1. Einführung in das Fachgebiet Forstnutzung

1.1. Begriffserklärung, Umfang und Einteilung des Lehrgebietes

1.1.1. Begriffserklärung

Das Lehrgebiet Forstnutzung wurde in der geschichtlichen Entwicklung unterschiedlich abgegrenzt. Von Beginn der forstlichen Lehre war es ein Hauptfach der forstlichen Ausbildung. Der Erfolg des forstlichen Wirtschaftens wurde an der Lieferung von Holz und anderen Waldprodukten gemessen. Diese Bedeutung ist rückläufig.
Anstelle von "Forstnutzung" wurde und wird auch häufig der Begriff "Forstbenutzung" verwendet.

Frühere Gesamtdarstellungen des Fachgebietes Forstnutzung wurden vorgenommen in Lehr- und Handbüchern, in denen die Arbeit im Walde mit inbegriffen war von

- Duhamel du Monceau 1764 De `l Exploitation des Bois
- Bechstein 1821 Die Waldbenutzung für angehende und ausübende Forstmänner und Cameralisten
- Pfeil 1831 Forstbenutzung und Forsttechnologie Forstbenutzung ist die Lehre von der Gewinnung und vorteilhaften Versilberung des Holzes
- König 1851 Forstbenutzung
- Gayer 1853 Die Forstbenutzung
- Gayer-Fabricius 1949 s. o. in der 14. von Fabricius bearbeiteten Auflage Richtschnur für das Handeln der Forstleute bei der Holzernte und beim Holzabsatz war "möglichste Steigerung des Gewerbsgewinns" später trat diese Prämisse hinter den Gesichtspunkt der zweckmäßigen Verwertung zurück, z. B. bei

- Erteld 1957 Forstnutzung auf holzkundlicher Grundlage
- Knigge und Schulz 1966 Grundriß der Forstbenutzung

Einheitliche Begriffe des Fachgebietes wurden in Richtlinien, Standards, TGL, HOMA und DIN definiert, z. B.

- Rohholz: Holz gefällter Bäume, einschließlich der Reste des Holzeinschlages, die sich als Brennholz verwenden lassen
- Stamm : Schaft des gefällten Baumes, ohne Wurzel, Äste und Zopf
- Rundholz: in Abgrenzung zur Schnittholzindustrie Hölzer, die sich durch Querschneiden ergeben

 

1.1.2. Umfang und Abgrenzung

Umfang ist laut Curriculum begrenzt und sieht folgendes vor:

7. Semester

8. Semester

30 Stunden Vorlesung, wöchentlich 2 Stunden Vorlesung

30 Stunden Vorlesung und 15 Stunden Übungen

15 Stunden Übungen, 14-tägig 2 Stunden Übung

Darin enthalten sind Exkursionen

Übungen finden in Gruppen zu je 15 Studenten statt.
Das Übungsprogramm wird Ihnen zur 1. Übung ausgehändigt.

Die 1. Übung befaßt sich mit Holzartenbestimmungen anhand von Stammscheiben und Rindenabbildungen. Später finden makroskopische Bestimmungen einheimischer Holzarten statt. Für Interessenten werden mikroskopische Bestimmungen ausländischer Holzarten in der Projektwoche durchgeführt.

Abgrenzung zu benachbarten Fachgebieten:

Forstgeschichte
Botanik
Chemie
Entomologie
Waldschutz
Waldarbeitslehre
Holzmeßlehre
Forstliche Betriebswirtschaftslehre
EDV
Forstpolitik

 

1.1.3. Einteilung des Lehrgebietes

siehe Grobgliederung des Vorlesungsstoffes (in Mat.-Samml.)

1.1.4. Prüfungen

Folgende Leistungen sind zu erbringen:

7. Semester

8. Semester

Wertigkeiten

Holzartenbestimmung

Holzsortierung (m.E./o.E.)

Holzartenbestimmung 1-fach

Klausur

mündliche Abschlußprüfung

Klausuren 4-fach



Abschlußprüfung 5-fach



Nichtbestandene Prüfungsleistungen (5) müssen wiederholt werden. An der Abschlußprüfung darf nur teilnehmen, wer an allen Prüfungsleistungen teilgenommen hat.

Studentische Hilfskräfte für:

- Anfertigen von Stammscheiben
- Anfertigen von Holzklötzchen für Bestimmungsübungen

1.2. Besprechung ausgewählter Literatur zum Lehrgebiet

1.2.1. Empfehlenswerte Literatur 

Folgende Bücher werden vorgestellt:

1. Grammel, R 

"Forstbenutzung"
(Pareys Studientexte Nr. 67)
Berlin/Hamburg 1989  ISBN 3 - 490-03716 - 2 

Lehrbuchs.8
27 Exempl.
42.- DM

2. Kroth, W.; Bartelheimer, P.

"Holzmarktlehre"
(Pareys Studientexte Nr. 77)
Berlin / Hamburg 1993 ISBN 3 - 490 - 05416 - 4 

Lehrbuchs.7
35 Exempl.
38,80 DM

3. Sachsse, H.

Einheimische Nutzhölzer und ihre Bestimmung nach makroskopischen Merkmalen “
Pareys Studientexte Nr.44
Hamburg/Berlin 1984  ISBN 3 - 490 - 07916 - 7

23686-44a
Lehrbuchs.811
25 Exempl.
36,00 DM

4. Ertelt, W; Mette, H. - J.; Achterberg, W.

"Holzfehler in Wort und Bild"
Fachbuchverlag 1963

V 844
vergriffen

5. Knigge, W.; Schulz, H.

"Grundriß der Forstbenutzung"
Parey - Verlag 1966
Berlin / Hamburg 

A 4713
+2 Exemplare
Freihandaufst. 

6. Lohmann, U.

" Holzhandbuch "
DRW - Verlag Weinbrenner 1991
ISBN 3 - 87181 - 322 - 2, 4. Auflage, 312 Seiten

Lehrbuchs.8
5 Exemplare
74,00 DM

7. Schwankl, A.

"Wie bestimme ich Holz"
Verlag Wolfgang Zimmer Augsburg 
ISBN 3 - 87679 - 006 - 9 10. Auflage 1989

Freihandaufst.
811
32.- DM

8. Steuer, W.

"Vom Baum zum Holz",
2. Auflage 1990, DRW Verlag
ISBN 3 - 87181 - 311 - 7

811.1
+2 Exp.Freih.
64.- DM

9. Zimmermann, G.

" Die Rohholzsortierung in Deutschland "
4. Aufl. 1993  176 S. Wirtschafts- und Forstverlag Euting
ISBN 3 - 88428 - 009 - 3

Lehrbuchs.85
15 Exemplare
15,80 DM

 

1.2.2. Zusätzliche Literaturhinweise 

1. AUTORENKOLLEKTIV

Lexikon der Holztechnik“
Fachbuchverlag Leipzig 1990, 4. Auflage
ISBN 3 - 343 00611 - 4

Freihand.
82

2. AUTORENKOLLEKTIV

Das große Buch vom Holz“
Schuler Verlagsgesellschaft
ISBN 3-7611-0708-0

 

3. BLOSSFELD, O.

"Baum-Wald-Holz "
Leipzig Fachbuchverlag, 1964

Freihand.
 901

4. BODE, W.; HOHNHORST, M.

Waldwende "
 Verlag C. H. Beck München  1994
 ISBN 3-40637414

 

5. FRIEDRICH, W.

Tabellenbuch Holztechnik“
Dümmlers´s Verlag Bonn 1994
ISBN 3-427-54101-0

Lehrbuchs.8
5 Exempl.

6. FRÖHLICH, H.-J.

Alte liebenswerte Bäume in Deutschland“
Ahlering Verlag Hamburg 1989
ISBN 3-926600-02-0

Freihand.
181.71
139.- DM

7. GROSSER, D.

"Die Hölzer Mitteleuropas, ein mikroskopischer Lehratlas "
Springer-Verlag 1977

 

8. HORA, B.

"Bäume der Welt "
DRW - Verlag 1993, 2. Auflage
ISBN  3 - 87181 - 205 - 06

 

9. HUSS, J.

Leitfaden für die Anfertigung von Diplomarbeiten und Dissertationen in der Forstwirtschaft und verwandeten Fachgebieten“
Sauerländer´s Verlag 1989, 2.Aufl.,
ISBN 3 7939 0760

Freihand.
DK 001.81
11,80 DM

10. KOLLMANN, F. 

"Technologie des Holzes"
Berlin 1951/55 

Freihand.

11. LANGENDORF; u.a.

Rohholz“
Fachbuchverlag Leipzig 1990
ISBN 3-343-00522-3

Freihand.
812.1.

12. METTE, H.-J.

Kommmentar zur Holzmeßanweisung“
Deutscher Bauernverlag Berlin 1956

Freihand.
854.1
81/82

13. METTE, H.-J.; u.a.

Holzkundliche Grundlagen der Forstnutzung“
Landwirtschaftsverlag Berlin 1989, 2.Auflage
ISBN 3-331-00204-6

Lehrbuchs.8
30 Exempl.

14. MOMBÄCHER

Holz-Lexikon“
3.neubearb.Auflage, 1993
DRW-Verlag Stuttgart, 2 Bände

Freihand. 8
380.-DM

15. NIEMZ, P.

Physik des Holzes und der Holzwerkstoffe“
DRW Verlag 1993 
ISBN 3-87-181-324-9

Lehrbuchs.8
5 Exempl.

16.  SACHSSE, H.

Exotische Nutzhölzer“
(Pareys Studientexte Nr. 68)
Berlin/Hamburg 1991

Freihand 811.1
68.- DM

17. SELL, J

Eigenschaften und Kenngrößen von Holzarten“
Baufachverlag Zürich 1989, 3. Auflage
ISBN 3-85565-223-6

Lehrbuchs.8
 5 Exempl.

18. STÄHLI, R.

"Holzkunde "
Eigenverlag Richard Stähli
 ISBN 3 - 9520274, 2. Auflage, 1992

A 6705
69,00 DM

19. TRENDELENBURG, R.; MAYER-WEGELIN, H.

"Das Holz als Rohstoff "
Carl Hauser München 1955

Freihand.
81

20. THUNACK, F.

Holz/Kunststoff Tabellen“
Schulbuchverlag Braunschweig 1994
ISBN 3-14-20-50-36-1

Lehrbuchs.8
6 Exempl.

21. WAGENFÜHR, R.

Holz unter Lupe und Mikroskop“
Wittenberg    Ziemsen - Verlag 1957

Freihand. 
811

22. WAGENFÜHR, R.

Anatomie des Holzes“
Fachbuchverlag Leipzig 1989
4. neubearbeitete Auflage

Freihand.
811
88,00 DM

23. WAGENFÜHR, R.

"Holzatlas"
Hanser Verlag München 1996, 4. Auflage, 688 Seiten
ISBN 3-446-00900-0,

Freihand.
811

24. o. V.

Rohholzaushaltung   Rohholzverkauf“
Herausgeber: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg,  1995, 2. Auflage

 

 

1.2.3. Zeitschriftenhinweise

- Holzzentralblatt 
- Forst und Holz 
- AFZ/Der Wald 

1.3. Geschichte der Forstnutzung

- das älteste bekannte Lehrbuch der Forstnutzung 
- Geschichte der Forstnutzung ist vielfach auch zugleich Geschichte der Forstwirtschaft überhaupt
- Wald steht seit ca. 600 Jahren auf Standorten , die er auch heute noch innehat. Die Nutzung bezog sich dort auf:

* Waldweide für Rinder, auch Schaf-, Pferde- und Ziegenweide
* Schweinemast, daher Einteilung der Bäume in Ligna fructifera und Ligna infructifera (unfruchtbares Holz)
* intensive Streunutzung ca. 150 Jahre lang
* und Futterlaubgewinnung hatte schließlich den Wald zum Stall gemacht
* Zeidelweide = Waldimkerei war 1 Jahrtausend lang die einzige Produktionsquelle für Wachs und Süßstoff ( Honig ), Kiefern und Linden wurden künstlich ausgehöhlt und gewipfelt, Bodendecke verbrannt
* geregelte Wald- Feldwirtschaft, durch Brandrodung wurde der Wald in kurzen Abständen zum Holzerwerb, zum Kornanbau und zur Waldweide genutzt
* Harznutzung seit dem 15. Jahrhundert
z.B. Fichtenscharrharzgewinnung
* Holz war Jahrtausende der wichtigste Energieträger, bis zur 1. Hälfte des 19. Jahrh. war die Brennholzproduktion vorherrschendes Produktionsziel
* Nutzholz machte 1850 nur 1 Zehntel der Gesamtproduktion aus 
* für die Erzeugung 1 t Eisen wurden 120 m3 Holz benötigt, Ende des 18. Jh. wurde Koks für die Hüttenindustrie verwendet
* Holzkohle zur Zeit des Bergbaues und der Hüttenproduktion Gewicht nur 1/8 des Holzes, daher lange Transportwege möglich
* Aschenbrennerei ( Pottasche ) , wegen des Kaligehaltes (Kaliumcarbonat K2C03) der Pottasche für viele Gewerbe nutzbar bis zur Ausbeutung der Kalilagerstätten
1000 kg Buchenholz wurden für 3 kg Holzasche benötigt
* Holz für Glashütten
* Holz für Salinenbetrieb zum Eindampfen der Sole, auch für Fässer, Triftanlagen und Rohrleitungen
Lüneburger Salinen verbrauchten jährlich 100 Tm3 bis 300 Tm3 Brennholz, deshalb heutige Waldarmut
* der Wald lieferte Holz für die bäuerlichen Wirtschaft:
Gestelle für Pflug und Egge
Zäune
Tische, Bänke und Küchengeräte
Wind- und Wassermühlen
Weinpresse
Fässer für Wein und Butter
Wagen und Schlitten
Heizung
* für 1 Schiff mit Holländereichen wurden 2,5 ha Eichenwaldfläche benötigt
* "Stabschlägerheiden" für den Faßbau
* Pflanzung von Hochzeitseichen in Brandenburg 1719
* Flößerei

1.4. Waldverteilung

Was ist Wald?
Gemäß § 2, Landeswaldgesetz Brandenburg, bzw. § 2 BWaldG ist Wald im Sinne dieses Gesetzes jede mit Forstpflanzen (Waldbäumen und Waldsträuchern) bestockte Grundfläche (1). Die Absätze 2 bis 4 regeln Ausnahmen dazu.

Was ist ein Baum? 
„Bäume sind langlebige, sich jährlich verdickende, verholzende höhere Pflanzen mit gut ausgebildeten Wurzelsystemen, mehr oder weniger hohen Stämmen und unterschiedlichen Kronen“
Im Gegensatz zu Sträuchern wird in verschiedenen Literaturquellen eine Mindesthöhe von 2 m bzw. 3 - 5 m mit einer deutlichen Stammform gefordert.

1.4.1  Waldverteilung auf der Erde

Gemäß FAO 1997 erstreckte sich die Gesamt-Waldfläche der Erde unter Berücksichtigung der o.g. Definitionen im Jahre 1995 auf 3,454 Mill. ha, im Jahre 1990 waren es noch 3,511 Mill. ha, als 56 Mio. ha mehr. Vor 4000 Jahren gab es angeblich rund 6 Mill. ha Wald. Die Hälfte des verlorengegangenen Waldes (1,3  von 2,6 Mill. ha) wurde zwischen 1950 und 1990 eingeschlagen (Quelle: BDF-aktuell 1/98, S. 4). 

 Welches sind die waldreichsten Kontinente der Erde in Prozent ?

