uniformen wirken unheimlich cool und respekteinflößend; eben wie im Fernsehen schon oft gesehen.

Oft stecken in den Uniformen auch furchtbar dicke Menschen, wie ich sie hier in D kaum sehe - ein allgemeines amerikanisches Phänomen das ich nicht erklären kann; liegt es vielleicht am fetten und süßen Essen der Amerikaner? Kaum trete ich aus dem Flughafengebäude heraus, der nächste Hammer: ständig komme Busse, Autos und Taxis vorbeigefahren - aber was für welche! Irgendwie kommt man sich wie Gulliver in der Welt der Riesen vor: alles eine Nummer größer als bei uns. Die Krönung war ein doppelt-langes Auto (streched limosine) mit getönten Scheiben, das gerade vorfuhr. Fragen stellen kann man fast jedem Ami - eine freundliche Antwort gibt's immer - das Problem ist nur sie zu verstehen, besonders wenn es sich bei dem/der Befragten um z.B. eine mexikanische Putzfrau handelt! Viele Einwanderer sind, glaube ich, nicht einmal der englischen Sprache mächtig. Zu guter letzt noch das Klo: ja, auch so etwas Triviales wie das Klo ist anders. Alle öffentlichen Toiletten sind i.d.R. sehr sauber. Die Pinkelbecken für die Herrn sind oft durch kleine Trennwände diskret vor den Blicken des Nachbarn geschützt und die anderen Sitzklos für das "große Geschäft" sind halbhoch mit viel Wasser gefüllt. Das hat zwar den Nachteil, daß die eine oder andere Notdurft dort hineinklatscht und der Hintern naß werden kann, aber den unschätzbaren Vorteil, daß sich keine üblen Gerüche verbreiten können.

Sprache und Schreibweisen

An die Sprechweise der Amerikaner gewöhnt man sich übrigens sehr schnell ("heiße Kartoffel im Mund"). Im Prinzip ist es wie bei jeder Sprache: Einheimische verschlucken schon mal die eine oder andere Wortendung oder nuscheln ganze Wörter, weil andere Einheimische die Redensart eh' kennen und wissen, was für Wörter es sein müßten. Das hat auch nicht viel mit dem Schulenglisch zu tun. Hier merkt man schnell, dass es eigentlich zwei Englische gibt: Amerikanisch und das britische (Schul-)Englisch.

Oft weicht die Schreibweise von "British English" und "American English" ab (colour - color), oder es werden völlig verschiedene Begriffe für ein und dasselbe Ding (lorry - truck) benutzt. Amerikanisch wird sehr lässig gesprochen - alles soll kurz und einfach sein. Extremste Ausprägung dieser Verkürzung ist die Verwendung von Buchstaben- und Zahlen-Lauten: U (you), 2 (to, too), 4 (for), X (chris- oder cross-)... wie z.B. U2? (You too?), Room 4 Rent (room for rent), oder auch ICQ (I seek you), 2 GR8 (too great), 4U (for you). Wenn man in den USA ein Auto mieten will, dann benutzt man rent und nicht wie im Britischen hire. Man tankt auch nicht an der petrol station sondern an einer gas station.

Sehr beliebt sind Floskeln im Amerikanischen, die von Deutschen oft mißverstanden werden. Die beliebteste Frage bei der Begrüßung ist "How are you" oder "How's it going". Das ist ein Ritual! Die Antwort ist nicht entscheidend: man sollte aber schon mit "I'm fine, thanks" oder "good, how are you" antworten (bei letzterer Entgegnung bitte nicht auf eine Antwort warten), sofern es einem nicht wirklich schlimm geht. Amerikaner sind wohl die Weltmeister im Small-Talk. Es ist dadurch sehr leicht in Kontakt zu kommen. Begegnen sich zwei Leute oder Gruppen beim Wandern begrüßt man sich fast immer mit "Hi" und evtl. der Frage nach dem Befinden. Und schnell ist man in ein Gespräch verwickelt (Wie weit ist es noch?, Wie ist der Weg dort oben?, Welchen Weg empfehlen Sie?, Wo kommen Sie her?). Oft werdet ihr RV's begegnen. Das sind Recreation Vehicles, also Wohnmobile, die oftmals wesentlich größere Ausmaße als in Deutschland haben. Leute wohnen darin. Wenn man jemanden ansprechen will, kann man einfach mit: "Excuse me" beginnen. Solltet ihr im Supermarkt "'Excuse me" hören, will jemand vorbeigehen. Bitte nicht hastig zur Seite springen, denn die Amerikaner kündigen sich rechtzeitig an (auch wenn sowieso noch 2 Meter Platz zum vorbeigehen sind). Eine an der Kasse beliebte Frage ist: "cash or charge", was heißt: Bar oder mit Kreditkarte (Reisecheques sind wie Bargeld). Die verschiedenen Geldstücke (coins) haben in den USA eigene Namen: der wichtigste ist der Quarter (25 ct. - unbedingt immer welche vorrätig haben!), dann gibt es noch den Nickel (5 ct.) und den Dime (10 ct.). Kleingeld wird auch als change bezeichnet (Wechselgeld). Eine für die Ernährung wichtige Vokabel ist "French Fries", was bei uns Pommes Frites ist (Fries = Pommes).

