|
Quetzal
e. V. |
|
|
Lachuá |
|
Mirko Hauswirth |
||||||||
| Vogelmonitoring im Nationalpark "Laguna Lachuá" | ||||||||
|
| Hintergrund: | |||
| Mehrere Strategien wurden bisher praktiziert um natürliche Gebiete in ihrer Ausdehnung und Funktion zu schützen. Seit den 80er Jahren wurde das Konzept des integrierten Naturschutzes entwickelt und an- gewendet, welches die nachhaltige Nutzung von Landfläche und natür- lichen Ressourcen für die Verwirk- lichung von Schutzzielen beinhaltet (z.B. Shaffer & Saterson 1987). Anders ausgedrückt, integrierter Naturschutz ist die Entwicklung und Anwendung von Methoden und Maßnahmen, von denen die lokale Bevölkerung wirtschaftlich profitie- ren kann (Hilfe zur Selbsthilfe). Dieses Konzept ist in den Tropen sehr modern und zumindest die |
| ||
|
Idee dazu wurde von einer Vielzahl von
Projekten und Organisationen übernommen. Bei der Verwirklichung treffen jedoch die meisten Projekte auf zwei Hauptprobleme: (1) das ökologische und (2) das ökonomische. Es existiert kein Rezept, welches die erfolgreiche Ausführung von integrierten Schutzprogrammen garantiert. Die optimale Mischung von Maßnahmen für Entwicklungshilfe und Naturschutz muss für jeden Ort und jedes Projekt individuell entwickelt werden. Die Etats dafür sind in der Regel begrenzt. Kremen et al. (1994) haben gezeigt, dass in den Tropen auf Weltniveau die finanziellen Mittel für Naturschutz nicht effizient eingesetzt werden. Nur 5 von 36 untersuchten Projekten für integrierten Naturschutz haben tatsächlich positiv zum Naturschutz beigetragen. Die Ursache dafür sind fehlende bzw. nicht eingesetzte Instrumente um die Effizienz des Projektes zu messen. Die aus Projektmaßnahmen resultierenden finanziellen Einkommen von Gemeinden oder Familien der armen Landbevölkerung können eine Messgröße für die Effizienz der Entwicklungshilfekomponente des Projektes sein, immer im Verhältnis zur Höhe der aufgebrachten Mittel betrachtet. Allerdings kann damit nicht der Beitrag zum Naturschutz gemessen werden. Ein weiteres Kontrollinstrument ist also notwendig. Der Einfluss des Projektes auf das Schutzobjekt selbst muss gemessen werden. In Guatemala ist dies in den meisten Fällen tropischer Urwald. Zur Evaluierung von Schutzmaßnahmen sollte zum einen die Fläche der Waldbedeckung, als auch die ökologische Funktion der Wälder überwacht werden. Während die Waldbedeckung recht einfach mittels Satelliten-
oder Luftbildern dokumentiert werden kann, muss für die Überwachung der
ökologische Funktion der Waldsysteme eine Organismengruppe ökologischer
Indikatoren ausgewählt werden, da es unmöglich ist, sämtliche biotische und
abiotische Elemente des Ökosystems mit möglichst geringem finanziellen Aufwand
zu untersuchen. Aufgrund ihrer hohen Mobilität können Vögel sehr gut auf
Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren. Außerdem gehört diese Tiergruppe zu
den am besten untersuchten in den Neotropen, obwohl die Kenntnisse zur Ökologie
der Arten recht gering sind. Bleibt die Frage warum die Untersuchungen langfristig angelegt sein müssen. | |||
| |||
| Ähnliches war bei einer Untersuchung in Tieflandsregenwald festzustellen, bei der Primärregenwald mit einer Kardamomkultur verglichen wurde (Eisermann 2001 unpub.). Bei letzterer waren die Großbäume des Primärwaldes noch erhalten, der Unterwuchs und die Kleinbaumschicht waren jedoch komplett entfernt und durch Kardamom ersetzt. Nun wäre es sehr voreilig, aus diesen Resultaten zu schlussfolgern, dass die menschlichen Einflüsse gering und aus der Sicht des Naturschutzes akzeptabel sind. In beiden Beispielen liegen die Anfänge der menschlichen Beeinflussungen zwischen 20 und 40 Jahren zurück. | |||
|
Leider ist die ökologische Forschung in Guatemala sehr jung,
so dass keine Basisdaten von großräumigen, absolut unbeeinflussten Waldgebieten
vorliegen. Es könnte sehr wohl sein, dass die Populationen von Arten, die in den
veränderten Habitaten in geringerer Dichte nachgewiesen wurden, keine
langfristige Überlebenschance haben und binnen kürzerer Zeit (innerhalb 100
Jahre) lokal aussterben. Dies würde zu einer dramatischen Artenverarmung