Amerika

41,9 %

frühere UdSSR

22,1 %

Afrika

15,7 %

Asien 

13,6 %

Europa

4,1 %

Ozeanien

2,6 %

25000 bis 30000 Holzarten existieren weltweit. Davon gibt es etwa 5000 Holzarten auf der Erde, die für gewerbliche Zwecke geeignet sind, gehandelt werden aber nur etwa 1000. Von Bedeutung sind davon 200 bis 300 Handelshölzer, für die auch Bestimmungsschlüssel vorliegen.Die ältesten nachgewiesenen Bäume der Erde wachsen in Kalifornien:

Pinus aristata - über 4680 Jahre alt, 15 m hoch, 100 Jahrringe auf 1 cm
Sequoia gigantea - 3120 Jahre alt

Nach unbestätigten Berichten soll es noch ältere Bäume geben:

z. B. japanische Sicheltanne - bis 7000 Jahre alt
Zypressenart in Algerien - bis 5000 Jahre alt
Gingko in China - 3500 Jahre alt 

Die höchsten Bäume der Erde wachsen  in den USA und in Australien

Sequoia sempervirens - 112 m hoch  Kalifornien
Eukalyptus - über  100 m hoch  Australien

Die stärksten Bäume der Erde wachsen in Kalifornien und Mexiko

Sequoia gigantea - 12,28 m im Durchmesser
Sumpfzypresse (Taxodium mukronatum) in Oaxaka (Mexiko) - 15,48 m im Durchmesser, 46 m Stammumfang, 41 m Höhe, ca. 1000 m3 Volumen, 2300 Jahre alt

Der Baum mit dem größten Volumen ist eine Sequoia gigantea mit 1486,6  m3  Volumen; 11,1 m im Durchmesser; 83,8 m Höhe

 

1.4.2  Waldverteilung in Europa

Die Waldfläche Europas außer der früheren UdSSR beträgt ca. 140 Mio ha.

Die 6 waldreichsten Länder, außer der früheren UdSSR haben folgende Waldflächen

 

Mio ha

Schweden

25

17,9

Finnland 

20

14,3

Frankreich

13

9,3

Deutschland

10

7,1

Norwegen

9

6,4

Polen

9

6,4

Rest

14

38,6

Waldfläche und Holzvorrat stehen dabei in recht unterschiedlichem Verhältnis zueinander. Die Waldfläche Finnlands ist doppelt so groß wie die Waldfläche Deutschlands. Während der Vorrat der Wälder Deutschlands 2,5 Mill. m³ beträgt, liegt er in Finnland nur bei 1,5 Mill. m³.

Der älteste Baum Mitteleuropas ist eine 2000-jährige Eiche in Frankreich.
Der höchste Baum Mitteleuropas ist eine 62 m hohe Fichte im Böhmer Wald.

1.4.3.  Waldverteilungen in Deutschland

Deutschland hat ca. 10,7 Mio ha Wald (zur Erinnerung: Europa 140 Mio ha, weltweit sind es 3454 Mio ha). Im Gegensatz zur weltweiten Verringerung der Waldfläche sind in Deutschland seit 1960 500 Tha Waldfläche hinzugekommen. 

Waldverteilungskarte 

Die ältesten Bäume in den neuen Bundesländern sind 1000 - 1200-jährige Eichen in Ivenak.   1000-jährige Bäume werden häufig in Dorfchroniken und Fremdenverkehrsprospekten genannt, sind aber in Wirklichkeit sehr selten. Die höchsten Bäume Norddeutschlands sind 56 m hohe Douglasien. 

Außergewöhnliche Bäume in der Nähe von Eberswalde sind bzw. waren: 

Königskiefer

95 cm     Durchmesser
32,5 m    Höhe
11,4 m³   Volumen (Schaftderbholz m.R.)
 250 Jahre  Alter       1981 gefällt

Kroneneiche

110 cm     Durchmesser
31,5 m    Höhe
14,0 m³   Volumen
550 Jahre  Alter

Dicke Buche

6 m        Umfang
33 m        Höhe
50 m³       Volumen
27 m        Kronendurchmesser
Die vermutlich stärkste Buche Deutschlands mit einem Umfang von 8,20 m steht in M/V östlich des Krakower Sees.

Europäische Lärche

140 cm      Durchmesser
50 m       Höhe
30 m³      Volumen
218 Jahre  Alter



1.5. Waldnutzungen

1.5.1. Waldnutzungen auf der Erde

Produktion gleich Holzeinschlag  nach FAO 1991

 

Mio m3

Amerika

1082,8

Afrika

 527,2

Europa

335,5

frühere UdSSR

355,4

Asien

1086,1

pazif. Gebiete

42,5

Summe

3429,4

Der jährliche Holzeinschlag in China ist um 100 Mio. m³ höher als der dortige Zuwachs. Der Holzbedarf in Indien ist 7 mal größer als die dort nachwachsende Holzmenge. (Quelle: BDF-aktuell 1/98, S. 4)

Holzeinschlag nach Sortimenten nach FAO 1991: 

in Milliarden m3 
Brennholz, incl. Holzkohle              1,83
industriell genutztes Rundholz        1,60

                davon in Mio. m³        456    Sägeholz
                                                122    Plattenholz
                                                155    Zellstoff

      Summe                                        3,43

Quelle: gedruckte Vorträge vom 09.05.1996, S.10

 Brennholzeinschlag nach Kontinenten  nach FAO 1991


Mio m3

Amerika

386 

Afrika

468

Europa

51

frühere UdSSR

81

Asien

834

pazif. Gebiete

9

Summe

1829

 

1.5.2. Waldnutzung in Europa

nach Sortimenten und ausgewählten Ländern gemäß FAO 1991 


Säge- und Furnierholz

Platte

Brennholz

Summe
in Mio m3

Europa

151,1

32,8

51,5

335,5

Schweden

22,6

0,9

4,4 

 51,7

Finnland

14,3

0,5

2,9

34,1

Frankreich

23,3

3,3

10,4

44,8

Deutschland

21,7

9,1

4,5

44,9

Norwegen

5,7

0,6

0,9

10,9

Polen

7,9

1,5

 2,8 

17,2

 

1.5.3.  Waldnutzung in Deutschland

Gesamt-Holzverbrauch 1992                        90 Mio m3

               davon zur Papierherst.                  46

               davon zur weiteren Holzverw.        44  

Rohholzbilanz der BRD für 1997 39,9 Mio m³ und 1998 41,4 Mio m³  

Gesamtrohholzbilanz der BRD für 1998 mit 169,4 Mio m³  

Holzverbrauch je Einwohner 1992                 1,1 m3
               davon zur Papierherst.                  0,6
               davon zur weiteren Holzverw.        0,5

Gesamtholzaufkommen             1992         135 Mio m3
               Holz aus deutscher Forstw.          32
               aus Altpapier                                21
               aus Einfuhr                                  82 

Verbrauch von Rohholz, Industrierestholz und Altpapier:

               Rohholz                                        33 Mio m3
               Industrieholz                                   7
               Altpapier                                       21

Hinsichtlich der Entwicklungen in Europa bis zum Jahre 2010 für Aufkommen und Verbrauch von Holzprodukten wie Schnittholz, Papier, Brennholz, Platten und Zellstoff wird für die europäischen Ertragswälder folgendes prognostiziert:

          jährlicher Nettozuwachs              ca. 577 Mio Vfm m.R.
          jährlicher Einschlag                     ca. 437 Mio Vfm m.R.

Die Differenz von 140 Mio Vfm m.R. ist 10 mal höher als der europäische Nettoimport von Rohholz (Quelle: FAO 1992). 

2. Holzkunde

2.1. Anatomischer Aufbau des Holzes

2.1.1. Aufbau der Zellwand

Holz besteht wie alle anderen Pflanzen aus Zellen. Sie sind aber überwiegend ohne lebenden Inhalt, sie sind meist tot und mehr oder weniger hohl, bei Verkernung enthalten sie Inhaltsstoffe.
Somit besteht das Holz zu überwiegend aus Zellwänden und Hohlräumen, diese Zellenwände bestimmen dann auch zu großen Teilen die Holzeigenschaften.

Die Zellwand besteht aus Zellulose im Grundgerüst. Sie ist aufgebaut als Glukosekette.

                 Zellulose-Makromolekül                          Kettenmolekül

                          100  Makromoleküle                      Micellarstränge (Micelle)

                       10 - 20 Micellarstränge                      Zellulose-Mikrofibrillen

Dazwischen befinden sich Interfibrillarräume (Ursache für die Anisotropie, KNIGGE S. 71).
Das Cellulose-Grundgerüst der Zellwand wird durch Holzpolyosen (auch Hemicellulose) und Lignin verkrustet und versteift. Die Zellwand besteht aus mehreren Teilwänden, nämlich aus: Mittellamelle, Primärwand, Sekundärwände (S1, S2, S3 auch Tertiärwand)
Bei der Verholzung werden die Cellulose-Fibrillen umhüllt oder durch Ligninquellung auseinander gedrängt.

2.1.2. Zellarten als Grundelemente des Holzes

Nadelholz

Laubholz

Tracheiden                 90 - 95 %

Tracheiden                 40 - 60 %

Parenchymzellen          4 - 10 %

Tracheen (Gefäße)     20 - 40 %

Harzkanäle                         1 %

Parenchymzellen         10 - 30 %

Hauptfunktionen der Zellen:

         a) Wasserleitung mit darin gelösten Nährsalzen aus dem Boden in die Krone
             (die in den Blättern gebildeten Nährstofflösungen fließen in umgekehrter Richtung
              nicht durch das Holz, sondern durch die Bastleitungsbahnen) 
         b) Sicherung des Stammes gegenüber mechanischen Belastungen (Festigkeit)
         c) Speicherung von Reservestoffen, die bei der Assimilation gebildet werden

Nadelhölzer sind entwicklungsgeschichtlich älter und demzufolge einfacher aufgebaut.

Tracheiden haben bei Nadelhölzern 2 Funktionen zu erfüllen:

                                    - Wasserleitung
                                    - Festigkeit

Bei Laubhölzern sind dickwandige Tracheiden (auch Holzfasern oder Libriformfasern genannt)1 bis 1,5 mm lang mit einem Durchmesser von  0.02 bis 0,05 mm für die Festigkeit zuständig.

Tracheen (auch Gefäße genannt) sind für die Wasserleitung  und für den Transport der Nährsalze zuständig. Die Länge der Einzelzelle ist gering. Durch Auflösung der Querzellwände entstehen z. B Eiche bis 18 m lange Gefäße. Ihr Durchmesser liegt bei Eiche z.B. über 0,4 mm.

Parenchymatische Zellen sind großlumige zur Speicherung vorgesehene Zellen.
Sie kommen vor als:

                        - Strangparenchym
                        - Strahlenparenchym
                        - Epithelzellen; Exkretzellen, welche die Harzkanäle umgeben
                        - Harzkanäle selbst sind Ausweitungen der Intercellulärräume.

Einige Grundelemente des Holzes:

                                                      Holzstrahlen
                                                      Parenchym
                                                      Tracheen
                                                      Tracheiden
                                                      Libriformfasern
                                                      Harzkanäle
                                                      Thyllen

2.1.3.  Schnittrichtungen des Holzes

Zur Holzartenbestimmung müssen die folgenden drei Schnittrichtungen an einem x-beliebigen Holzstück erkannt werden.

Der Hirnschnitt (auch Querschnitt) wird bei der Holzartenbestimmung als erster geprüft, da er den umfangreichsten Einblick in den anatomischen Bau gibt, z.B.  ringporig, zerstreutporig, Nadelholz oder Laubholz.

Der Tangentialschnitt (auch Fladerschnitt) ist als Längsschnitt der übliche Brettschnitt. Er wird im Sinne einer Tangente am Jahrring geführt. Holzstrahlen werden dabei im rechten Winkel durchtrennt.

Der Radialschnitt (auch Spiegelschnitt) ist ebenfalls ein Längsschnitt, führt aber immer auf einem Radius des Stammquerschnittes entlang. Holzstrahlen werden dabei der Länge nach aufgeschnitten, aber nicht immer genau getroffen, da ihr Verlauf annähernd wellenförmig ist. Ihre Schnittflächen werden als Spiegel bezeichnet, z.B. bei:

Eiche, Platane, Buche, Ulme, Ahorn (sehr deutlich zu sehen)
Nadelholz , Birke, Pappel  (ohne deutlichen Spiegel)
Erle, Hainbuche  (ohne Glanz, da Scheinholzstrahlen)

2.1.4.  Jahrringaufbau und Verkernung

Definitionen von Holz: Von der Rinde umschlossene Teile der Bäume und Sträucher, ohne das in der Mitte liegende Mark.

Laut Holzlexikon (S. 341): Durch die Tätigkeit des Kambiums erzeugtes sekundäres Dauergewebe. Im makroskopischen Sinne aus verschiedenartigen Zellen zusammengesetzte Gewebemasse unter der Rinde von Bäumen und Sträuchern. Im mikroskopischen Sinne ist es die verholzte Zellwand. Kommt nur bei Dikotyledonen und Gymnospermen, nicht bei Monokotyledonen vor. Bambus und Palmen sind in diesem Sinne kein Holz !

Jahrringe sind Grenzen im Holz, die sich durch jahreszeitlich bedingte Wachstums- und Ruhephasen abzeichnen. Bei Tropenhölzern sind solche Grenzen wegen des andauernden Wachstums nur schwer zu erkennen. Es gibt aber auch Wachstumszonen, da sich dort nasse und trockene Zeiten abwechseln.

2.1.4.1. Zeitlicher und räumlicher Verlauf von Wachstum und Verkernung

Die Zellen des Kambiums erzeugen während der Vegetationszeit von Mai bis September nach außen Bastzellen und nach innen Holzzellen im Verhältnis  1 : 30

Bast ist der lebende Teil der Rinde (Assimilate wandern dort abwärts zur Einlagerung im Holz)

Beginn des Dickenwachstums:
Bei Nadelhölzern beginnt die Zellteilung mit der Bildung neuer Nadeln, bei Lärche auch schon früher. Bei Ringporern beginnt die Zellteilung vor Laubausbruch, während bei Zerstreutporern die Zellteilung erst nach der Blattentfaltung erfolgt. 

Frühholzzellen sind bei Nadelholz großlumig wegen des Nährstofftransportes. Spätholzzellen sind dagegen englumiger und dickwandig, da  die Saftzufuhr im Herbst abnimmt. Von Oktober bis Februar erfolgt keine Holzbildung.
Durch den plötzliche Beginn der Holzbildung im März  ist der Übergang vom engen Spätholz zum weiten Frühholz nur als dünne markante Linie zu erkennen, das ist die Jahrringgrenze.
Vom Frühholz zum Spätholz ist der Übergang dagegen unterschiedlich, z.B. allmählich bei Douglasie oder schroff  bei Lärche.
Bei den Laubhölzern ist die Jahrringgrenze nur bei den Ringporern gut zu erkennen, da sich die Poren der Frühholzgefäße durch ihre Größe vom übrigen Gewebe abheben und ringförmig an der Jahrringgrenze angeordnet sind.
Die Poren im Spätholz sind dagegen kleiner und nahezu regellos verteilt. Bestimmte Anordnungen können bei genauer Betrachtung auch hier den Holzarten zugeordnet werden. Bei den zerstreutporigen Hölzern ist die Jahrringgrenze meist unscharf.