Ach ja, die Amerikaner neigen maßlos zur übertreibung; das fängt im Supermarkt an: da hat Milch nicht 1% Fett, sondern ist 99% fettfrei (das klingt besser!), und geht weiter bei den Bauwerken: in jedem Kaff gibt es etwas "world largest", "world tallest" oder "world biggest". Meist ist es dann noch gleichzeitig das wichtigste, bedeutendste oder beste der Welt! Die Welt ist eben für einige Amerikaner auf ihren County, Staat oder maximal die gesamte USA beschränkt. Eine weitere Eigenart ist, daß Amerikaner sich grundsätzlich mit Vornamen anreden und diese auch noch auf Einsilbige verkürzen - wie: Bill (anstatt William), Bob (anstatt Robert), Ted usw.. Das passiert auch in der Firma oder im öffentlichen Umgang - zusammen mit dem neutralen "you" ergibt sich ein ziemlich lockerer Umgangston. Um bestimmte Ränge oder Unterstellungsverhältnisse herauszustellen oder nur um einen gewissen Respekt vor der Person anzuzeigen, gibt es andere Mittel. Das nicht oft gebrauchte Wörtchen "Sir" (für den Traveller eher unbedeutend) ist ein Beispiel dafür. Man ist auch schnell ein friend von irgendjemanden (Bedeutung ist gegenüber dem Deutschen abgeschwächt) und man sagt schnell mal ein "I love you" dahin (auch in Familien), meint aber nicht dasselbe, wie wir normalerweise. Um jetzt schließlich ein Gespräch zu Ende zu bringen, bedient man sich wieder typischer ritueller Floskeln, wie: "Nice talking to you" oder "Nice to meet you". Ein "Thank you (very much)" wird übrigens fast immer mit "You're welcome" beantwortet. Die Verabschiedung (good bye) wird meist ein gehauchtes "Bye" sein, wobei der andere dann "Bye, bye" zurückhaucht.

Zur Schriftsprache gibt es ebenfalls etwas sehr wichtiges zu beachten. Solltet ihr in die Verlegenheit kommen, Zahlen aufschreiben zu müssen (auf dem Kreditkartenbeleg z.B.), macht nur einen Strich, wenn ihr eine Eins meint (!). Wenn ihr eine deutsche Eins (mit Anstrich) schreibt kann diese leicht mit einer Sieben verwechselt werden, denn die Sieben hat in der Mitte keinen Querstrich.

Amerikaner schreiben fast nur in Großbuchstaben, wenn sie Druckschrift schreiben (Kleinbuchstaben gibt's wohl nur in der Schreibschrift; achtet mal in Filmen darauf). Oft werdet Ihr gebeten werden "initial here": das heißt nichts weiter, als dass Ihr eure Initialen in irgendwelche Felder setzen sollt (als eine Art verkürzte Unterschrift, z.B. bei den Optionen bei der Autovermietung).

Beim Datum schreibt man immer erst den Monat und nach einem Schrägstrich den Tag ( 10/12  für den 12. Oktober). Auf keinen Fall wie im Deutschen mit Dezimalpunkt und zuerst den Tag. Damit es eindeutiger für uns wird kann man auch "Oct 12" schreiben.

Beim Aufschreiben von Währungsbeträgen wird nicht das Komma sondern der Punkt benutzt ($ 12.95). Vorsicht: das Komma ist das Tausender-Trennzeichen!

Adressen werden in den USA anders als bei uns angegeben: erst die Hausnummer, dann der Straßenname. Die Hausnummer setzt sich meist aus einer Block-Nummer und der tatsächlichen Hausnummer zusammen und kann sehr groß sein: " 10015 South Main" heißt nichts weiter, als der 100. Block Haus 15 der südlichen Mainstreet. Was bei uns die postleitzahl ist, ist dort der ZIP code (gesprochen: sipp kood).

Telefon

Es gibt viele regionale Telefongesellschaften. Früher musste man immer einen Operator anrufen, um sich vermitteln zu lassen. Den gibt es immer noch. An Münzautomaten sagt der dann auch, wie viel Münzen man einwerfen muß. Alle Telefonnummern sind 7-stellig. Wenn man ein Ferngespräch führen will, wählt man die 1 und einen dreistelligen area code (bei uns die Vorwahl). Ein spezieller Area-Code ist reserviert für kostenlose Dienste, die 1-800-.... Da alle amerikanischen Telefone neben den Zifferntasten auch Buchstaben zu stehen haben, arbeitet die Werbung mit leicht einprägsamen Telefonnummern, wie: 1-800-DELL (die Umsetzung in Ziffern ist immer eindeutig: 1-800-3355).

Eine Telefonnummer sollte sich jeder merken: 911. Das ist die Notrufnummer der Polizei, die im Notfall angerufen werden sollte.

Das gibt es nicht

In den USA sind einige Dinge einfach nicht zu bekommen, die bei uns sehr gebräuchlich sind. Es beginnt mit Duschbad! Stehen in deutschen Kaufhäusern die Regale voll davon, muß man in den Staaten schon Glück haben, etwas ähnliches zu finden (liquid soap). Amerikaner waschen sich unter der Dusche immer mit Seife. In den letzten Jahren hat sich die Versorgungslage aber gebessert.

Weiterhin fehlt es in den USA an schmackhafter Schokolade (Sarotti- oder Milka-Verschnitt oder gar Kinderschokolade). Fehlanzeige! Das Einzige, was genießbar ist, heißt Mars und M&M. In Wurstregalen herrscht ebenfalls Flaute: keine Salami! Auch wenn die Wurst ähnlich aussehen oder heißen sollte - lieber nicht erst probieren! Mit Brot sieht es ähnlich aus. Es gibt fast ausnahmslos dieses schwammig luftige Weißbrot  (90% Luft) - okay, daran kann man sich vielleicht noch gewöhnen.

Was es in den Supermärkten nicht gibt ist Alkohol: will man Wein oder härtere Sachen haben, muß man sich in separate "liquor stores" begeben (aber nicht am Sonntag, obwohl einige Läden aufhaben). Zeitschriften, wie Playboy oder Penthouse sucht man ebenfalls vergeblich in Supermärkten - gibt's nur in speziellen Läden, wo es meist auch die Videos dazu gibt.