führen, wenn Primärwälder sukzessive einer Nutzung unterzogen werden. Bis zu
einem gewissen Grad (Fragmentierung, Habitatveränderung) mag eine Nutzung
verträglich sein. Diese Schwelle zu finden, ist Aufgabe von ökologischen
Langzeitstudien. Nur durch kontinuierliche Beobachtung und Datenauswertung ist
es möglich, Reaktionen der Vogelpopulationen auf Veränderungen in ihrer Umwelt,
z.B. durch menschliche Einflüsse, sichtbar zu machen. Außerdem können nur
durch Langzeitbeobachtungen seltene Ereignisse in der Dynamik der Populationen
entdeckt werden. (siehe z.B. Cody 1996). Aber genau diese Ereignisse können
eine Schlüsselbedeutung für das Verständnis von Reaktionen der
Vogelpopulationen auf menschliche Einflüsse haben, was für ein effizientes
Management von Entwicklungshilfe- und Naturschutzprojekten von großer
Wichtigkeit ist. Zurück zum Anfang | |||
| Aktueller Stand: | ||||||||
| ||||||||
| Beteiligte Institutionen: |
|
Asociación Proyectos Evaluados (PROEVAL-RAXMU): Im Juli 2002 gegründete guatemaltekische Naturschutzorganisation, in der unter Koordination von Knut Eisermann das Vogel-Monitoring durchgeführt wird. Asociación BIDAS / Proyecto Eco-Quetzal (PEQ): Guatemaltekische Naturschutzorganisation, in der unter Koordination von Knut Eisermann und der guatemaltekischen Biologin Claudia Avendaño die Ausbildung der ersten lokalen Kartierer erfolgte. Universidad de San Carlos de Guatemala (USAC): Bereitstellung von Ferngläsern und Bestimmungsbüchern für das Monitoring-Team in Lachuá. Quetzal e.V.: Förderverein zum Schutz der Regenwälder Guatemalas, gegründet in Göttingen, Unterstützung bei der Finanzierung von Monatslöhnen für die lokalen Kartierer. Verein Sächsischer Ornithologen e.V.(VSO): Organisation von Vorträgen über das Monitoring-Programm, Finanzierung einer Seite innerhalb der Internetseite des Vereins. Zurück zum Anfang |
| Geplante Entwicklung: | ||||||
|
| Aufruf zur Mithilfe: | |||||
|
Leider ist die Finanzierung von Langzeituntersuchungen ein bekanntes Problem in der Naturschutzforschung. Während die Initiierung solcher Untersuchungen von Institutionen im Rahmen größerer Schutzprojekte unterstützt wird, die in der Regel ein oder zwei Jahre dauern, ist eine Fortführung meist ungewiss. Die Wichtigkeit von Langzeituntersuchungen ist nicht zu unterschätzen. Denkt man nur an Verbreitungsatlanten von Brutvögeln in Deutschland, welche nur durch die ehrenamtliche, langjährige Mitwirkung unzähliger Ornithologen möglich ist. In Guatemala sind wir von solch günstigen Vorraussetzungen weit entfernt. Aktive Kenner der Avifauna kann man beinah an zwei Händen abzählen. Monitoringprogramme sind notwendig, um die Auswirkung von menschlichen Einflüssen auf die restlichen, sich immer weiter fragmentierenden natürlichen Waldsysteme zu identifizieren und zu quantifizieren, um effektive Schutzmaßnahmen anzusetzen. Dies wiederum findet Unterstützung von einer Vielzahl von Institutionen, die in Guatemala aktiv sind. Leider kann man nicht den zweiten Schritt vor dem ersten unternehmen. Daher möchten wir uns hiermit an Mitglieder, Freunde und Unterstützer des Quetzal e.V. wenden. Durch Spenden können Sie die Fortführung des Vogelmonitorings in Guatemala unterstützen. Von den Spenden werden ausschließlich die Löhne für die lokalen Vogelkartierer bezahlt. Schon mit 250 Euro werden die monatlichen Kosten für ein 3-Mann-team gedeckt. Mit einer Spende würden Sie nicht nur die Fortführung des Vogel-Monitorings sichern, sondern gleichzeitig einen großen sozialen Dienst verrichten. Die indigene Landbevölkerung Guatemalas gehört zu den ärmsten Menschen der Erde. Mit dem Lohn eines Mannes wird eine ganze Familie ernährt und die Schulbildung der Kinder finanziert.
Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto des Quetzal e.V: Hans-Jörg Schlichte Konto 7019 383 05 BLZ 250 100 30 Postbank Hannover Verwendungszweck: Monitoring Guatemala
|
|
|
| Mirko Hauswirth |
| Webdesign by Mirko
Hauswirth © 2002 by Quetzal e. V. - Verein zum Schutz der Nebelwälder und zur Unterstützung der Maya-Kekchi-Indianer. Alle Rechte vorbehalten. Stand: 01. März 2005 |