Anormalitäten sind:
                            - Ausbleiben von Jahrringen
                            - Bildung falscher Jahrringe (Doppelter Jahrring innerhalb eines Jahres bei 
                              plötzlichem Wechsel von extrem trockener zu feuchter Witterung, auch bei
                              Entlaubung durch Insektenfraß und plötzlicher Regeneration (experimentell durch
                              Lang- und Kurztagsbehandlung nachgewiesen)

Die Verkernung beginnt je nach Holzart und Individuum zu unterschiedlichen Zeitpunkten, z.B.:

                                                                              Lärche ab 5 Jahre
                                                                              Ei, Ki   ab 20 Jahre

Der Verkernungsvorgang beginnt jahreszeitlich im Sommer, setzt aber mitunter auch einige Jahre aus.

Kern- und Splintanteile sind sehr unterschiedlich:

                                   hoher Kernanteil im Alter:   Eiche, Robinie und Lärche
                                   hoher Splintanteil            :    Kiefer, Douglasie

2.1.4.2. Früh- und Spätholz

Welches Holz ist besser?
Von Bedeutung ist die Frage nur für Hölzer, die eine deutliche Unterscheidung von Früh- und Spätholz zulassen, also wo sich deutliche Jahrringgrenzen abzeichnen, z.B.  bei Nadelhölzern und bei ringporigen Hölzern. Bei Nadelhölzern ist das Spätholz dunkler und englumig, also schwerer und fester.
Bei breitringigen Nadelhölzern vergrößert sich hauptsächlich der Anteil von  Frühholz, so daß dieses Holz weniger begehrt ist, als engringig gewachsenes. Bei Laubhölzern dagegen steigt mit zunehmender Jahrringbreite der Spätholzanteil.
Bei Hartlaubhölzern muß nicht unbedingt der Anteil schweren und spröden Holzes erhöht werden, z.B. ist sogenannte „milde Eiche“ bei Tischlern begehrt. Sie hat geringe und gleichmäßige Jahrringbreiten. Für konstruktive Teile ist breitringige Eiche oder Esche besser, da sie fester ist. 
Die Anteile von Früh- und Spätholz sind unterschiedlich im Verlaufe eines Baumalters. Mit zunehmender Höhe des Schaftes nimmt der Frühholzanteil zu.

2.1.4.3. Jahrringbreite

Die Jahrringbreite schwankt im Minimum um 1 mm z. B. bei Eibe und im Maximum um einige cm, z.B. bei Pappel und Küstentanne.

Sie ist abhängig von:

                       - Holzart, Alter, Pflege
                       - Angebot von Wasser, Licht, Wärme und Bodennährkraft
                       - Beeinträchtigungen durch Schäden, wie Insekten und Waldbrand

Bei Hölzern mit breiten Jahrringen ist die Schwankungsbreite zwischen schmalen und breiten Jahrringen größer als bei engringig aufgewachsenen Hölzern. Solcher unregelmäßiger Holzaufbau ist als Nachteil anzusehen.
Die Jahrringbreite gilt als wichtiger Weiser für einige Holzeigenschaften, denn sie gibt Hinweise auf:

                 - innere Astigkeit
                 - Gewicht 
                 - Gleichmäßigkeit der Holzbeschaffenheit
                 - Oberflächeneigenschaften der Holzprodukte
                 - Form- und Maßhaltigkeit

Die Jahrringmessung bzw. -auszählung erfolgt nach verschiedenen Methoden, z.B. anhand von Bohrspänen mittels Meßmikroskop, über elektrische Widerstandsmessung oder über direkte Auszählung am Querschnitt.
Die Jahrringbreite innerhalb eines Baumes verändert sich im Stammquerschnitt und mit zunehmender Höhe im Stamm:

          - die Häufigkeit schmaler Jahrringe steigt mit zunehmenden Alter
          - die breiteren Jahrringe liegen in der Regel am Stammfuß,die engeren Jahrringe in Zopfnähe

Die Dendrochronologie baut als eigenes Fachgebiet auf diesen Grundlagen auf, um über viele Jahrhunderte und über viele Baumalter hinaus die zeitliche Herkunft von verbautem oder lagerndem Holz festzustellen (auch Baumringchronologie oder Jahrringchronologie). Aus Jahrringanalysen von mitteleuropäischen Trauben- und Stieleichen konnte ein sogenannter Baumringkalender bis zum Jahre 6255 vor der Zeitrechnung aufgestellt werden.

Für die Klimaforschung (Dendroklimatologie) ist jeweils derjenige Faktor von größerer Bedeutung, der sich unter den gegebenen Standortsbedingungen im Minimum befindet. Langzeitklimauntersuchungen mit Hilfe von Dendrochronologie wurden an Kiefern in Skandinavien angestellt (Nährstoffe und Wasser sind und waren ausreichend vorhanden, aber Wärme ist im Mangelfaktor).

2.1.4.4. Verkernung und Dauerhaftigkeit

Kambiumferne Holzschichten, die nicht mehr für die Wasserführung benötigt werden, verändern sich. Diese Veränderung ist häufig mit Farbwechsel folgender Art verbunden:

      - heller wasserführender Splint
      - dunklerer Kern, der für wäßrige Lösungen wenig durchlässig ist

Je nach Ausbildung des Innenholzes lassen sich die Holzarten in Verschiedene Gruppen einteilen. BOSSHARD (1974) unterteilt in:

  - helle Kernholzbildner (Kernholz unterscheidet sich vom Splintholz visuell nicht, z.B. Ta)
  - verzögerte Kernholzbildner (Kernholz ist meist hell, z.B. HBu)
  - obligatorische Kernholzbildner (neben dem Splintholz gibt es einen andersfarbigen Kern, Ei)
  - fakultative Kernholzbildner (wahlweise tritt eine Farbveränderung des Kernes auf, z.B. Bu)

Frühere Einteilung der Hölzer nach Verkernungstypen:

- obligatorische Kernhölzer, im höheren Alter in jedem Falle mit einem Farbkern, dessen Grenzen häufig den Jahrringen folgen außen liegt ein mehr oder weniger breiter Splint: 
            Kiefer, Lärche, Douglasie, Eiche, Eibe, Ulme, Robinie, Pappel, Weide

- Splinthölzer (ohne Farbkern) mit geringen und unsystematischen Feuchtigkeitsunterschieden zwischen Innen- und Außenholz:
            Hainbuche, Erle, Birke, Aspe

- Reifhölzer (ohne Farbkern) , mit starken Feuchtigkeitsunterschieden zwischen Innen- und Außenholz:
            Fichte, Tanne, Buche, Esche, Linde

- Hölzer mit fakultativer Kernausbildung als Falschkern, dessen Grenzen nicht dem Jahrringverlauf folgen. Die Verfärbung erfolgt nicht zwangsläufig, sondern nur gelegentlich:
            Buche, Esche, auch Ahorn und Birke

Diese Farbveränderungen werden hervorgerufen durch:

            - Einlagerungen
            - Oxydationen
            - Umwandlung von Stoffen Vorort

Die natürliche Dauerhaftigkeit des Holzes wird vom Anteil fungizider und insektizider Inhaltsstoffe geprägt, die insbesondere in den Kernhölzern vorherrschend sind. Es werden Kernstoffe in den Zellhohlräumen und Zellwänden eingelagert, z.B.: Harze, Gerbstoffe, Farbstoffe.
Splintholz ist weniger dauerhaft. Bei den Kernhölzern ist das dunklere dauerhafter als das helle.

Zu den sehr dauerhaften Hölzern gehören deshalb vorwiegend die dunklen Kernhölzer. Dazu gibt es DIN- und Europa-Normen, sie werden im Kapitel Holzschutz behandelt.
Einige Beispiele:

             sehr dauerhaft sind Robinie, Eibe (über 25 Jahre)
            wenig dauerhaft sind Pappel, Ahorn, Hainbuche, Buche, Erle, Birke, Linde (0 bis 5 Jahre)

Lassen Sie sich dabei nicht von der Härte des Holzes als möglichen Weiser für die Dauerhaftigkeit täuschen!
Die Eigenschaften von Kern- und Splintholz unterscheiden sich z.T. erheblich. Kernholz ist häufig schwerer, arbeitet weniger und ist widerstandsfähiger gegen  Insekten- und Pilzbefall.
Die natürliche Dauerhaftigkeit versteht sich ohne Behandlung mit Holzschutzmitteln und bei Erd- bzw. Wasserkontakt.

2.1.4.5. Besonderheiten der Zellbildung

2.1.4.5.1. Wundholz  

Wundholzzellen bilden sich dort, wo die geschlossene Kambiumschicht unterbrochen ist, z. B. 

           - durch abgestorbene und abgefallene Äste
           - äußere mechanisch verursachte Wunden
           - Witterungseinflüsse wie Frost und Blitz

Das Kambium bildet ein Kallusgewebe, welches die Wunde überwallt bis wieder ein geschlossener Kambiummantel entstanden ist.

In der Nähe der Wundstelle werden andere Holzzellen ausgebildet als im übrigen Holz, sie sind

         - nicht langgestreckt und englumiger
         - mehr Parenchymzellen kommen vor 
         - weniger Faserzellen sind vorhanden 
         - Harzgänge können auch vorkommen, wenn sie im übrigen Holz nicht zu finden sind

2.1.4.5.2. Reaktionsholz

Reaktionsholz ist eine Veränderung, die sich auf die Holzfasern bezieht. Die Ablagerung von Reaktionsholz erfolgt halbmondartig innerhalb der Jahrringverbreiterung und ist meist mit exzentrischem Wuchs verbunden. 

Diese Erscheinung wird
            bei Nadelholz als Druckholz (auch Rotholz oder Buchs)
            und bei Laubholz als Zugholz (auch Weißholz) bezeichnet.

Druckholz kommt an der Unterseite von Ästen und an einer der Beanspruchung ent- gegengesetzten Stammseite z.B. bei Schiefstellung oder bei Wind vor. Makroskopisch ist Druckholz an verbreiterten Jahrringen und an der rötlichen Farbe zu erkennen. Es dehnt sich in Faserrichtung aus und wirkt so wie ein Stützpfosten, der den Ast nach oben drückt. Chemisch ist Druckholz durch höheren Ligningehalt und geringeren Cellulosegehalt charakterisiert. Druckholztracheiden sind dickwandige Tracheiden, welche die Abgrenzung zwischen Früh- und Spätholz verwischen.

Zugholz liegt an der Oberseite geneigter Sproßachsen und sieht weiß glänzend aus. Es zeichnet sich durch einen geringeren Ligningehalt und durch einen höheren Cellulosegehalt aus. Es befindet sich an der dem Zug ausgesetzten Seite (Oberseite) schiefstehender oder einseitig belasteter Bäume. Zugholz verkürzt sich, bewirkt Zugspannungen und Verformungs- erscheinungen. Laubbäume bilden z.B. auf der Astoberseite Zugholz, welches sich in Faserrichtung verkürzt und so wie eine Seilwinde den Ast nach oben zieht.

2.1.4.5.3. Unterschiede bei Ast- und Wurzelholz

Wegen des hohen Druckholz- bzw. Zugholzanteiles ist die chemische Zusammensetzung des Astholzes anders als die des Stammholzes:
          - die Jahrringbreiten sind geringer
          - der Gehalt an Lignin, Polyosen und Harz ist bei Nadelholzästen höher
          - Form und Größe der Zellen des Astholzes unterscheiden sich 

Wurzelholz ist
          - generell leichter als Stammholz
          - das Mark fehlt 

Wurzelholz bei Nadelhölzern ist gekennzeichnet durch:

          - Tracheiden sind weiter und länger als beim Stammholz und mit vielen Tüpfeln versehen
          - die Jahrringe sind enger und zeichnen sich undeutlich ab
          - Harzgänge sind vorhanden (bei Kiefer verstärkt, siehe  Harzextraktion aus Wurzelholz)

 Wurzelholz bei Laubhölzern ist gekennzeichnet durch:
          - lockerer Holzaufbau
          - Verkernung fehlt
          - alle Wurzelhölzer sind zerstreutporig
          - mehr Parenchym, weniger Festigkeitsgewebe

2.1.5. Makroskopische Bestimmung forstlich bedeutender Holzarten Mitteleuropas

2.1.5.1. Holzanatomische Merkmale zur makroskopischen Holzartenbestimmung

Die Holzartenbestimmung findet in Übungen statt. Als Grundlagen für diese Übungen müssen bekannt sein: 

-  unterschiedliche Gefäße im Früh- und Spätholz mit verschiedenen Größen, Strukturen und Anordnungen
-  Harzkanal leer (schwarz), mit Schleifstaub gefüllt (weiß), ausgelaufen (groß und dunkel)
-  verschiedene Größen, Farben, Formen, Anordnungen und Häufigkeiten von Holzstrahlen
-  Ringporer und Zertreutporer
-  Nadelhölzer und Laubhölzer 
-  Splintholz und Kernholz (Splintholzanteile dabei beachten)

2.1.5.2. Hilfsmittel, Tabellen, Bestimmungsbücher und Computerprogramme

Als Hilfsmittel für die zur Vorlesung gehörenden Übungen kommen in Frage:

- Lupe 8 bis 10fach (keine Lesegläser oder minderwertige Lupen, da sie kein geebnetes Bild liefern)
- scharfes Messer oder Skalpell mit flachem Schliff, um einen ziehenden, sauberen Messerschnitt herstellen zu können
- Tabellen aus Bestimmungsbüchern z. B. SCHWANKL, SACHSSE
- Computerprogramm DELTA INTKEY (BHF Hamburg)
- Computerprogramm HORDAT (IHD Dresden)
- Kerblochkarten (veraltet, siehe Holzatlas SCHREIBER)

2.2 Chemischer Holzaufbau

2.2.1.    Elementarzusammensetzung des Holzes

Holz besteht überwiegend  aus organischen Verbindungen. Diese organischen Verbindungen sind zu

50 % aus Kohlenstoff
43 % aus Sauerstoff
6 % aus Wasserstoff
< 1 % aus Stickstoff

aufgebaut. Die Zusammensetzung schwankt baumartenweise und innerhalb eines Stammes geringfügig, wie am Beispiel auch zwischen Stamm und Zweigen zu sehen ist.
Nicht der Prozentsatz der chemischen Elemente, sondern die unterschiedliche chemische Bindung der genannten Elemente bewirkt die Unterschiede der Eigenschaften bei der Holzverwendung. Vom Stickstoffgehalt wird auf die Dauerhaftigkeit des Holzes geschlossen, da Stickstoff vorwiegend als Eiweiß gebunden wird und Eiweiß häufig die Ernährungsgrundlage für Holzzerstörer bildet. Der Kohlenstoffgehalt ist überall dort von Interesse, wo es um Verbrennung, Verkohlung und Vergasung des Holzes geht.

2.2.2.  Chemische Hauptgruppen  

Aus den genannten  Elementen sind auch die  drei Hauptbaustoffe des  Holzes zusammengesetzt:

Cellulose ca. 45 %
Holzpolyosen ca. 22 % (18-27%)
Lignin ca. 26 % (22-30%)

sowie aus Nebenbestandteilen, sogenannten akzessorischen Bestandteilen. Die Anteile der chemischen Hauptgruppen in Gewichtsprozenten unterscheiden sich bei den einheimischen Holzarten nur wenig. Jeweilige Höchstwerte sind bei Pappel (56,5%), Birke (27,1%) und Fichte (30,0%) zu erkennen. Der Anteil von Lignin ist bei Nadelhölzern etwas höher als bei den aufgeführten einheimischen Laubhölzern. Der Ligningehalt der Exoten liegt z. T. beträchtlich höher als bei einheimischen Holzarten.