Straßen, Autos, Verkehr

Autofahren ist sehr leicht und überhaupt nicht anstrengend in Amerika. Die Straßen sind alle für riesige Autos gebaut. Die Autos sind viel weicher gefedert, als hierzulande, und haben fast alle Automatikschaltung (automatic, Gangschaltung heißt: stick shift) und Klimaanlage. In manchen Gegenden werden automatisch die Türen verriegelt, sobald man auf D(rive) schaltet. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, die vor überfällen schützen soll. Dazu noch ein Tip: in Großstädten und unsicheren Gegenden beim Anhalten an Ampeln nie zu dicht zum Vordermann auffahren, damit ihr nicht festhängt, falls doch mal eine zwielichtige Gestalt auf euch zukommt (mehr dazu unter dem Punkt Sicherheit). Manchmal sitzt der Automatikschalthebel am Lenkrad; dann gibt es auch keine Handbremse, sondern nur eine Fuß-Feststellbremse links unten. So kann vorne sogar eine dritte Person mitgenommen werden. Oft gibt es einen Tempomaten (cruise control) mit dem sich eine Geschwindigkeit einstellen läßt, die der Wagen automatisch hält.

Hier eine Kurzanleitung für Anfänger:

Automatik:

P -

Parkstellung (Motorbremse ist eingeschaltet, reicht i.d.R. auch für kleine Gefälle)

R -

Rückwärts fahren (zum Einlegen muß meist die Bremse -brake- betätigt werden)

N -

Neutral (Freilauf, -Achtung! Bei Bergabfahrten nie auf N schalten und den Motor ausmachen - die Servolenkung und Bremse geht dann nicht richtig!)

D -

Fahren (drive - wie stark das Gaspedal gedrückt wird, bestimmt wie stark beschleunigt wird und wie schnell der Wagen ist; zum überholen benutzt man den Kick-down, d.h. der Gashebel wird ganz durchgetreten, wodurch in einen niedrigen Gang geschaltet wird)

2 oder 1 -

Getriebe schaltet nicht oder nur in den 2. Gang (wird bei steilen Hängen - hoch oder runter - benutzt werden, da der Motor mitbremst, zumindest in der Stellung 1)

Tip 1: Beim Anhalten an einer Bergauffahrt (wegen einer Ampel z.B.) rollt der Wagen zwar nicht zurück, wenn auf D geschaltet ist und keine Bremse betätigt wird; das macht aber das Getriebe kaputt! Also: immer die Bremse betätigen und den Gang drinlassen.

Tip 2: Der linke Fuß gehört auf die Abstellfläche links neben der Bremse. Nie die Bremse mit dem linken Fuß betätigen! Der rechte Fuß ist fürs Gas und für die Bremse verantwortlich.

Tip 3: Den Motor starten kann man nur in der Stellung P oder N.

Tempomat:

Aus Sicherheitsgründen gibt es immer einen Schalter, mit dem der Tempomat ein- und ausgeschaltet wird (meist mit cruise bezeichnet). Der muß erstmal eingeschaltet werden. Dann gibt es entweder Schalter am Lenkrad oder Hebel mit den folgenden Funktionen:

Set - Meist ein Knopf der gedrückt werden muß. Der Wagen hält daraufhin die aktuelle Geschwindigkeit und das Gaspedal bewegt sich allein. Beim überholen kann man trotzdem mit dem Fuß etwas mehr Gas geben, ohne die Einstellung zu verändern. Ein kurzes Antippen der Bremse reicht aus, um die Set-Funktion auszuschalten. Set funktioniert übrigens nur oberhalb einer Minimalgeschwindigkeit von ca. 30 mph (50 km/h).

Resume - Wiederaufnehmen der einmal eingestellten Geschwindigkeit, sofern die Minimalgeschwindigkeit durch das Bremsen noch nicht unterschritten wurde.

Dann gibt es noch Schalterstellungen für das zusätzliche Beschleunigen (accelerate - solange der Schalter betätigt wird) und für das Nachlassen der Geschwindigkeit (coast). Diese Schalter verändern die mit Set eingestellte Geschwindigkeit.

Klimaanlage:

Die Klimaanlage wird über einen A/C-Schalter (air condition) betätigt. Sie funktioniert nur, wenn der Motor eingeschaltet ist und belastet dann zusätzlich den Kühlkreislauf des Motors. Bei 40..50 Grad Außentemperatur kann es für ältere Autos schon kritisch werden.

Die zweite Funktion einer Klimaanlage, insbesondere in feuchtem Klima oder bei Regen, ist es, die Luft trocken zu machen. Das funktioniert dadurch, daß kühle Luft weniger Wasser aufnehmen kann, als heiße. Die Klimaanlage kühlt also die Luft und entzieht ihr das Wasser (man sieht unter dem Auto eine Wasserpfütze, wenn man mal anhält) und erwärmt sie danach gegebenenfalls durch die Motorwärme.

Das Straßensystem

Wenn man den Aufbau des Straßennetzes in den USA kennt, und weiß wo man hin will, ist das Fahren ein Kinderspiel. Die Straßen in den Städten sind mit der Regelmäßigkeit eines Schachbretts angelegt. Große Straßen sind mindestens vierspurig und haben oft in der Mitte (!) eine Abbiegespur vor Kreuzungen (intersection). Kleine Straßen sind z.B. in New York Einbahnstraßen, abwechselnd in die eine und die andere Richtung. Die Häuserinseln dazwischen werden Blocks genannt. Verpaßt ihr mal, links abzubiegen, fahrt einfach zwei Blocks weiter und biegt dort ab! So einfach ist das. Nur nicht bremsen! Der Verkehr ist immer im Fluß - ansonsten fällt man sofort als Tourist auf, und das freut die bösen Menschen.

Große Straßen, die aus oder in eine Stadt führen, werden als Highways bezeichnet. Spezielle Highways sind: Freeways (ohne Ampeln und Kreuzungen), die Interstate-Highways (zwischen den Staaten), US-Highways und State-Highways; oft ist auch von Turnpikes oder Expressways (Umgehungsschnellstraßen) die Rede, die meist nicht kostenlos zu benutzen sind. An vielen Brücken muß auch bezahlt werden (Toll Bridges). Dieser Straßen- oder Brückenzoll (für die privat finanzierten Wege) wird an den Toll Stations entrichtet, die am Anfang der Straße oder auch in Abständen zwischendurch zu finden sind. Dabei achtet unbedingt darauf, daß ihr genügend Quarters mitführt. An den Zahlstellen teilt sich die Straße in viele Spuren auf. Es gibt dort automatische Schranken, die sich öffnen, wenn man den genauen Geldbetrag (exact change)- in Münzen - in einen Plastikkorb wirft, oder kleine Häuschen, in denen ein Mensch sitzt, bei dem man auch mit Geldschein bezahlen kann. Achtung: Im Zweifelsfall an ein besetztes Häuschen fahren! Wenn ihr an die Automatikboxen fahrt und kein Kleingeld habt, gibt es kein zurück mehr. Die einzelnen Zufahrten zu den Zahlstellen sind meist durch Betonführungen abgegrenzt. Dann bleibt nur eins: Aussteigen, -das Hupkonzert der Nachfolgenden ignorierend- zum nächsten besetzten Häuschen laufen und Wechselgeld holen. Ist mir alles schon passiert!

Alle Highways haben Nummern und deren Auffahrten sind immer mit Himmelsrichtungen bezeichnet. Bevor man zu einer Tour aufbricht, sollte man sich die zu nutzenden Highway-Nummern aufschreiben und sich vergewissern, in welche Himmelsrichtung man will. Hier ist das, was man sonst wissen muß:

ein- oder zweistellige Nummern

 

Gerade Nummern (2, 4, ... 68, 70,...)

verlaufen in Ost-West-Richtung

Ungerade Nummern (1, 3, ... 69, 71, ...)

veralufen in Nord-Süd-Richtung

dreistellige Nummern (Interstates)

 

erste Stelle gerade (265, 465, 695,...)

geht durch eine Stadt oder um sie herum

erste Stelle ungerade (195, 395, 595, ...)

führt in eine Stadt hinein

Beispiel: im Süden geht die Interstate 10 von der Ost- zur Westküste; in der Mitte geht die 40 von der Ost- zur Westküste; und im Norden die 80 (von San Francisco bis New York). Der Highway 1 geht von Nord nach Süd an der Westküste entlang. Die legendäre Route 66 (Chicago-Los Angeles, inzwischen ohne Bedeutung) führte ebenfalls von Ost nach West.

Ein Fahrtplan, z.B. um aus L.A. rauszukommen, sieht dann so aus: Ich fahre Richtung Norden auf die 405, an der Gabelung auf die 605 nach Norden. Dann bei der Kreuzung auf die 5 nach Norden bis zum Ventura Freeway, also die 101 nach Norden. Man braucht keine Orte oder sogar Stadtteile kennen, wie dies in Berlin der Fall ist, und findet trotzdem den Weg.

Die großen Freeways sind alle gleich aufgebaut. Oft sind 10 Spuren nebeneinander. Es kann links oder rechts überholt werden (!); also Vorsicht beim Spurenwechsel! Alle Fahrzeuge sind aber ungefähr gleich schnell (schnell ist hier auch so gemeint: 95 .. 110 km/h). Am Anfang solltet ihr euch rechtzeitig rechts einordnen. Aber wieder ein Achtung: die Spur ganz rechts ist meist eine "Exit Only" Spur, wo man abfahren muß (Kennzeichnung auf der Fahrbahn beachten). Mitunter kann der Umweg, den man fahren muß, um wieder auf den Freeway zu kommen, recht groß sein. Wichtig ist nur, immer im Fluß zu bleiben. Die Zufahrt wird übrigens als "Ramp" bezeichnet, die Fahrspur als "Lane". Die Einfädelungsspuren sind extrem lang. Irgendwann fällt die Trennlinie weg und die Breite verringert sich langsam auf die Breite einer Spur.

Geschwindigkeitskontrollen

Die berüchtigten Geschwindigkeitsbegrenzungen in den USA sollte man tunlichst einhalten. Inzwischen kann jeder Staat selbst festlegen, wie schnell gefahren werden darf. Auf kleinen Highways gilt i.d.R. 55 mph (Miles per Hour) = 90 km/h und bei größeren Interstates 65 mph = 110 km/h. Wenn alle schneller fahren, sollte man ebenso schnell mitfahren. Die "Highway Patrol" und andere Gesetzeshüter haben wesentlich weitergehende Befugnisse als ihre deutschen Kollegen. Wenn sie der Meinung sind, man fahre zu schnell, kann man schon mal angehalten werden. Oft lauern sie auf dem Grünstreifen zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen des Highways oder irgendwo am Straßenrand mit ihren Handblitzern. Fotoblitzer gibt es dort nicht - man wird immer gleich angehalten. Am Straßenrand stehen oft auch Schilder mit dem Hinweis auf Luftüberwachung. Beim Angehaltenwerden gilt es einige "Spielregeln" zu beachten. Der weitverbreitete Waffenbesitz hat die Polizei vorsichtig werden lassen.

übrigens darf im Auto kein Alkohol (auch Bier!) nicht offen liegen; erst recht keine angefangene Flasche. Das würde bedeuten ihr trinkt beim Fahren.