2.2.2.1. Cellulose

Cellulose bildet die Gerüstsubstanz der unverholzten Zellwand. Sie besteht aus einem fadenförmigen Makromolekül, welche aus d-Glukose-Einheiten aufgebaut ist, wie eingangs erwähnt ca. 45%. Diese Glukose-Einheiten werden mit Hilfe der Energie des Sonnenlichtes, des Bodenwassers und des Kohlendioxyds der Luft gebildet. Die Cellulose besteht aus:

49 %  Sauerstoff
45 %  Kohlenstoff
 6 %  Wasserstoff

Das Makromolekül der Cellulose besteht aus dem Glukoserest (Kohlehydrat) C6 H10 O5                     mit drei Hydroxylgruppen. 
Ein hoher Polymerisationsgrad  (1000 bis 5500)  bewirkt die besondere Struktur der Cellulose und ist die Voraussetzung  für den Aufbau eines gerichteten, elastischen und zugfesten Zellwandgerüstes. Unter Polymerisationsgrad wird die durchschnittliche Anzahl der Anhydroglukose-Einheiten je Makromolekül verstanden, z. B.:

Birke                5500
Kiefer, Aspe     5000
Fichte, Buche   4000

Der Polymerisationsgrad sinkt durch die Einwirkung von Licht, Chemikalien und Fermenten. Liegt der Polymerisationsgrad unter 200, so hat die Cellulose keine Fasereigenschaften mehr.

2.2.2.2. Holzpolyosen

Die Zellmembranen enthalten außer Cellulose noch andere Kohlehydrate. Sie wurden früher unter dem Sammelbegriff Hemicellulosen zusammengefaßt, heute heißen sie Holzpolyosen, wie eingangs erwähnt sind es ca. 22%. Die Holzpolyosen unterscheiden sich von der Reincellulose dadurch, daß sie sich leichter hydrolysieren lassen und ihr Durchschnittspolymerisationsgrad nur bei 70 bis 150 liegt.

Holzpolyosen sind Polysaccharide, zu ihnen gehören unter anderen Pentosane, Hexosan, und amorphe Polyosen. (Pentosane = 5 Kohlenstoffatome; Hexosane = 6 Kohlenstoffatome)
Die Laubhölzer sind im wesentlichen aus Pentosanen aufgebaut, die Nadelhölzer aus Hexosanen mit Ausnahme von Lärchenholz. Die Aufgaben der Holzpolyosen in der Zellwand sind verschieden:

- stützende Stoffe im Zellwandgerüst
- Reservestoffe
- als Quellstoffe steuern sie  die Durchlässigkeit der Membran
- als Klebstoff sorgen sie für die Verkittung der Zellmembran

Die Holzpolyosen haben unterschiedliche Bedeutung bei der Holzverwendung im Bereich der Platten- und Zellstoffproduktion. Beim Dämpfen oder Kochen des Holzes als Vorbehandlung zur Herstellung von Faserplatten, Braunschliff und zur Furnierherstellung werden die Holzpolyosen mit den Kondensaten und Abwässern der stofflichen Nutzung entzogen. Bei Papierzellstoffen ist aber ein hoher Anteil an Holzpolyosen erwünscht wegen

- höherer Ausbeute

Bei der Herstellung von Textilzellstoff sind Holzpolyosen nicht wegen des erhöhten Chemikalienverbrauch nicht erwünscht.

2.2.2.3. Lignin

Lignin tritt nicht als selbständiger Baustein auf, sondern als Begleiter von Cellulose. Lignin (wie eingangs erwähnt, mit Anteilen von ca. 26% des Holzes) besteht aus

60 % Kohlenstoff
34 % Sauerstoff
  6 % Wasserstoff

Ligninreiche Hölzer sind demzufolge kohlenstoffreicher als ligninarme. Lignin ist ein bräunlich-weißer, krümeliger, aromatischer, völlig  amorpher Stoff. Lignin läßt sich durch Säuren nicht hydolysieren und hat einen geringen Polymerisierungsgrad. Seine Bausteine sind nicht wie bei der Cellulose zu langen Ketten aneinandergereiht, sondern zu einem dreidimensionalen Molekül vernetzt. Die Isolierung des Lignins aus der Zellwand ist nicht möglich, ohne daß das Lignin angegriffen und in seiner ursprünglichen Beschaffenheit zerstört wird. Lignin füllt die Zwischenräume in den Fibrillen und zwischen ihnen quasi als  Imprägnierungsmittel. Die einzelnen Ligninarten weisen wesentliche Unterschiede auf, je nachdem, ob es sich um Laubholz oder Nadelholz handelt.

Für Lignin des Fichtenholzes gilt z. B. die chemische Formel  C9 H8,1 O 2,4 ( OCH3 )0,9

Lignin ist ein wenig strukturierter Füllstoff, der das pflanzliche Gewebe erst zum Holz macht, ähnlich dem Beton im Stahlbeton. 
Der Lignin- bzw. Cellulosegehalt hängt von den Wuchsgebieten ab. So wird die Ligninbildung z.B. durch Wärme gefördert, siehe Tropenhölzer. Die Druckfestigkeit steigt mit dem Ligningehalt.

2.2.3.   Weitere Bestandteile des Holzes

Diese werden auch akzessorische Bestandteile genannt. Diese Stoffe sind für verschiedene Baumarten charakteristisch bzw. werden wirtschaftlich genutzt. Es betrifft insbesondere die Speicherstoffe.

2.2.3.1. Ätherische Öle und Harze

Sie kommen vor allem in Koniferen vor und befinden sich dort in interzellulären Hohlräumen.
Sie sind ökonomisch von Bedeutung als

- Lösungsmittel
- Geruchstoffe
- Harz für Kolophonium und Terpentinöl (besonders bei Kiefern und deren Stockholz) weniger bei Lärche, Fichte und Douglasie

2.2.3.2. Stärke und Fette

Sie sind wichtige Speicherstoffe des Holzes. Sie werden in den Parenchymzellen des Holzes  eingelagert und ermöglichen bei Laubhölzern z. B. schon vor dem Laubausbruch die Holzbildung.
Der Gesamtanteil am Volumen beträgt nur etwa 2 %. Ein besonders hoher Stärkegehalt ist bei Bergahorn und Ulme zu verzeichnen.

2.2.3.3. Gerbstoffe

Gerbstoffe verwandeln tierische Haut in Leder. Sie kommen in den Parenchymzellen der Markstrahlen vor und sind besonders bei Kastanie und Eiche zu finden. Bei Edelkastanie kommen sie im Splint- und im Kernholz vor. Bei Fichte sind die Gerbstoffe fast nur in der Rinde (Lohrinde) zu finden. 
Durch ihre Oxydationsprodukte wird die Farbe vieler Kernhölzer bestimmt.

2.2.3.4. Übrige Bestandteile

- Phenolische Substanzen:

Diese Stoffe sind nur in geringen Mengen vertreten und haben als Kerninhaltsstoffe eine praktische Bedeutung, z. B. im Kernholz der Kiefer als Pinosylvin, welches stark toxisch gegen Bakterien, Pilze und Insekten wirkt (außer bei Ki-Baumschwamm). Außerdem ist dieser Stoff dafür verantwortlich, daß sich Kiefernholz nicht in saurer Sulfitkochung zu Zellstoff aufschließen läßt. Zu dieser Gruppe zählen auch verschiedene Farbstoffe tropischer Baumarten, z.B. das Hämatoxylin im Blauholz.

- Tropolone kommen in Cypressengewächsen  z. B. als

Thujaplicin bei Thuja plicata
Nootkatin bei Chamaecyparys nootkatensis (nach einem Indianerstamm benannt, Holz ist leicht, dauerhaft, widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten gut zu bearbeiten
Taxin bei Taxus baccata

-  Mineralstoffe und Aschegehalt:

Die anorganischen Verbindungen können nach einer Verbrennung des Holzes in seiner Asche nachgewiesen werden.
Der Aschegehalt beträgt 0,3 bis  1 % der Holztrockensubstanz. Dabei ist der Aschegehalt der Laubhölzer höher als jener der Nadelhölzer.
Junges Holz und Rinde haben einen höheren Aschegehalt. Vor der Zeit des Kalibergbaues wurden Kalisalze auf dem Wege des Pottaschebrennens gewonnen. Kalisalze waren nötig für die Glasherstellung.

2.2.4.  Chemische Zusammensetzung von Normalholz und Richtgewebe 

Die Angaben zeigen, daß sich im Druckholz der Koniferen wesentlich weniger Cellulose  befindet als im Normalholz, dafür aber wesentlich mehr Lignin nachgewiesen werden kann. Im Zugholz der Laubhölzer sind die Verhältnisse genau umgekehrt. Hier befindet sich wesentlich mehr Cellulose, dafür etwas weniger Lignin im Zugholz. Vergleicht man Normalholz von Fichte und Kiefer, so stellt man fest, daß der Cellulosegehalt praktisch gleich hoch ist. Große Unterschiede gibt es hingegen bei den Holzpolyosen:

Fichte 24,3 %
Buche 32,5 %

Holz im lebenden Stamm ist schwach sauer bei pH-Werten von 4,1 bis 6,2.  

2.3. Physikalische Eigenschaften des Holzes

2.3.1.   Dichte und Gewicht des Holzes

Die Bedeutung der Dichte ist groß, da auch Korrelationen zu anderen physikalischen Parametern bestehen.
Die Dichte ist ein Weiser für:

- Festigkeitseigenschaften des Holzes 
- Härte
- Abnutzungswiderstand
- Heizwert des Holzes
- Ausbeute bei der Industrieholzverwertung (atro)
- Holzernte und Transportkosten

Die Dichte eines Stoffes ist der Quotient aus Masse und Volumen, angegeben in g/cm³ bzw. in kg/m³. Es gibt verschiedene Dichtebegriffe für Holz, demonstriert am Beispiel Kiefer:

Reindichte
(Durchschnitt 1,53 g/cm3 für alle Hölzer, für Cellulose 1,6 für Lignin 1,4)

1,53

Rohdichte

0,52

Darrdichte

0,49

Raumdichte

0,43

Die Reindichte bezieht sich auf das Volumen der Festsubstanz ohne Poren (eine sehr theoretische Angelegenheit), bei u = 0 %, gleiches gilt für die Ermittlung der Masse.
Die Rohdichte bezieht sich auf das Volumen der Festsubstanz mit Poren, aber bei einem bestimmten Feuchtigkeitsgehalt. (z.B. u = 12 % - 15 %), die Masse des Holzes wird im gleichen Zustand ermittelt. Rohdichtewerte sind von größerem praktischen Bezug, da sie sich auf Gleichgewichtsfeuchte von 12% in temperierten und 15% in tropischen Regionen und auf Gebrauchsfeuchten für bestimmte Verwendungen, z.B. Holzfußböden in Innenräumen von 8% beziehen.
Die Darrdichte geht ebenfalls vom Volumen der Festsubstanz mit Poren aus, bezieht sich aber auf Masse und Volumen des absolut trockenen Holzes, also u = 0 %. 
Die Raumdichte bezieht sich auf das Frischvolumen, also Volumen in wassergesättigtem, gequollenem Zustand des Holzes, während die Masse des Holzes im absolut trockenem Zustand, also ohne Wasser, für u = 0 %, ermittelt wird. Hier ergibt sich rechnerisch ein kleinerer Wert gegenüber Rohdichte und Darrdichte, da im Nenner immer ein höherer Wert steht, als bei den anderen beiden Dichtebegriffen. Zur besseren Unterscheidung wird die Raumdichte in kg/m3 angegeben.

Bestimmung der Dichte:

  - Massenermittlung durch Wägung
  - Volumenermittlung:

stereometrisch (Messung der Kantenlängen)
xylometrisch  (Messung der Wasserverdrängung)
hydrostatisch (Messung der Kraft des Auftriebes in Flüssigkeiten bekannter Dichte) Fehlerquellen:

- Rauhigkeit der Holzkörper
- parallelogrammartige Hirnflächen 
- Luftblasenbildung beim Eintauchen
- nicht zurückfließende Wassertropfen an der Gefäßwand
- Holz nimmt beim Eintauchen Flüssigkeit auf und verändert Gewicht und Volumen

Ausgewählte Darrdichten in g/cm³:

Baumart

Dichte in g/cm3

Balsa

0,13

Schw. Pappel

0,41

Weißtanne

0,41

Fichte 

0,43

Douglasie

0,47

Kiefer 

0,49

Lärche

0,55

Eiche 

0,65

Buche

0,68

H-Buche

0,79

Bongossi

1,04

Pockholz

1,23

Rohdichteveränderungen im Stamm:

- am Querschnitt:
beim Nadelholz: Zunahme der Dichte von der Rinde zum Mark nur im unteren Stammbereich bei Ki
beim Laubholz: häufig Abnahme der Dichte vom Mark zur Rinde (abnehmende Jahrringbreite bedeutet mildes Holz)

- am Längsschnitt
beim Nadelholz häufig: Abnahme der Dichte nach oben
beim Laubholz gibt es keine eindeutigen Aussagen

Die Rohdichteunterschiede zwischen verschiedenen Stämmen und Beständen sind sehr groß. Wegen der hohen Variabilität innerhalb einzelner Stämme ist eine statistische Sicherheit für bestimmte Gruppen schwer zu erbringen.
Es gibt Untersuchungen an einer Vielzahl von Bohrspänen, um z.B. Mittelwerte für verschiedene Kiefernarten und für verschiedene Wuchsgebiete zu berechnen. Solche Stratifizierungen sind wichtig für die sogenannte Gewichtsvermessung von Industrieholz. Die Streuung der Rohdichte beträgt etwa 30 % um den Mittelwert. Unterschiede bestehen auch zwischen Ast-, Stamm- und Wurzelholz.

Das Gewicht (besser: die Masse) des Holzes hat z.B. Bedeutung beim Transport und beim Verkauf nach Gewicht. 

Beispiele des Holzgewichtes von Sägeblöcken in kg/m3:

 

frisch

lutro

atro

waldfrisch

Lärche

900

590

550

 

Buche

1070

 

 

 

Hainbuche

 

830

730

 

Kiefer IS
pro rm

 

 

290 bis 320 kg

500 kg

2.3.2. Holzfeuchtigkeit

Der Wassergehalt des Holzes hat Einfluß auf

- Holzdichte  (wegen Quellen und Schwinden, Rohdichte deshalb u = 12 %)
- Holzgewicht (wegen Transportkosten, Gewichtsverkauf atro und lutro)
- Heizwert
- Festigkeitseigenschaften (1 % Wasseraufnahme =3 bis 5 % Festigkeitseinbuße)
- elektrische Eigenschaften
- Dauerhaftigkeit

2.3.2.1. Feuchtigkeitsgehalte des Holzes

Der Feuchtigkeitsgehalt (Wassergehalt) des Holzes ist stark wechselnd, denn er ist

- holzartenspezifisch
- unterschiedlich von Baum zu Baum
- und ändert sich nach der Fällung und Aufbereitung

Die Holzfeuchte wird mit folgenden Formeln über drei Begriffe in der Literatur angeboten:

- Feuchtigkeitsgehalt = Gewichtsunterschiede zwischen feuchter und trockener Holzprobe bezogen auf das Gewicht der trockenen Holzprobe nach 

                                                             F0 = mu-m0 * 100
                                                                       m0    

- Wassergehalt = Gewichtsunterschiede zwischen feuchter und trockener Holzprobe bezogen auf  das Gewicht der feuchten Holzprobe nach 

                                                              Fu = mu-m0 * 100 
                                                                        mu   

- Trockengehalt = Quotient aus dem Gewicht der Trockensubstanz und Gesamtgewicht (incl. Wasser) in Prozent, also wird auch hier vor dem Trocknen und nach dem Trocknen gewogen und die Ergebnisse dividiert.