Besondere Verkehrsregeln

Einige besondere Verkehrsregeln der Amerikaner sollten an dieser Stelle noch erwähnt werden. Am besten finde ich, daß die Ampeln an einer Kreuzung hinter der kreuzenden Fahrbahn hängen. Man kann also bis zur Haltelinie heranfahren und trotzdem noch die Ampel erkennen. Meist hängt mitten über der Kreuzung noch der Name der Straße, die man kreuzt - sehr praktisch! Eine überaus sinnvolle Regelung ist die, daß bei roter Ampel das rechtsabbiegen gestattet ist, wenn es nicht explizit verboten ist (diese Regelung kann in einzelnen Staaten oder Großstädten außer Kraft gesetzt sein: z.B. in South Dakota, Wyoming). Bei gleichrangigen Straßenkreuzungen gibt es den "4-way-Stop", wo 4 Stop-Schilder stehen. Hier gilt: Anhalten ist Pflicht. Wer zuerst kommt, fährt zuerst wieder. Mich fasziniert immer wieder, wie gut das funktioniert.

Tanken

Was sollte beim Tanken schon zu beachten sein? Eigentlich sind es nur zwei Dinge. Viele amerikanische Tankstellen (gas station) haben an den Zapfsäulen irgendwelche Hebel, die die Pumpe erst einschalten. Meistens ist es die Aufhängung für den Zapfhahn, dem diese Doppelfunktion zukommt. Der muß dann entweder hochgeklappt oder irgendwie gedreht werden. Die zweite Besonderheit ist die Vorkasse an manchen Tankstellen: erst Zahlen dann Tanken. Wenn ihr zuviel gezahlt habt, bekommt ihr den Rest zurück; wenn ihr zuwenig gezahlt habt, schaltet sich die Pumpe beim vorgezahlten Betrag peinlich genau aus! Mancherorts kann man auch noch den guten alten Tankstellenservice erwarten - immer mehr ist jedoch Self-Service zu lesen. Getankt wird übrigens nach Gallonen (3,79 Liter).

Mietwagen

Mietwagen sollte man, wenn es geht, schon in Deutschland buchen. Das ist meist billiger und die Versicherung ist billiger. Bitte auch schon hier über die ganzen Versicherungsarten informieren. Oft wird dem Touristen bei der Verleihstation noch alles mögliche teure angeboten, obwohl das gar nicht notwendig ist. Ich habe immer die kleinste Kategorie gebucht. Manchmal sind alle kleinen in der Hauptsaison ausgeliehen und man bekommt den nächstgrößeren Wagen kostenlos. Sollte das nicht klappen und die Koffer passen nicht in den in der Regel zu kleinen Kofferraum, kann man immer noch upgraden.

Sollte es mal zu einem Unfall mit dem Mietwagen kommen, gibt es oft unproblematisch Ersatz. Ich hatte einmal Pech und mein Auto musste abgeschleppt werden. Vom Abschleppdienst versuchte ich die Mietwagenfirma anzurufen und erzählte denen „I had an accident“ und wurde immer in die Warteschleife gelegt. Erst beim dritten Anruf, als sie hörten: „Your car is trashed“ wurde uns Aufmerksamkeit geschenkt.

Sicherheit

In den letzten Jahren ist das Reisen in den USA wieder sicherer geworden. Vielleicht wegen der geringen Arbeitslosenzahl in den Staaten? Dennoch müssen unbedingt die grundlegendsten Sicherheitshinweise beachtet werden. Häufig hilft schon der gesunde Menschenverstand. Bei der Reisevorbereitung fängt es an: teure Uhren und teurer Schmuck sollte zuhause bleiben. Je einfacher ihr aussieht, um weniger zieht ihr Kriminelle an. Deutsche Touristen sind an drei Dingen zu erkennen: ganz klar am Akzent, an der Frisur (!) und an der Kleidung (Schuhe!). Am Strand erkennt man Europäer noch an der kurzen und knappen Badehose - die Amerikaner haben immer knielange Shorts an, wenn sie ins Wasser gehen. Die meisten Mietwagen haben inzwischen keine Kennzeichnung mehr - das einzige Mietwagenmerkmal ist die Neuheit des Wagens. Daß Touristen drin sitzen, erkennt der einschlägige Räuber daran, daß z.B. vier junge Leute in einem Kleinwagen sitzen, ein Rucksack oder Kartenmaterial auf der Hutablage liegt oder der Beifahrer eine große Karte in Händen hält, daß die Fahrweise auffällig ist: langsames Fahren auf der rechten Spur beispielsweise. Wenn ihr mal anhalten müßt, um auf die Karte zu gucken, nicht in zweifelhaften Gegenden anhalten (jede Großstadt hat solche Gegenden) - und wenn es sein muß, Türen verriegeln und Motor laufen lassen (nicht Zuparken lassen). Zum Thema "zweifelhafte Gegend" fällt mir mein Besuch in Washington D.C. ein, wo ich nicht sehr weit vom Zentrum an einem Mc Donalds essen wollte. Das war der erste Mc Donalds, der keine Sitzgelegenheiten hatte und wo die Mitarbeiter durch schußsicheres Panzerglas abgeschottet waren. Besser ist, ihr fahrt immer geradeaus in ungefähr die Himmelsrichtung zurück, wo ihr denkt hergekommen zu sein, bis ihr an eine größere Straße oder einer Freeway-Auffahrt kommt. Da fahrt ihr dann auf und sucht (falls dann noch nötig) ein freundliches Einkaufszentrum, wo ihr auf dem Parkplatz unauffällig anhalten könnt.