                                                                T = m
                                                                      mu  

Arten der Wasserbindung im Holz:

über 30 %

als freies Wasser in den Kapillaren des Holzes (in Poren und Hohlräumen des Holzes)

bis 30 %

als gebundenes Wasser in den Zellwänden
(über 30 % keine Volumenveränderung nur Gewichtsveränderung)

6-15%

durch Adsorption an der Oberfläche interfibrillärer und intercellulärer Räume

0- 6%

durch Chemo-Sorption als chemische Bindung an freien Hydroxylgruppen von Cellulose und Polyosemolekülen

Darrtrockenes Holz nimmt bis zur Fasersättigung begierig Wasser auf als gebundenes Wasser in den Zellwänden der Micelle und Fibrillen. Oberhalb der Fasersättigung verändert sich die Zellwand nicht mehr. Dieser Wert liegt zwischen 20 und 40 % (durchschnittlich 30%) Feuchtigkeitsgehalt. Nur bis zu diesem Wert finden demzufolge Volumenveränderungen statt. Wasseranteile darüber hinaus werden in Kapillaren eingelagert und führen zu keiner weiteren Volumenveränderung mehr, lediglich das Gewicht des Holzes verändert sich weiterhin.
Der Fasersättigungspunkt  hängt vom hygroskopischen Verhalten der Zellwand ab, also von Lignin, Cellulose und Holzpolyosen.

Außerdem gibt es folgende Begriffe zum Thema Wasser im Holz:

lutro =  lufttrocken, 12 % bis 15 % Holzfeuchte, Wert ändert sich je nach Luftfeuchtigkeit
atro
  =  absolut trocken (theoretisch nicht exakt, da sich ohne Zerstörung nicht sämtliches Wasser aus dem Holz eliminieren läßt) Zustand, der durch technische Trocknung erreicht wird, die solange dauert, bis sich die Masse der Prüfkörper nicht mehr verändert, in der Regel 12 Stunden bei 103 °C +/- 2 °C, für wissenschaftliche Untersuchungen 24 Stunden

2.3.2.2. Möglichkeiten der Holzfeuchtemessung

Die Holzfeuchtemessung erfolgt generell im Stichprobeverfahren.

Darrmethode
- Ermittlung des Frischgewichtes mu
- Ermittlung des Trockengewichtes nach dem Trocknen bis zur Gewichtskonstanz, in der Regel nach ca. 12 Stunden bei 103 °C, m0

elektrische Widerstandsmessung
- vom atro-Zustand bis zum Fasersättigungszustand nimmt der elektrische Widerstand stark ab

Holzhygrometer im Bohrloch
- Fühler wird in das Bohrloch eingebracht

Indikatorpapier
- Papier färbt sich je nach Feuchtigkeit unterschiedlich

Messung der Dielektrizitätskonstante
- über die unterschiedliche Ausbreitung des elektrischen Magnetfeldes, besonders bei Hackschnitzelschüttungen

Mechanische Trennung des freien Wassers
- durch Zentrifugieren

über radioaktive Strahlen
- bei Hackschnitzel-
schüttungen

indirekte Feuchtigkeitsmessungen über die Rohdichte
- bei gleichmäßiger Darrdichte

Die Genauigkeit der Ermittlungen ist unterschiedlich, den kleinsten Fehlerrahmen hat die Darrmethode.

Eine Veränderung der Holzfeuchtigkeit findet während der Lagerung in 3 Phasen statt:

- waldfrisch   :  Holz nach dem Einschlag
- waldtrocken:  unbestimmter Zustand zwischen waldfrisch und lufttrocken
- lufttrocken   :  nach mehrjähriger Trocknung wird ein Zustand des hygroskopischen Gleichgewichtes mit der Luft erreicht

2.3.2.3.  Quellen und Schwinden des Holzes

Quellung: Einlagerung von Wasser in die Zellwandsubstanz ( Micelle und Fibrillen rücken auseinander)
Schwindung: Entweichen dieses dort eingelagerten Wassers

Schwindmaße sind je nach Schnittrichtung unterschiedlich im Verhältnis  

Längsschwindmaß :

Radialschwindmaß :

Tangentialschwindmaß

1 :

10 :

20 

Quellen und Schwinden bedeutet nicht nur eine Vergrößerung oder Verkleinerung des Holzkörpers an sich, sondern auch eine Veränderung der Form aufgrund unterschiedlicher Schwindmaße.
Die Ursache der unterschiedlichen Schwindmaße ist in der unterschiedlichen Anzahl der Zellwände pro Längeneinheit in verschiedenen Richtungen und in der Anordnung der Markstrahlen zu sehen.  Die Aufnahme oder Abgabe von Feuchtigkeit aus der Luft beim  Quellen und Schwinden sind nicht schlechthin gleiche Vorgänge in umgekehrter Richtung, sondern auch mit anderen Werten verbunden.  Dieser Umstand wird als hygroskopische Hysterese bezeichnet.
Die Vorgänge beim Einstellen der Feuchtegleichgewichte im Holz mit der umgebenden Luft bewirken bei Erreichen des Wertes von darunterliegenden Ausgangsfeuchten eine niedrigere Sorptionsmasse als bei darüberliegenden. 
Anisotropie ist die Verschiedenartigkeit der Holzeigenschaften in den unterschiedlichen Schnittrichtungen.  Isotrop ist ein gleichförmiger und homogener Rohstoff. Bei Holz wird mitunter auch von Orthotropie als eingeschränkte Anisotropie gesprochen, da sich die Unterschiede des Holzes nur in den 3 verschiedenen Schnittrichtungen zeigen. Orthotropie hat Bedeutung z.B. bei Verwerfung, Rißbildung, Quellung, Schwindung, bei Übermaß-berechnungen von Frischholzzuschnitten (Rohfriesenherstellung).

2.3.3.    Mechanische Eigenschaften

2.3.3.1. Elastizität

Elastizität ist die Fähigkeit eines Körpers, eine durch Belastung hervorgerufene Verformung nach Wegfall der Belastung wieder rückgängig zu machen. Der Elastizitätsmodul gibt an, welche Spannung nötig ist, um einen Prüfkörper in seiner Länge zu verdoppeln. Es gibt Biege-, Druck- und Zug-E-Modul. Am häufigsten wird der Biege-E-Modul berechnet, dessen Werte für einheimische Hölzer zwischen 7000 und 16000 N/mm2 liegen.   (Stahl 200000; Kautschuk 1)

2.3.3.2. Festigkeit

Festigkeit wird durch die mechanische Beanspruchung des Holzes gekennzeichnet, die eine Spannung hervorruft, welche die Zerstörung des Holzes zu Folge hat. Die Festigkeit hängt von der Dauer der Belastung, von der Richtung zum Holzschnitt, von der Temperatur, von der Holzfeuchte und von der Rohdichte ab.

Zugfestigkeit

längs, Kraft parallel zur Faserrichtung Größenordnung von 100 N/mm2
auch Querzugfestigkeit

Reißlänge

gedachte Länge eines Materialstranges einheitlichen Querschnittes, der durch sein Eigengewicht abreißt;

Spaltfestigkeit

von Bedeutung zur Zeit der Schindelherstellung
sehr leicht spaltbar:      Fichte, Tanne
eicht spaltbar:              Buche, Kiefer
schwer spaltbar:          Eiche, Esche
sehr schwer spaltb:      Ulme, H.-Buche

Druckfestigkeit

Widerstand des Holzes gegen Zerstörung des Holzes durch Druck quer bzw. parallel zur Faserrichtung

Knickfestigkeit

bei Hölzern, die mehr als  5,5mal länger als breit sind, auch als Längsdruckfestigkeit bezeichnet, von Bedeutung bei Grubenholz (Warnfähigkeit = Knistern des Holzes bei Erreichen von 70 % der Bruchgrenze) Fi, Lä, Ki, Ro, Ei, nicht Strobe

Biegefestigkeit

bei einheimischen Hölzern 60 bis 130 N/mm2

Scherfestigkeit

 

Torsionsfestigkeit

 

Dehnungsmessung mit Dehnungsstreifen und Widerstandsmessung

 

2.3.3.3. Härte und Abnutzungswiderstand

Härte nach BRINELL oder JANKA durch Eindrücken einer Stahlkugel bestimmten Durchmessers. Es wird entweder die Tiefe (bei BRINELL) des Kugelabdruckes (der sogenannten Kalotte) oder der entgegengebrachte Widerstand (bei JANKA) gemessen. Außerdem gibt es für Holz noch die Härte nach KRIPPEL, wie wird wie oben, aber mit einer größeren Stahlkugel und anschließender Umrechnung auf BRINELL-Härte, bestimmt. Auch eine Härte-Bestimmung nach MEYER-WEGELIN mit Stahlnadel als Härtetaster ist möglich.

Beispiele für weiche und harte Holzarten in Mpa:    

unter 40

Bi, Pa, Li, Wei, Erl

40-55

Nußbaum

55-70

Ahorn, Eiche, Esche, Rüster

70-90

Hainbuche, Robinie

Abnutzungswiderstand = Beanspruchung des Holzes durch Begehen, Befahren oder Schleifen (Scherfestigkeit)

2.3.4.   Thermische Eigenschaften des Holzes

- Wärmeleitfähigkeit wird ausgedrückt durch die Wärmemenge, die durch einen Würfel mit 1m   Kantenlänge also einem Volumen von 1 m³ in 1 Stunde bei einem  Temperaturunterschied von 1 Grad hindurchgeht.
Die Wärmeleitfähigkeit ist von Rohdichte, bedingt durch mehr oder weniger porigen Aufbau des Holzes, sowie Feuchte, Temperatur und Richtung des Wärmestromes abhängig.

Holz    0,42 kJ
Wasser   17 kJ
Eisen  1400 kJ

- Spezifische Wärme ist diejenige Wärmemenge, die nötig ist um 1 kg um 1 Grad zu erwärmen

Holz 1670 kJ/kg
Eisen  420 kJ/kg

- Die Wärmeausdehnung von Holz ist gering. Sie ist nur wichtig bei Temperaturen unter 0 °C, da sie sonst von der Quellung überlagert wird.

- Feuerwiderstand ist wichtig für Feuerwiderstandsklassen und bei der Plattenherstellung.

F 30         feuerhemmend
F 60/90    feuerbeständig

Es wird der Feuerwiderstand von Bauteilen gegenüber Feuer und Wärme in Minuten in 5 Feuerwiderstandsklassen angegeben. Je nach Funktion und Querschnitt der Bauteile kommen unterschiedliche Werte zustande. Generell positiv zu bewerten ist die geringe thermische Längenausdehnung des Holzes, dadurch werden im Brandfall Zwangskräfte auf benachbarte Bauteile vermieden (siehe Informationsdienst Holz, „Wohngesundheit im Holzbau“ 3/98, S. 22).

- Entflammbarkeit sagt aus, bei welcher Umgebungstemperatur Holz sich ohne offene Flamme   entzündet oder wieweit Holz erhitzt werden kann bis eine offene Flamme entsteht. Eine offene Flamme entsteht bei ca. 250 °C. 

- Heizwert von Holz  beträgt 13000 bis 19000 kJ/kg (Briketts 20000; Heizöl 42000)
Der Heizwert von Holz ist von seinem Wassergehalt abhängig, z.B. beträgt er für Fichte bei 15 % Feuchtigkeit 4,3 kWh/kg

2.3.5. Elektrische, magnetische und akustische Eigenschaften

Darrtrocken ist Holz ein ausgezeichneter Isolator. Die Dielektrizitätskonstante als Maß für die elektrische Flußdichte und für die elektrische Feldstärke beträgt für

Luft         1
Holz        3
Wasser   81

Die besten Isolatoren haben die kleinsten Werte.

Holz ist ein diamagnetischer Körper, also von unbedeutender Magnetisierbarkeit.

Schallgeschwindigkeit für   Holz         1000 bis 5000  m/s
                                       Luft                           330 m/s

sie ist unterschiedlich je nach Bau und Feuchte des Holzes

Schallwiderstand, Widerstand gegen Schallausbreitung Bedeutung bei Resonanzböden für Musikinstrumente

Vergleich von einzelnen Parametern für Fichte und Kiefer 
Beispiele für ausgewählte holzphysikalische Parameter 

Nr.

Begriff

Definition

Werte

Dimension

1

Reindichte

Masse pro Festsubstanz ohne Poren u=0%

1,5 

g/cm3

2

Rohdichte

Masse pro Volumen u=15%

0,52

g/cm3 Ki

3

Darrdichte

Masse pro Volumen u=0%

0,49

g/cm3 Ki

4

Raumdichte

Masse ohne Wasser pro Volumen mit Wasser

430

kg/m3 Ki

5

Feuchtigkeitsgehalt

Gewichtsdifferenz bezogen auf trockene Holzprobe (auch Holzfeuchtigkeit)

12 - 40

%

6

Wassergehalt

bezogen auf feuchte Holzprobe

 

 

7

Trockengehalt

Quotient aus Masse der Trockensubstanz und Gesamtgewicht

 

 

8

E-Modul

Spannung, um einen Prüfkörper in  Länge zu verdoppeln

7000 - 16000

N/mm2

9

Reißlänge

gedachte Länge eines Materialstranges

15 - 30

km

10

Zugfestigkeit

Kraft parallel zur Faserrichtung (längs)

104

N/mm2

11

Spaltfestigkeit

tangential oder radial

0,4

N/mm2

12

Druckfestigkeit

quer
längs

8
50

N/mm2

13

Knickfestigkeit

längs

55

N/mm2

14

Biegefestigkeit

Durchbiegung

87

N/mm2

15

Scherfestigkeit

auf der Oberfläche

10

N/mm2

16

Torsionsfestigkeit

Verdrehung

16

N/mm2

17

Härte

Kugeldruck, Kalotte

30

Mpa=N/mm2

18

Wärmeleitfähigkeit

Wärmemenge, die durch einen Würfel  von 1 m3 bei einem Temperaturunterschied von 1 ° in 1 Stunde hindurchgeht

0,42

kJ = 0,14 kcal/mh°

19

Feuerwiderstandskl.

F 30, F 60, F90

30; 60; oder 90

min

20

Heizwert

 

15000

kJ/kg=5000kcal/kg

21

Spezifische Wärme

Wärmemenge, um 1 kg um 1° zu erwärmen

1670

kJ/kg

22

Dielektrizitätskonst.

Maß für elektrische Flußdichte

3

 

23

Schallgeschwindigk.

Ausbreitung des Schalls im Holz

1000

m/s

24

Schwindmaße  Ki 

längs
radial
tangential

0,4
4,0
7,7

%

25

Entflammbarkeit

Erhitzen bis offene Flamme ausbricht 

ca. 250

°C

26

Holzgewichte

1 rm IS Nadel   frisch
1 rm IS Nadel   atro
1 m3 Sägeholz Buche frisch

ca.  600
ca.  300
ca.1070

kg

 

2.4. Holzfehler, ihre Ursache, Diagnose und Wirkung

Was ist ein Holzfehler, was ist fehlerfrei, was ist fehlerhaft? Die Beantwortung dieser Frage ist problematisch, weil gewisse negative Veränderungen der  Holzeigenschaften auch häufig nur bestimmte Verwendungen beeinflussen. Es steht auch die Frage, was ist normal und was anormal? Gesunde Äste z. B. gehören zum Baum und sind normal. In diesen Fällen spricht man heute von Wuchsmerkmalen. Sie beeinträchtigen trotzdem die  spätere Verwendung und werden bei bestimmter Größe und Anzahl als Fehler angesehen. Aus diesem Grunde unterscheidet ERTELD in technische  Eigenschaften des Holzes wie Krümmung, Abholzigkeit, Querschnittsausbildung, Astigkeit, Drehwuchs und in Fehler des Holzes wie Jahrringaufbau,  Fehlverkernung, Farbfehler, biotisches Schädigungen.  Eine andere Einteilung der Fehler erfolgt nach Wuchsfehlern, Klimaschädigungen, technische Schädigungen und Schäden durch Organismen.

Im folgenden werden Holzfehler eingeteilt nach Fehlern

-         in der Stammform 
-         in der Beschaffenheit des Holzes 
-         durch Beschädigungen und Erkrankungen (z.B. Insekten, Pflanzen und Witterung)

2.4.1.   Fehler in der Stammform

2.4.1.1.  Krummschäftigkeit 

(85) Krümmung ist die Abweichung der Stammachse von der Geraden. Bezüglich der Geradschaftigkeit bzw. Krümmung gibt es die Begriffe zweischnürig, einschnürig und unschnürig. Der Grad der Krümmung könnte am stehenden Stamm gemessen werden, indem der Abstand eines Senklotes zum inneren Krümmungsbogen gemessen wird. Daher kommen auch die drei genannten Begriffe.

Zweischnürig ist ein Stamm, wenn er gerade ist bzw. sich seine Mantelfläche nahezu parallel zur Stammachse befindet.
(86) Einschnürig ist ein Stamm, wenn sich eine oder mehrere Krümmungen nur in einer Ebene befinden. Die Homogenität der Krümmung ist für die Einschnürigkeit kein Entscheidungskriterium.
Unschnürig ist ein Stammstück dann, wenn Krümmungen in mindestens zwei Ebenen vorhanden sind. Dabei ist zu beachten, daß es zumutbar ist, ein Langholzstück in Teilstücke von 4 m zu zerlegen und die Beurteilung der Unschnürigkeit auf eben diese Länge von 4 m begrenzt werden muß. Nach einer Strecke von 4 m kann also eine weitere einschnürige Krümmung in einer anderen Ebene beginnen, ohne daß der ganze Stamm als unschnürig gilt. 


Abb 1.

Die Krümmung wird bestimmt, indem man die Pfeilhöhe über einer Sehne von 1 m mißt. Die Pfeilhöhe ist der maximale Abstand zwischen dem Stamm und der Sehne, welche die Krümmung schneidet. Die zulässige Krümmung wird in Zentimeter pro laufenden Meter angegeben. Sie sollte aus mehreren Gründen auch auf dieser Längeneinheit gemessen werden, nicht wie auf Seite 26 der HKS demonstriert, auf der gesamten Krümmungslänge.

In der ENV wird ausgesagt, dass die Krümmung ermittelt wird, indem die Pfeilhöhe über der gesamten Krümmung gemessen wird und durch die Länge der Krümmungsstrecke geteilt wird. Dieses Vorgehen führt bei unterschiedlich langen Streckenabschnitten trotz gleicher Krümmungsradien zu unterschiedlichen Pfeilhöhen pro laufenden Meter, weil mathematisch am Kreisbogen nicht die Gleichung: Krümmung [cm/lfm] gleich Pfeilhöhe [cm] durch Streckenabschnitt der Krümmungslänge [m] gilt. Statt dessen gilt näherungsweise für große Krümmungsradien (über 8 m), für Krümmungsstrecken bis 4 m und für homogene Krümmungen die Beziehung:

                                   P1        

Deshalb und aus folgenden Gründen sollte die Pfeilhöhe über einer Sehne von 1 m Länge gemessen werden. Erstens ist es höchst unpraktisch, im Wald auf Bezugsstrecken von 2 m, 3 m oder 4 m die Pfeilhöhe zu messen, weil dafür eine entsprechende Meßlatte fehlt oder mit Schnur bzw. Meßband Zweimannarbeit erforderlich ist und sich dabei Meßfehler ergeben können. Zweitens ist eine Rückrechnung der Pfeilhöhe (P) von einer längeren Bezugsstrecke (S) auf die wahre Pfeilhöhe eines laufenden Meters (P1) nicht über die einfache Division durch die Bezugsstrecke (S) möglich (Abb.1), sondern nach der o.g. näherungsweisen Gleichung als Krümmung am Kreisbogen zu vollziehen. Drittens sind Krümmungen am Stamm in der Regel inhomogen, so dass bei langen Bezugsstrecken nur ein Mittelwert errechnet wird. Grundsatz bei der Messung und Bewertung von Holzfehlern ist es aber, den Fehler an der für den Bearbeiter ungünstigsten Stelle zu messen bzw. zu bewerten. Als maximal meßbare Krümmungslänge kommt nur eine Länge bis zu 4 m in Frage, weil dem Sägewerker zuzumuten ist, an dieser Stelle den Stamm in Blöcke zu teilen und somit die negative Wirkung der Krümmung zu vermindern.
Zweifellos ist aber z.B. eine einmalige kurze Krümmung von 4 cm auf 1 lfdm für den Sägewerker weniger hinderlich, als eine Krümmung von 4 cm, die sich auf jedem Meter der 4 lfm kontinuierlich fortsetzt, denn in diesem Fall läuft das Sägeholzstück am Zopfende 16 cm aus der Mitte und damit aus dem Gatter. Aus diesem Grunde sind Krümmungen gleicher Größe auf langen Strecken ungünstiger zu bewerten als auf kurzen Strecken. Die nachteilige Auswirkung der Krümmung beim Einschneiden hängt neben der Länge auch vom Durchmesser des jeweiligen Stammstückes ab. Je schwächer das Stück ist, um so ungünstiger wirkt sich die Krümmung auf die Einschnittquote aus. In der HKS ist dieser Umstand nur bei Kiefer in der Güteklasse B extra zahlenmäßig berücksichtigt.
Bei der Messung der Krümmung sind Wurzelanläufe nicht einzubeziehen. Es ist üblich, in solchen Fällen mit der Messung 1 m oberhalb des Fällschnittes zu beginnen.
Eine besondere Form der Krümmung ist der Knick = kurze scharfe Krümmung = plötzliche Richtungsänderung des Längenwachstums des Baumes, verursacht durch biotische oder technische Schädigungen, wie z. B. Posthornwuchs bei Kiefer durch den 
Kiefernknospentriebwickler oder durch Windbruch. Dabei wird ein Seitentrieb nach einiger Zeit zum Wipfeltrieb, auch als Bajonettwuchs bezeichnet. Kurze scharfe Krümmungen sind bei Stammholz nicht erlaubt.

(87) Wegen einer kurzen starken Krümmung sollte ein Stammholzstück nicht gänzlich in die nächst niedrigere Güteklasse eingestuft werden. Statt dessen wird empfohlen, das entsprechende Längenmaß der Krümmung herauszurechnen und demzufolge nicht in Rechnung zu stellen. Unter kurz sind dabei Krümmungen zu verstehen, die sich auf einer Strecke bis zu einem Meter ausdehnen. Vorausgesetzt wird dabei, daß sich vor und hinter der kurzen starken Krümmung jeweils ein mindestens 3 m langes Stammstück befindet. Als stark sind Krümmungen dann zu bezeichnen, wenn sie die zugelassenen Pfeilhöhen der Güteklasse B überschreiten.

Eine ansonsten zugelassene Krümmung sollte am Zopfende eines Langholzes auf einer Länge bis zu 3 m als sogenannter „Lämmerschwanz“ nicht vorhanden sein, weil der Sägewerker hier keine Variationsmöglichkeiten für seinen Sägeblock hat.

Durch nennenswerte Unschnürigkeit wird Stammholz nicht mehr sägefähig. Auch einschnürige Krümmungen bestimmter Beträge schließen bei Stammholz definierte Güteklassen aus und führen dazu, dass dieses Holz nicht mehr sägefähig ist. Aus diesem Grunde wurde folgendes festgelegt:
(88) Noch sägefähig ist ein einschnüriges Stammstück dann, wenn das Hauptprodukt beim Sägen nicht aus der Bearbeitungsmaschine herausläuft, d.h. die Pfeilhöhe (Krümmung) darf

bei Nadelholz            der Stärkeklassen bis 2a         bis 3cm /lfm

                               der Stärkeklassen ab 2b          bis 5 cm /lfm    

und bei Laubholz       der Stärkeklassen 2a und 3b    bis 8 cm /lfm

                               der Stärkeklassen ab 3b           bis 10 cm /lfm

betragen. Zu beachten ist hier wiederum, daß auf einem x-beliebigen 1-m-Stück an keiner Stelle die o.g. erlaubte Pfeilhöhe (Krümmung) überschritten werden darf.
Bei Klammerstämmen ist die Stärkeklasse des jeweiligen Teilstückes für die Beurteilung der Sägefähigkeit maßgebend. Noch sägefähig ist ein unschnüriges Stammstück mit aufsummierten Krümmungen in zwei Ebenen von jeweils nicht mehr als einem Viertel des Durchmessers auf einer Länge von 3 m. Für Profilzerspaner und Kreissägen gelten vertraglich vereinbarte Grenzwerte.
Nicht sägefähig ist ein einschnüriges Stammstück, wenn die zugelassene Krümmung von Satz 1 und Satz 2 überschritten ist. Nicht sägefähig ist ein unschnüriges Stammstück, wenn die Summe der Krümmungen die zugelassenen einschnürigen Krümmungen überschreitet.
Auch bei den Güteklassen des Industrieholzes gilt die Krümmung als einschränkender Faktor, so ist z. B. bei ISN keine starke Krümmung erlaubt. STEUER definiert in diesem Sinne für Schichthölzer starke Krümmung mit größer 5 cm/lfm.
Eine besondere Form der Krümmung ist der Säbelwuchs bei Lärche. Das ist eine Krümmung, die säbelähnlich am Stammfuß mit der stärksten Krümmung beginnt und dann allmählich gerade wird.
Eine weitere Sonderform der Krümmung ist der Schraubenwuchs bei Kirsche und einigen Exoten. 
Ursachen der Krummschaftigkeit sind Boden, Wind, Exposition, waldbauliche Maßnahmen, Bodenbewegungen, Endknospenschädigung und genetische Veranlagung (holzart- und rassebedingt).
Bei Spezialhölzern, sogenannten Krummhölzern für Landwirtschaft, Schiffs- und Bootsbau macht man sich diesen Holzfehler zu nutze.

Um die Auswirkungen dieses Fehlers zu mindern, wird folgendes empfohlen:

- kurze Bearbeitungslängen,
- notwendige Querschnitte in die größte Krümmung oder in den Krümmungswechsel legen
- einschnürige Krümmungen werden auf dem Krümmungsbogen liegend eingeschnitten

Begleitende Holzfehler sind meist Kernverlagerung, Reaktionsholz, Unrundigkeit und unregelmäßiger Jahrringaufbau.

2.4.1.2.     Gabelwuchs (Zwiesel, Zwilling, Zwillen, Drilling, Garbenbaum oder Mehrkernigkeit)

Es gibt echte Zwiesel, auch Verwachsungszwiesel genannt, in Form von Zwillingen, Drillingen und Garbenbäumen und unechte Zwiesel, auch Gabelungszwiesel genannt. Hier unterscheidet man Hochzwiesel und Tiefzwiesel. Verwachsungszwiesel oder echte Zwiesel entstehen als Folge des Zusammenwachsens zweier Bäume am Stammgrund. Unechte oder Gabelungszwiesel entstehen durch Knospenschädigungen (z.B. bei Esche durch Eschenzwieselmotte), auch durch Wildverbiß oder als Folge von genetischen Ursachen. Tiefer angesetzte Zwiesel sind wertmindernder als höher angesetzte Zwiesel, da bei letzteren eine schnittholztaugliche Stammlänge mit starkem Durchmesser verbleibt. Bei der Stammholzverwendung ist die Zwieselstelle herauszuschneiden oder in Ausnahmefällen, insbesondere bei Gefahr von Rißbildung als Schutzstück geringer Länge, z.B. bei Buchen-Wertholz ohne Einbeziehung in das Verkaufsmaß zu belassen. Wenn der Zwieselansatz als Schutzstück am Stamm belassen wird, gilt die Teilung der Markröhren unterhalb der sichtbaren Zwieselung als Beginn des Schutzstückes, in der Regel von etwa 30 cm Länge. Ansatzstellen von Zwieseln sind im Schnittholz nicht erwünscht. Im Furnier können sie z.B. als Pyramidenfurnier (bei Exoten) mit besonderer Zeichnung wertvoll sein. Gabelwuchs führt zur Verringerung des Zuwachses und des Wertes. Außerdem können Fäulnisherde und Verfärbungen, z.B. Falschverkernung bei Buche, entstehen, außerdem sind Zwiesel auch häufig mit Rindeneinwüchsen und Faserverwirbelungen verbunden. Durch Herausschneiden der Ansatzstelle kommt es zu Mengenverlusten.

2.4.1.3.  Abholzigkeit

Unter Abholzigkeit versteht man die Verringerung des Durchmessers pro Längeneinheit, also die Abweichung von der ideellen Säulenform.  Abholzigkeit und Vollholzigkeit sind Ausdruck für das Maß des Durchmesserabfalles eines Stammes vom Stammfuß zum Zopf hin, gemessen in cm pro lfdm.  Ein Durchmesserabfall bis zu 1 cm/lfdm gilt als Vollholzigkeit. Größere Werte sind ein Zeichen von Abholzigkeit. Vollholzigkeit wirkt werterhöhend. Abholzigkeit in unterschiedlichem Maße grenzt holzartenspezifisch bestimmte Güteklassen beim Stammholz aus. Weniger abholzig sind Fichte und Tanne, größere Werte der Abholzigkeit sind bei Kiefer und den Laubbaumarten zu verzeichnen. Bei kurzen Verarbeitungslängen wie z. B. bei Schälfurnieren mit Verarbeitungslängen bis zu 80 cm spielt die Abholzigkeit keine so bedeutende Rolle wie bei großen Verarbeitungslängen z.B. bei scharfkantigen Listenschnitten von Kanthölzern über 8 m Länge. Der Grad der Abholzigkeit entscheidet u. a. über die Menge von Schwarten und Säumlingen. Nachteilig ist auch, daß beim Einschnitt stark abholziger Stämme viele Fasern durchgetrennt werden, wodurch die Festigkeit sinkt.
Abholzigkeit ist von der Art der Bestandesbegründung und von der Bestandespflege abhängig. Randbäume und Solitäre sind besonders abholzig.

2.4.1.4.  Exzentrischer Wuchs



(97) Als Markverlagerung ist die exzentrische Lage der Markröhre zu verstehen. Die Lage der Markröhre wird in den Tabellen in „Prozent aus der Mitte“ angegeben. Die Berechnung des jeweiligen Prozentsatzes wird dabei nicht erläutert. Sie sollte über die Messung der Strecke von der Markröhre zum Mittelpunkt des größten Durchmessers erfolgen. Dieses Maß wird ins Verhältnis zum größeren Durchmesser gesetzt. Markröhrenverlagerung kommt auch bei nahezu kreisrunden Stammquerschnitten vor und sollte deshalb rechnerisch nicht mit Unrundigkeit in Verbindung gebracht werden. Es gilt der Durchmesser ohne Rinde gemessen. Bei Messungen am Stammfuß mit Wurzelanläufen ist das ermittelte Maß um den Betrag der Wurzelanläufe zu reduzieren.