Wenn ihr in einer Stadt seid und euch dort umseht, erkennt man euch sofort als Touristen. Bitte nicht mit teuren Fotoapparaten oder Videokameras durch unsichere bzw. nicht-touristische Gegenden spazieren; zumindest nicht offen zeigen, wenn ihr alleine seid. Auf keinen Fall das ganze Bargeld für die Reise herumtragen! Auf die Gepäckstücke verteilen ist wohl das beste, wenn kein Safe zur Verfügung steht. Ein wenig Bargeld sollte man immer beihaben, um einen Räuber bei einem überfall nicht zu verärgern. Irgendwo am Körper oder in Geheimverstecken, wie Gürtel mit innenliegenden Geldfächern, oder auch im hochgekrempelten ärmel sollte man eine kleine Notreserve mittragen, um Notfalls Telefongeld parat zu haben, um die Polizei, Freunde oder die Kreditkartenfirma (Kreditkarte bei Verlust sperren lassen) zu verständigen. Brustbeutel taugen als Notreserve nichts - im Gegenteil: sie sind eher gefährlich, da es doch sehr offensichtlich ist. Ich finde auch das Benutzen von Geldbörsen schon bedenklich. Ich habe kaum einen Ami gesehen, der so etwas für das Aufbewahren von Geld nimmt (meist für Kreditkarten). Die Amerikaner tragen oft Bargeld in der Hosentasche umher. Achtet mal in Filmen darauf, wo das Trinkgeld herausgezaubert wird, um den Kofferträger im Hotel zu bezahlen! Richtig: die Hosentasche ist immer mit ein paar Dollarscheinen gefüllt. Meist auch mit Quarters für Telefon und Automaten.

Falls ihr in einer Gruppe unterwegs seid, macht jeweils Kopien von Reisepaß und Flugschein und tauscht diese untereinander aus, ebenso wie die Nummer der Reiseschecks und wichtige Telefonnummern (Reisescheck-Herausgeber, Kreditkarten-Kundenservice, Bekannte/Verwandte in den USA und in Deutschland). Sollte jemanden das Gepäck oder wichtige Dokumente gestohlen werden, ist wenigstens die Kopie noch da, was die Ersatzbeschaffung vereinfacht.

Bei der Bedrohung mit einer Waffe bitte nicht den Helden spielen! Alles aushändigen, was verlangt wird. Man sollte es in dieser Situation vielleicht wie mit den wilden Tieren halten: nicht in die Augen starren und Unterwürfigkeit zeigen (durch kleiner machen). Es ist mir noch nie passiert und ich habe es auch noch von keinem gehört. Was mir aber schon einmal passiert ist, war eine verirrte Kugel, die zwei Meter neben mir vorbeiflog - unangenehm, wenn man nicht weiß, wer und warum dort schießt. Zum Glück waren "nur" mexikanische Grenzposten, die an ihrem Nationalfeiertag in Ermangelung von Feuerwerk ihre Maschinenpistolen benutzten, und "mal eben" auch Richtung USA (und Zeltplatz) schossen.

Bei der übernachtung in Motels fällt auf, daß die Fenster immer verriegelt sind und meistens nicht zu öffnen sind, und immer ein undurchsichtiger Vorhang vorgezogen ist, den eigentlich niemand aufzieht. Das solltet ihr auch nicht tun - insbesondere wenn Frauen mitreisen. Es gibt zwei Arten von Gaunern: die einen wollen sehen, was die Touristen für Wertsachen ausbreiten und die anderen haben es auf junge Frauen abgesehen. Und immer die Tür absperren (in dem runden Türknauf ist noch ein drehbarer Riegel eingebaut) und die Kette vorhängen.

Von New York kenne ich Tiefgaragen, wo man nachts sein Auto für ein paar Dollar unterstellen kann. Auf den ersten Blick ist die ganze Sache für einen "unwissenden" Deutschen höchst suspekt: am Eingang stehen Leute, die sagen, man könne alles im Auto lassen und den Schlüssel vom Auto abgeben. In diesem Fall aber muß und kann man den Angestellten dort vertrauen. Das gute bei diesen Parkeinrichtungen ist, daß die Angestellten keinerlei Fremde in die Parkdecks lassen (die sich sonst die ganze Nacht in Ruhe über die Autos hermachen könnten). Das Auto wird von den Angestellten eingeparkt und der Schlüssel sicher verwahrt. Man selbst bekommt eine Nummer, mit der man sich am nächsten Morgen sein Auto wieder vorholen läßt. Das funktioniert wunderbar und ist die sicherste Art in New York zu parken (aber nicht die billigste).

Mag sein, daß dieser Abschnitt etwas übertrieben ist. Er soll eigentlich nur die Augen für nicht ganz offensichtliche Dinge öffnen. Ich habe auf meinen 5 Reisen in die USA nie derartiges erlebt. Alle Leute, die ich traf, waren überaus freundlich und hilfsbereit.

Einkaufen

Die USA sind das Land der Einkaufspaläste (shopping malls) und Riesen-Supermärkte. Oft liegen sie an großen Straßen, die aus der Stadt führen und sind teilweise nur mit dem Auto zu erreichen.

Malls sind kleine überdachte Einkaufsstädte mit Kino, Restaurants und Geschäften, meist auch gehobeneren Standards. Dann gibt es die Allround-Märkte, wie WalMart, wo man alles zu kaufen kriegt oder die Spezialmärkte für Lebensmittel oder Technik (Best Buy, Circuit City). Einkaufen macht in den USA großen Spaß. Der Kunde ist hier noch König. Es gibt sogar noch Supermärkte, bei denen man mit einem Körbchen einkaufen kann und nicht einen Rieseneinkaufswagen umherfahren muß. Einkaufswagen gibt es auch, aber ohne Münzpfand – bei WalMart stand sogar jemand am Eingang, der jedem einen Wagen zuschob. Beim Obstkauf muß nicht selbst abgewogen werden – das passiert an der Kasse. Die Waage an den Obstständen dient nur der Kontrolle oder zum Abschätzen der Größenordnung. An der Kasse die nächste überraschung: die Kassiererin fragt evtentuell nach plastic oder paper und packt alle Waren in Tüten. Manchmal übernimmt das eine zweite Kraft an der Kasse, die nur für das Einpacken da ist. Als Kunde kann man da in aller Ruhe das Geld oder die Kreditkarte raussuchen und braucht nicht in Hektik zu verfallen (bei Aldi hat man in Deutschland schon Mühe, die Waren schnell genug vom Band zu nehmen – an Einpacken ist gar nicht zu denken).

Coupons sind sehr beliebt bei den Amerikanern. Es lohnt sich kostenlose Zeitungen, Hefte oder ähnliches nach diesen Rabattmarken zu durchsuchen und diese auszuschneiden. Das kuriose ist, das am Warenregal manchmal Coupon-Drucker angebracht sind, wo man sich für die beworbene Ware vor Ort einen Coupon ausdrucken kann und an der Kasse Rabatt erhält. Wer das nicht macht, hat Pech! Hier ist ein Beispiel für ein sogenannten checkout coupon.

Essen

Die USA strotzt vor mehr oder weniger kulinarischen Extremen: Auf der einen Seite hat man abwechslungsreiches und hochwertiges Essen aller Völker der Erde zur Auswahl, die sich in Amerika niedergelassen haben, und auf der anderen Seite dieses amerikatypische Zeugs, das für Europäer fast ungenießbar ist (root beer, peanut butter,...) - viel zu süß (marshmellows, donuts) - oder viel zu fett (fries). Amerika ist eine Snack-Food-Gesellschaft - Restaurantbesuche sind eh viel zu teuer. Gegessen wird zwischendurch, im Vorbeigehen oder Vorbeifahren. Fast alles gibts in Snackform zum Mitnehmen: Mexikanisches (Taco Bell), Chinesisches, Burgers (Mc Donalds, Burger King u.a.), Sandwiches (Subway), Pizzas (Pizza Hut), Chicken (Kentucky Fried Chicken - KFC, u.a.).

Neben den großen Schnellrestaurant-Ketten gibt es noch zahllose andere, die oft auch nur auf bestimmte Regionen beschränkt sind. Vorbereitet sein sollte man auf die abschließende Frage: "for here or to go" (in anderen Ländern fragt man auch: "for here or take away"). Bei Geflügel oder Salat kommt dann noch die Frage nach der Soße (sweet and sour, barbeque) oder des Dressings (french dressing, etc.). Das Wörtchen "hot" wird i.d.R. als "scharf" benutzt (nicht: heiß); also: "hot and spicy" heißt dann "echt scharf"! Während man beim Kaffee im Restaurant immer kostenlos nachgeschenkt bekommt, muß man bei den Schnellrestaurants nach "free refill" für soft-drinks Ausschau halten oder fragen. Softdrinks werden immer mit 75% Eiswürfelfüllung serviert; wollt ihr wirklich mal euren Durst löschen müßt ihr den Drink ohne Eis verlangen. Ach ja, da gibt es noch eine Sprachfalle für Deutsche: Ice ist wird hier zu gefrorenem Wasser gesagt, Icecream zu Speiseeis (nicht verwechseln!). Und bitte nicht "Pommes frites" bestellen; das ist französisch. Hier heißt es "french fries" oder kurz "fries". Oft findet man auch "All-You-Can-Eat"-Preise, insbesondere in Las Vegas. Da kann man für einen festen Betrag (in L.V. ca. 3 Dollar) so viel essen, wie man schafft - natürlich vom Feinsten! Sehr authentisch ist in den USA das chinesische Essen. Wenn ihr in ein chinesischen Restaurant geht, empfehle ich lange vorher nichts essen.

In Restaurants wird man meist platziert - vielleicht um die Kundschaft unter den Kellnern besser zu verteilen. Diese sind übrigens stark auf das Trinkgeld (tip) angewiesen, das sie von den Gästen bekommen. Man sollte ca. 15% draufrechnen. Die Rechnung heißt hier "check". Wenn am Ausgang eine Kasse steht, wartet nicht am Tisch, bis der Kellner kassieren kommt. Bezahlt wird dann an dieser Kasse. Das ist auch besser so: dann sieht man nämlich, was mit der Kreditkarte passiert. In Filmen ist auch oft zu sehen, daß die Gäste das Trinkgeld oder sogar den gesamten Betrag auf dem Tisch liegen lassen, wenn sie das Restaurant verlassen. Das scheint hier durchaus üblich zu sein. Da ich selbst nur selten in Restaurants war, weiß ich nicht genau, wie man das Trinkgeld am besten übergibt: denn, wenn man an der Kasse mit Kreditkarte bezahlt, wird einem der halb ausgefüllte Beleg gereicht, wo man noch in einer Zeile Trinkgeld hinzufügen kann, bevor die Endsumme eingetragen wird (bekommt der Kellner dieses Trinkgeld überhaupt?).

Restaurants und Bars sind generell mit einem Rauchverbot belegt. Rauchen in und in der Nähe von öffentlichen Gebäuden ist nicht erlaubt. ähnlich streng wird das öffentliche Trinken von Alkohol gehandhabt. Aber die Amerikaner sind erfinderisch: sie wickeln einfach eine braune Einkaufspapiertüte um die Flasche Bier oder Schnaps und schon ist alles in Ordnung. Man sieht ja nicht, daß es Alkohol ist – aber jeder weiß es.