Exzentrizität wird auf Seite 28 der HKS erläutert und als abweichende Querschnittsform beschrieben, ist aber vom Wortsinn her etwas, das aus dem Zentrum verlagert ist, z.B. die Markröhre (97). Eine abweichende Querschnittsform (Ovalität, auch Unrundigkeit) ist zwar ein häufig mit Exzentrizität einhergehendes Wuchsmerkmal, bedeutet aber, dass es keine kreisrunde Querschnittsfläche gibt. 

Die nicht zentrische Lage des Kerns bzw. der Markröhre wird als exzentrischer Wuchs, Kernverlagerung, oder Markverlagerung bezeichnet. Vielfach ist sie mit ovalen Wuchsquerschnitten verbunden. Die Verlagerung der Markröhre kann in Prozent der Abweichung vom Mittelpunkt des jeweiligen Hirnschnittes zum Durchmesser oder als absoluter Wert der Abweichung angegeben    werden von z.B. 10 oder 20 % bei den Güteklassen A oder B für Kiefer. Absolute Angaben in cm, z.B. 10 cm sind in der HKS Brandenburg auch genannt, haben aber keinen Bezug zum aktuellen Durchmesser, also wird mit größer werdenden Durchmesser ein geringerer Prozentsatz zugelassen.
Die Verlagerung der Markröhre wird sowohl in der HKS als auch in der ENV in Prozent angegeben. Die Berechnung des jeweiligen Prozentsatzes erfolgt über die Messung der Strecke von der Markröhre zum halben maximalen Durchmesser der Querschnittsfläche (Abb. 2). Dieses Maß wird in Prozent zum maximalen Durchmesser gesetzt. Es gilt der Durchmesser ohne Rinde gemessen. Bei Messungen am Stammfuß mit Wurzelanläufen ist das ermittelte Maß um den Betrag der Wurzelanläufe zu reduzieren. Eine einfachere Methode zur Bewertung dieser Verlagerung besteht in der Messung des kleinen und des großen Radius von der Markröhre aus. Von beiden Meßwerten wird der Quotient ermittelt, indem der größere Wert durch den kleineren geteilt wird, z.B. 30 cm dividiert durch 20 cm = 1,5. Dieses in Messung und Berechnung simple Verfahren wird leider in der ENV nicht genutzt, obwohl es schon von mehreren Autoren, z. B. in [2] beschrieben wurde.
Mitunter ist starke Kernverlagerung auch mit empfindlich gestörtem Jahrringaufbau verbunden. Wenn gleichmäßiger Jahrringaufbau gefordert wird, so ist diese Forderung folglich bei starker Kernverlagerung nicht zu erfüllen. Exzentrischer Wuchs ist häufig mit der Bildung von Druckholz oder Zugholz   verbunden. Druckholz läßt sich sehr schlecht bearbeiten, es verwirft sich leicht  und führt oft zum Verlaufen im Gatter. Schnittholz mit Druckholzanteilen arbeitet stark, verwirft sich leicht und ist aus diesem Grunde für tragende Teile  nicht zulässig. Ist besonders ungünstig bei technischer Trocknung.
Ursachen für den exzentrischen Wuchs sind einseitige Beanspruchung durch  Wind, Sonne, Schneeschub, Kronenform und Hanglage. 

2.4.1.5.  Spannrückigkeit

Alle Abweichungen vom kreisförmigen Querschnitt eines Stammes werden als  Rundungsabweichungen bezeichnet, dazu zählt auch die Spannrückigkeit bei  Hainbuche, Eibe, Wacholder, Hickory und Robinie. Bei Spannrückigkeit ist der  Umfang des Stammquerschnittes durch viele mehr oder weniger tiefe Einbuchtungen gekerbt. Diese Ein- und Ausbuchtungen betreffen nicht nur die Rinde,   sondern pflanzen sich auch im Holz in Form von grob wellenförmigen Jahrringverläufen fort.   Unrundigkeit in all seinen Formen ist ein Mangel, der die Massenausbeute beeinträchtigt. Aus diesem Grunde ist dieser Fehler bei der Durchmesserermittlung  zu berücksichtigen. Von Nachteil ist dieser Fehler insbesondere bei der Holzverwendung als Schälfurnier, da hier das unrund gewachsene Holz als Anschäler  der späteren Furnierverwendung verlorengeht. Es besteht außerdem die Gefahr  der Verwerfung und der Verringerung der Festigkeit. Bei der Messerfurnierherstellung können durch Spannrückigkeit besondere Effekte erzielt. Die  Abweichung von der Rundigkeit wird durch die Differenz des kleinsten und des  größten Durchmessers in cm bestimmt.  Auch bei der Verwendung des Holzes als Masten ist die Unrundigkeit  von Nachteil, da Masten bei der Bearbeitung auf der ganzen Länge rund geschält werden.
Ursache der Spanrückigkeit ist eine ungleichmäßige Teilungstätigkeit im Kambium. Sie kann hervorgerufen werden durch Verletzungen, genetische Disposition oder Wurzelanläufe.

2.4.1.6.  Hohlkehligkeit

Hohlkehlen sind einzelne Einbuchtungen am Stammantel meist unter den  Ansatzstellen starker Äste beginnend und sich lang am Stamm hinziehend.  Sie entstehen durch Unterernährung des Kambiums und bewirken   Unregelmäßigkeiten der Stammquerschnittsfläche. Hohlkehlen treten häufig bei  Buche auf. An jungen Bäumen auftretende Hohlkehlen werden durch späteres   Dickenwachstum oft wieder ausgeglichen. Bei Befall von Kiefernbaumschwamm  kann unterhalb der Infektionsstelle (Astabbruchstelle) eine ähnliche Erscheinung  beobachtet werden. Bei großer Länge und Dicke stellen sie eine Beeinträchtigung der Verwendungfähigkeit des Holzes in ähnlicher Weise wie bei Spannrückigkeit dar. An der Stelle der größten Abweichung vom normalen Stamm-  verlauf wird unter Ausschluß der Wurzelanläufe die Tiefe der Einbuchtung  gemessen. Bei Durchmesservergütung gibt es kaum Verkaufseinschränkungen.  Bei der Herstellung von Schälfurnieren wird der Anfall von Anschälern erhöht.  Für die Herstellung von Schnittware bestimmt die tiefste Hohlkehle die Wahl  der Bearbeitungsebene.



2.4.2.         Fehler in der Beschaffenheit des Holzes

2.4.2.1.      Unregelmäßiger Jahrringaufbau

2.4.2.1.1.   Wechsel der Jahrringbreiten

Nur ein deutlicher Wechsel der Jahrringbreiten gilt als Holzfehler. Geringfügige Änderungen der Breite einzelner Jahrringe und allmähliche Zunahme oder Abnahme der Jahrringbreite über größere Strecken haben wenig Einfluß auf die Holzverwendung.

Im wesentlichen sind 3 Fälle von Jahrringverläufen zu unterscheiden:

-        innen breite, außen schmale Jahrringe Das ist der Normalfall bei allen durch Pflanzung begründeten Beständen. Bis zum Bestandesschluß werden wegen des ausreichenden Standraumes breite Jahrringe gebildet. Danach geht wegen der gegenseitigen Behinderung die Jahrringbreite zurück.

-        innen schmale, außen breite Jahrringe Dieser Zustand tritt auf, wenn Bestände aus dichter Naturverjüngung oder dichter Saat entstanden sind. Das Dickenwachstum ist durch Dichtstand und durch den Oberbestand (bei schattenertragenden Baumarten) stark unterdrückt. Erst bei Auflichtung werden die Jahrringe breiter.

-        wechselnde Jahrringbreiten können durch Klimaeinflüsse hervorgerufen werden, besonders kommen sie an Solitärbäumen, aber auch in Mittelwaldbeständen oder als Folge von Insektenschäden und Klimaanomalien vor.

Mit gleichmäßigem Jahrringaufbau sind oft wertvolle Qualitätseigenschaften des Holzes verbunden. Bei Kiefer deuten enge Jahrringe im inneren Kern auf Feinastigkeit im Jugendstadium bzw. im unteren Stammbereich hin. In der TGL wurde damals deshalb festgelegt, daß mindestens 15 Jahrringe im inneren Kreis mit einem Durchmesser von 5 cm ausgezählt werden mußten, um Furniertauglichkeit zu erreichen.
OLBERG (1930) forderte eine durchschnittliche Jahrringbreite von weniger als 2,7 mm im Durchmesserbereich von 10 bis 12 cm, um sicher zu sein, daß nur dünne und kurze Äste im Erdstamm bis auf etwa 6 m Länge enthalten sind.
HILF (1931) klassifizierte feinastiges Kiefernwertholz nach der Anzahl der Jahrringe in einem 5-cm-Kreis um die Markröhre und konnte damit nur sehr grob die Holzgüte eines Erdstammes von 3 m Länge bestimmen.
Neuere Untersuchungen von BUES, veröffentlicht 1995, ergeben, daß die mittlere Jahrringbreite sich im Verhältnis zum Astkegeldurchmesser bestimmter Höhe wie 1 : 100 verhält, also 2,7 mm entsprechen einen Astkegel von 27 cm, darüber ist der Mantel astfrei. Die bisherigen Korrelationen erbrachten nicht die geforderte statistische Sicherheit und ergaben nur in etwa 30 % der Fälle eine brauchbare Übereinstimmung. Die von OLBERG geforderten 2,7 mm werden angeblich nicht einmal bei Kiefernvollsaaten mit 30000 Pflanzen/ha erreicht.

Bei Nadelholz verbessern enge Jahrringe die physikalischen Eigenschaften des Holzes, da dann der Spätholzanteil erhöht wird. Bei Laubholz, insbesondere bei Eiche, deuten schmale Jahrringe auf mildes, also relativ weiches Holz hin. Breite Jahrringe sind bei z.B. Eiche ein Zeichen für hartes Holz, da bei breiten Jahrringen der Spätholzanteil größer ist und dieser ein Zeichen für Härte ist. Ein Wechsel der Jahrringbreiten bedeutet demzufolge auch einen Wechsel der Härte des Holzes, was sich u. a. auf die Bearbeitung der Oberflächen negativ auswirkt.

Ein gleichmäßiger Jahrringaufbau erhöht die Resonanzfähigkeit des Holzes. Das ist insbesondere dort von Bedeutung, wo das Holz zur Herstellung von Musikinstrumenten verwendet wird.

Die Messung der Jahrringbreite erfolgt in mm für Mindest- oder Höchstbreiten. Für mittlere Werte werden die Jahrringe auf einen Teil des Radius ausgezählt und die Meßstrecke durch die Anzahl geteilt. Bei einigen Holzarten wird der gleichmäßige Jahrringaufbau nicht am Fällschnitt, sondern am 2. Hirnschnitt beurteilt. Bedingt durch starke Wurzelanläufe sind die Jahrringe in den äußeren Bereichen breiter, als an Stellen normalen Stammwachstums, z.B. bei Eiche. Bei Eichenfurnier wird ein möglichst enger Jahrringbau wegen der damit verbundenen gleichmäßigen Textur bevorzugt. Von der Jahrringbreite hängt vor allem auch die Dichte als Weiser für zahlreiche andere holzphysikalische Parameter ab. Holz mit unterschiedlichen Jahrringbreiten hat demzufolge auch sehr unterschiedlichen mechanische Eigenschaften, wie z. B. Schwindung, Elastizität, was zu Verwerfungen und Rißbildung führen kann. Ungleicher Jahrringaufbau tritt bei Reaktionsholz als Begleiterscheinung auf.

Die Jahrringbreite ist demzufolge ein Weiser für:

-        innere Astigkeit
-        Dichte und Festigkeit
-        Oberflächenbeschaffenheit nach der Bearbeitung
-        Gleichmäßigkeit der Holzeigenschaften
-        Maßhaltigkeit
-        Wachstumsabläufe

2.4.2.1.2.   Wimmerwuchs

Unter diesem Begriff sollen auch weitere Veränderungen der Textur = Maserung, Zeichnung, Holzbild behandelt werden, die bei der Bearbeitung unterschiedlich angeschnittene Holzgewebe entstehen:

-        schlicht
-        gefladert
-        gestreift
-        gespiegelt
-        gefeldert
-        geriegelt
-        gewellt
-        geflammt
-        pommeliert
-        gemasert
-        gehaselt
-        geaugt
-        Pyramidentextur

Wimmerwuchs ist eine Abweichung vom normalen Faserverlauf.

Als Längswimmerung auch unechte Wimmerung werden tangential wellig  verlaufende, waschbrettartige Einkerbungen bezeichnet. Sie sind am Stammmantel äußerlich sichtbar. Am Querschnitt ist die Längswimmerung nicht zu erkennen.
Querwimmerung
, auch echte Wimmerung genannt, ist ein feinwelliger Jahrringverlauf, der auf der Querschnittfläche sichtbar wird.  Also verlaufen die Jahrringe entweder in starken kurzen Wellenlinien oder die Wellenbildung setzt sich im Verlauf der Holzfaser fort.

Die Längswimmerung wird angeblich durch Druck in Längsrichtung an Wurzelansatzstellen, unter starken Ästen und an Stammkrümmungen durch wellenartiges Zusammenschieben von Rinde und Kambium hervorgerufen. Längswimmerung kommt vor bei Buche, Kastanie, Linde, Birke.
Querwimmerung ist seltener und ist zu finden vor allem bei Fichte und Tanne in Höhenlagen zwischen 800 und 1500 m, auch bei Ahorn und Esche. Querwimmerung an Nadelholz wird auch als Haselung bezeichnet. Haselfichte ist ein bevorzugtes Klangholz für Streichinstrumente  Außer dieser Wimmertextur gibt es noch geflammte, blumige, schlichte und Riegeltextur. Bei der geflammten Textur verlaufen die Jahrringe auf den Tangentialschnitten flammenartig. Bei blumiger Textur ist ein unregelmäßiger wolkenartiger Faserverlauf zu erkennen. Schlichte Textur ergibt sich bei gleichmäßigem normalen Jahrringaufbau.

Riegeltextur ist eine quergestreifte Unregelmäßigkeit des Faserverlaufes. Sie wird z. B. bei Ahorn für die Produktion von Musikinstrumenten sehr gewünscht. Dabei sind diese Unregelmäßigkeiten bereits an der Rinde erkennbar.

Beispiel: Riegelahorn auf der Versteigerung in Nidda 1996 brachte 12639.-DM/m3

Bei Eiche ist eine ruhige und schlichte Textur gefragt, während bei den übrigen Laubholzarten, insbesondere bei den zerstreutporigen eine Abweichung von der normalen Textur höher bewertet wird. Das trifft für alle Sichtflächen im Bereich der Verwendung von Schnittware und Furnieren zu. Für Holzverwendungen im Längsschnitt sind Wimmerungen hinderlich. Sie setzen die Spaltbarkeit herab, ergeben ungleiche Spaltflächen und verringern die Festigkeit durch gehäufte auftretende Faseranschnitte.

2.4.2.1.3.   Maserwuchs, Maserknollen, Maserkröpfe, Wasserreiser und Wirbel

Unter Textur versteht man die durch den Faserverlauf und durch die Art der Schnittführung sichtbar werdende Zeichnung des Holzes. Die bekannteste Art der unregelmäßigen Textur ist die Maserung. Maserwuchs wird hervorgerufen durch Austreiben und Absterben gehäuft auftretender schlafender Knospen.