In manchen Motels gibt es zum Frühstück an der Rezeption Kaffee und frische Donuts. Das ist sehr lecker. Es gibt nicht nur Donuts mit einem Loch in der Mitte, sondern auch gefüllte; wie bei uns die Pfannkuchen bzw. Berliner – nur anders. Meine Lieblingsdonuts bei "Dunkin Donuts" sind Apple&Spice (Apfel-Zimt drinnen und Puderzucker-Zimt außen) und Bavarian (Vanillecreme drinnen und Puderzucker außen).

Für den armen Reisenden noch einen Tip: bei McDonalds gibt immer saubere Toiletten und Servietten (die sich auch als Taschentücher nutzen lassen) im überfluß.

Männer und Frauen

Die Amerikaner sind ein seltsam prüdes Volk. FKK ist dort tabu! Schon ein knapper Bikini kann als öffentliches ärgernis angesehen werden. In manchen Staaten wird vorgeschrieben, wie viel Prozent Po beim Bikini zu sehen sein darf! Männer gehen immer mit fast knielangen Shorts ins Wasser. An den kurzen europäischen Badehosen erkennt man sofort den Touristen. Amerikaner die sich am Strand umkleiden, wird man fast nie sehen. In die Sauna geht man auch in Badesachen. Duschen an öffentlichen Stellen sind immer getrennt nach Männern und Frauen, obwohl kaum nackt geduscht wird. Auch in einem Frauenduschraum gibt es vor jeder Einzelduschkabine eine Umkleideschleuse.

Für Urlauber gilt es nicht so sehr, aber jede Frau muß unter den Achseln und an den Beinen rasiert sein. Habt Ihr vor dort einen Ferienjob oder AuPair-Job anzunehmen, solltet Ihr euch aber daran halten. Nichts ist für Amerikaner abstoßender, als unrasierte Frauenachseln! Das kann schon mal zum Kündigungsgrund reichen.

übernachten

In der Nähe der Schnellrestaurants gibt es immer Motels oder Einkaufszentren. Wenn an der Anzeige der Motels "vacancy" steht, ist noch was frei. Zur Standardausstattung eines Motelzimmers gehören fast immer zwei große Betten, ein Farbfernseher, Klimaanlage und Dusche. Wollt ihr abends mal einen schönen Film sehen, achtet auf den Hinweis "free HBO"; das ist das, was bei uns Premiere ist. Ein normales Motelzimmer kann durch 4 Leute bewohnt werden. Selten wird deswegen mehr für das Zimmer verlangt (die "room rate" ist also wirklich für das Zimmer und nicht für jede Person). Die billigsten Motels sind meist die unabhängigen kleinen Motels. Die großen Ketten (Motel 6, o.ä.) sind ziemlich teuer geworden (für 6 Dollar ist dort kein Zimmer mehr zu bekommen). Bei diesen kann es sich aber lohnen nach "coupons" zu suchen. Es gibt überall entweder die kostenlosen Coupon-Hefte oder im Rand McNally Autoatlas sind etliche Coupons im Anhang. Manchmal gibts den Preisnachlaß aber nur bei Vorausbuchung. Eine nette Hotelangestellte hat mir jedoch vor Ort das Telefon in die Hand gedrückt und gesagt, ich könne noch schnell reservieren - sie benötigt dann die Reservierungsnummer um den "discount" abzurechnen (Ich war schon in dem Hotel!).

An die Bettgarnitur muß man sich auch erst gewöhnen. Federbetten scheinen hier unbekannt zu sein! Zum Zudecken dient ein weiteres Laken über das sich je nach Bedarf eine dünne Wolldecke oder eine dickere Decke legen läßt. Diese überdecken scheinen aber nicht immer mitgewaschen zu werden und sehen oft ziemlich rampuniert aus (Brandflecke oder so...). Manchmal ist es sicher gut, wenn man einen eigenen Schlafsack mit hat.

Wann immer ihr könnt, solltet ihr ein Zelt und Schlafsack mitnehmen, um preisgünstig auf Zeltplätzen (campgrounds) zu übernachten. Auch hier wird per Platz bezahlt (also praktisch pro Auto) und nicht wie in Deutschland pro Person. Ein Zeltplatz (site) hat immer (!) einen Stellplatz für das Auto, eine Feuerstelle oder Grill und einen Holztisch mit Bänken. Zentral sind die peinlich sauber gehaltenen Toiletten und Duschen. Im Eingangsbereich des Zeltplatzes findet sich meist eine Tafel mit Hinweisen und dem Preis pro Platz. In einer Box sind leere Briefumschläge. Dort hinein kommt das passende Geld für die gewünschte Zeit - das Ganze wird zugeklebt und kommt schließlich in eine Art Briefkasten. Auf dem Umschlag muß die Nummer des Stellplatzes und/oder das Autokennzeichen (license plate) stehen, damit der Ranger am nächsten Morgen sehen kann, wer bezahlt hat und wer nicht. Die meisten (staatlichen) Zeltplätze kosten unter $10..$20 und wenn man diesen Betrag durch zwei oder sogar vier teilt, ergibt sich die billigste und beste übernachtungsmöglichkeit in den USA (zumindest wenn schönes Wetter ist). Ein weiterer Vorteil von Zelten ist, daß man sehr schnell mit den Nachbarn ins Gespräch kommt (im Motel ist das unmöglich). Amerikaner campen gerne. Am Wochenende kann es schon mal vorkommen, daß auf beliebten Plätzen alles voll ist. Da hilft nur rechtzeitiges Erscheinen und reservieren (wer zuerst für den Platz bezahlt hat, bekommt ihn - bei Streitigkeiten hilft der Ranger).




copyright © 1999-2003 by Andreas Bonadt