Bekannt ist die karelische Braunmaserbirke, ihre unterschiedlichen Ausbildungsformen sind auf den Einschluß von Rindenteilen, auch auf Viruserkrankungen und Wuchsstörungen zurückzuführen. Gepfropfte Rindenstücken übertragen die Maserung auch auf darunterliegendes neuentstandenes Holz (AFZ 14/96, S.767). Harte Maserung befindet sich im Stamminneren. Bei weicher Maserung hinterlassen schlafende Knospen ihre Spuren nur an der Peripherie des Baumes. Maserkröpfe können sich so stark ausbilden, daß regelrechte Knollen entstehen, deren äußere Hülle mit Knospen oder Wasserreisern überhäuft ist.

Stark wechselnder meist welliger Faserverlauf führt zu Flammung. Sie kommt häufig bei Birke vor und ist genetisch bedingt. Ursache ist vermutlich unterschiedliche Teilungsgeschwindigkeit des Kambiums.

Wasserreiser sind Klebäste, also feine, dünne Äste, die durch Austreiben schlafender Knospen z.B. bei plötzlicher Freistellung und damit verstärkter Lichteinwirkung bei Eiche entstanden sind. Das geschieht bis zum hohen Alter der Bäume, z.B. 100 bis 120 Jahre. Die Astbasis befindet sich aus diesem Grunde in mehr oder weniger großer Entfernung vom Mark. Wasserreiser treten besonders gehäuft bei Eiche, Ulme, Ahorn, Erle und Lärche auf. Außer bei Furnierholz sind diese Äste unerheblich, da sie den schädlichen Durchmesser nicht erreichen. Bei Furnieren ergeben die abgestorbenen, vertrockneten Wasserreiser im Furnierblatt kleine schwarze Punkte, die Ware untauglich machen. Bei Eiche sind diese Reste äußerlich an der Rinde als kleine Erhebungen, den sogenannten Nägeln zu erkennen.

Kreisförmig verwirbelten Faserverlauf, z.B. über überwallten Ästen nennt man Wirbel. Es sind angeschnittene Jahrringausbuchtungen von überwachsenen Beulen. Bei schlichten Messerfurnieren, z.B. bei Eiche sind diese Wirbel nicht erwünscht.

Nachteilig sind auch hier:

-        Minderung der Festigkeiten
-    schlechte Spaltbarkeit
-    schlechte Oberflächenbeschaffenheit

2.4.2.2.      Reaktionsholz

2.4.2.2.1.   Druckholz

Druckholz kommt bei Nadelhölzern vor und wird auch als Rotholz oder Buchs bezeichnet.

(115) Reaktionsholz kommt an Nadelhölzern in Form von Druckholz vor und hebt sich durch seine rötliche Farbe sowie durch seinen erhöhten Anteil an Spätholz vom übrigen Holz ab. (116) Unter geringer Reaktionsholzbildung ist ein Anteil bis zu 10 % seiner größten radialen Ausdehnung im Verhältnis zum mittleren Durchmesser der Querschnittsfläche zu verstehen. Druckholz läßt sich schwer von seiner druckholzfreien Umgebung abgrenzen. Außerdem kommt es auch partiell an einzelnen Jahrringen vor und kann durch normales Holz unterbrochen sein. Deshalb wird eine Messung erst dann vorgenommen, wenn mindestens 3 benachbarte Jahrringe Druckholz aufweisen. Sind mehrere Druckholzparzellen an einem Querschnitt sichtbar, so werden ihre radialen Ausdehnungen zu einem Gesamtbetrag addiert.

Rotholz wird es deshalb genannt, weil sich dieses Sondergewebe durch rotbraune Färbung hervorhebt. Druckholz wird häufig als Folge von Windbeeinflussungen gebildet. Eine Kernverlagerung nach der dem Winde zugekehrten Seite geht damit einher. Druckholz unterscheidet sich vom übrigen Holz durch hohe Dichte und starkes Schwinden bzw. Quellen. Infolge der erhöhten Quell- und Schwindmaße arbeitet Druckholz sehr stark. Bretter mit Druckholzanteilen, sogenannte rotharte Bretter, verwerfen sich leicht. Die Bearbeitbarkeit ist wegen der Härte und Sprödigkeit des Druckholzes eingeschränkt. Chemisch zeichnet sich Druckholz durch einen höheren Ligningehalt aus.

 2.4.2.2.2.   Zugholz

Ähnlich dem Druckholz von Nadelhölzern bildet ich Zugholz bei Laubhölzern bei besonderen Belastungen aus, insbesondere an schiefstehenden Bäumen. Zugholz sieht weißlich, glasig ohne erkennbaren Jahrringaufbau aus. Es hat einem höheren Cellulosegehalt. Hinsichtlich dem Verhalten beim Quellen und Schwinden ist es ähnlich negativ zu beurteilen wie Druckholz. Es ist vielfach oberhalb von Astansatzstellen zu beobachten. Zugholz ist ohne Hilfsmittel an den Querschnittsflächen schwer erkennbar. Durch Anfärben mit Cellulosereagenzien läßt sich Zugholz an Schnittflächen wegen seines höheren Cellulosegehaltes gut erkennen.

2.4.2.3.      Drehwuchs

Unter Drehwuchs versteht man die Abweichung des Faserverlaufes von der Parallelität zur Stammachse, oder anders ausgedrückt:

Von Drehwuchs spricht man bei spiraligem Verlauf der Holzfasern um die Stammachse. Am Rundholz ist Drehwuchs nur an den äußeren Stammpartien und an der Rinde zu erkennen. In geringem Umfang weist fast jedes Holz Drehwuchs auf.
Es gibt Rechts- und Linksdrehwuchs. Bei Rechtsdrehwuchs verläuft die Faser am stehenden Stamm von links unten nach rechts oben. Bei Linksdrehwuchs ist der Faserverlauf umgekehrt. Im Jugendstadium der Bäume ist meist Linksdrehwuchs festzustellen, der später in Rechtsdrehwuchs übergeht. Hier spricht man von Wechseldrehwuchs.
Bei Ahorn, Buche und Kiefer ist Drehwuchs häufig zu finden, während er bei Birke seltener vorkommt. Mit zunehmenden Alter verstärkt sich dann der Rechtsdrehwuchs. Der Drehwuchs wird gemessen an der Rindenrillenabweichung von der Richtung der Stammachse an der Stammperipherie auf einer Länge von 1 m in cm. Gut erkennbar und meßbar ist Drehwuchs auch am Verlauf von Hohlkehlen, Frostleisten und anderen Mantelrissen. Allerdings kann daraus nur bedingt auf den Drehwuchsverlauf älterer Holzschichten geschlossen werden. Je nach Holzart und Güte sind unterschiedliche Grenzen für den Drehwuchs erlaubt. Bei Furnierholz Eiche z. B. ist mehr Drehwuchs erlaubt als bei Sägeholz Eiche der Güte B. Auch wird bei Furnieren Linksdrehwuchs anders beurteilt als Rechtsdrehwuchs. Das hängt mit der Stellung des Winkels der Furniermesser von 75° bis 80° zur Stammachse zusammen. Rechtsdrehwuchs wird geringfügig mehr toleriert, weil das schräg zum Stamm laufende Furniermesser bei Rechtsdrehwuchs in Faserrichtung und bei Linksdrehwuchs gegen die Faserrichtung schneidet. Rechtsdrehwuchs ergibt folglich glattere Furnieroberflächen.

(124) Drehwuchs ist in der Güteklasse A für Furniere mit einem 4fach höheren Betrag zugelassen als beim übrigen A-Holz, weil sich drehwüchsige Schnittware stark verwirft, während es bei Furnierblättern nicht auf Festigkeit und Verwerfungen, sondern auf eine glatte und saubere Oberfläche ankommt. Beim Messern kann der halbierte Furnierblock so eingespannt werden, daß nicht gegen die Faser geschnitten werden muß.

Am Rohholz sichtbarer Drehwuchs macht sich beim bearbeiteten Holz durch Abweichungen des Faserverlaufes bemerkbar. So erkennt man beim Schnittholz den Drehwuchs auch an der Form der schrägverlaufenden Schwindungsrisse an der Mantelfläche.  Drehwuchs wirkt sich bei Rundholz als Verringerung der Druckfestigkeit und bei Schnittholz durch Verwerfen und Rißbildung aus. Für Rammpfähle, Masten, Schwellen und Grubenholz ist stärkerer Drehwuchs nicht zulässig.

Weitere Nachteile sind:

-        Festigkeitseigenschaften verschlechtern sich, wegen häufiger Faseranschnitte
-        die Spaltbarkeit wird herabgesetzt
-        größere Differenzen im Quell- und Schwindverhalten
-        die Oberflächenbearbeitbarkeit wird erschwert
-        mit einem Verlaufen der Säge ist zu rechnen
-        bei technischer Trocknung verzieht sich das Holz in Drehrichtung 

Bei einigen Exoten, wie Sipo und Mahagoni wirkt sich Wechseldrehwuchs wegen der Streifenbildung an der Schnitt- oder Furnierware vorteilhaft aus.
Ursachen sind genetischer Art, durch Rasse und Holzart bedingt und sollen angeblich auch in der Hauptwindrichtung und einseitigen Benadlung bzw. Belaubung liegen.

2.4.2.4.      Harzgallen und Harzrisse

Gallen sind durch Verletzung des Kambiums entstandene Beschädigungen, die nach Überwallung in Form örtlich begrenzter Verfärbungserscheinungen am Holz sichtbar bleiben. Häufig wird dieses Bild verstärkt durch eingewachsene kleine Rindenpartien oder Schmutzteilchen. Bei Buche entstehen Gallen auch durch Hagelschlag. Die Hagelkörner verursachen Rindeneinwüchse, die auch als Steingallen bezeichnet werden. Diese Gallen sind nur im Entstehungsstadium als Rindennarben erkennbar. Später lassen sie sich nur noch am Hirnschnitt feststellen. 

(108) Harzgallen sind mit Harz gefüllte Tangentialrisse im Inneren des Holzes. Als groß können Harzgallen dann gelten, wenn ihre Breite in tangentialer Richtung mehr als 2 cm beträgt. Die Messung erfolgt auf Hirnflächen.

Harzgallen sind im Kambium harzführender Nadelhölzer durch Windeinwirkung zu Beginn der Vegetationszeit entstandene Tangentialrisse, die mit Harz ausgefüllt im Holz erhalten bleiben. Sie kommen bei Fichte, Lärche und Kiefer, nicht bei Tanne vor. Bei Lärche führen Harzgallen (auch als Harztaschen bezeichnet) häufig zu unvollständiger Verkernung. Bei der Verarbeitung werden sie unter verschiedenen Winkeln angeschnitten und gelten an der Schnittware als Fehler, der sich an der Schnittware durch Festigkeitsverluste, Farbveränderungen und durch schlechtes Aussehen beim Verbau im sichtbaren Bereich bemerkbar macht.
Harzknollen sind Ansammlungen von kolophoniumreichen Harz (Terpentinöl hat sich bereits verflüchtigt). Dabei sind auch zahlreiche Schmutzbestandteile enthalten. Bei Fichte entstehen sie häufig an Rändern von Schälstellen. Harzknollen sind zulässig, insofern damit keine Krankheitserscheinungen am Holz verbunden sind, wie es z.B. bei rotwildgeschädigten Fichtenstämmen zu vermuten ist.
Harzrisse sind Kernrisse in Lärchen und Douglasienstämmen, die mit harz gefüllt sind. Sie werden auch als Pechlarsen bezeichnet.

2.4.2.5.      Anormale Kernbildung

Unter anormaler Kernbildung (auch Fehlverkernung, fakultative Verkernung oder Falschkern) wird die Kernbildung bei Holzarten verstanden, die normalerweise keinen Farbkern ausbilden.

Rotkern bildet sich bei Buche durch Verthyllung (Gefäßverschluß), Oxydation und Farbstoffeinlagerung also Farbveränderung im Reifholz. Führt zu mangelhafter Tränkbarkeit, daher ist bei Schwellenverwendung nur ein geringer Kernanteil erlaubt. Diese Farbveränderungeschreiten schalenförmig oder wolkenartig von innen nach außen fort. Fraglich ist, ob sich diese Farbveränderung auch nach dem Fällen weiterentwickelt.

(134) Rotkern ist ähnlich dem Spritzkern ein unregelmäßig ausgebildeter Falschkern, gekennzeichnet durch seine wolkige Umrandung und durch sein schubweises zonales Vordringen in Partien mit unterschiedlicher rotbrauner Färbung. Der Spritzkern (127) unterscheidet sich demzufolge vom Rotkern äußerlich durch seine gezackte bzw. sternartige Form. Rotkern ist die am häufigsten vorkommende Variante der Falschverkernung bei Buche. Entlang der Stammachse dehnt sich der Rotkern meist spindel- oder kegelförmig aus. Liegen bei Klammerstämmen Prozentsätze seiner Ausbreitung vor, die zu unterschiedlichen Güteklassen gehören, so kann wie beim Spritzkern ein Trennschnitt erfolgen. Seine Messung erfolgt analog zur Messung des Spritzkernes (127). Graukern wird ebenso gemessen, unterscheidet sich aber im Farbton vom Rotkern. Wundkern und abnormer Kern sind weitere Variationen der Falschverkernung, werden aber in der HKS nicht genannt.

Nach ZYCHA ist die Rotkernbildung eine physiologische Erscheinung, die an einen bestimmten Wassergehalt von kleiner 60% im Holz gebunden ist. Dann sind die Hohlräume der Gefäße wasserfrei. In das Stamminnere gelangt über Astabbrüche oder Verletzungen sauerstoffreiche Luft als Voraussetzung für  die Bildung von Parenchymzellen und für die beginnende Verthyllung. Die  rotbraune Färbung ist eine Oxydationserscheinung und wird durch die Sauerstoffspannung hervorgerufen. Auf bestimmten Standorten bleiben Buchen länger rotkernfrei, weil dort das erforderliche Luft-Wasser-Verhälltnis im Holz nicht erreicht wird. Der Beginn der Verkernung setzt sonst im Alter zwischen 50 und 80 Jahren ein. Klimaextreme und Vitalitätsschwächung forcieren diesen Prozeß.

(127) Spritzkern ist ein unregelmäßig gezackter Falschkern, der sich durch seine rotbraune Farbe deutlich vom übrigen Holz abhebt. Seine Längsausdehnung im Stamm ist meist kegelförmig. Er wird an seiner extremsten Ausdehnung, also von einem Zackenende zum anderen, auf der Querschnittsfläche mit seiner ungünstigsten Ausbreitung gemessen und prozentual angegeben. Mittelwerte von einzelnen Meßergebnissen sind nicht zu bilden. Der Prozentsatz wird errechnet, indem der Meßwert auf den gemittelten Durchmesser ohne Rinde bezogen wird, gemessen an der beurteilten Querschnittsfläche. Handelt es sich bei der betreffenden Querschnittsfläche um einen Stammfuß mit Wurzelanläufen, welche den repräsentativen Durchmesser dieser Querschnittsfläche verfälschen, so ist der Prozentsatz auf den Mittendurchmesser plus 1 cm Zugabe pro laufenden Meter der halben Stammlänge zu beziehen. Bei Klammerstämmen sind nur zwei von vier zur Beurteilung nötigen Hirnflächen sichtbar. Liegen hier Prozentsätze vor, welche zu unterschiedlichen Güteklassen gehören, so kann ein Trennschnitt erfolgen.

Spritzkern ist das fortgeschrittene Stadium des Rotkernes und unterscheidet sich durch seine sternförmige äußere Begrenzung gegenüber der wolkenartigen Begrenzung bei Rotkern. Sobald bereits ein Zacken auftritt, wird von Spritzern gesprochen. Rot- und Spritzkern sind in erster Linie Farbveränderungen, die die physikalischen Holzeigenschaften nicht wesentlich verändern. Bei der Verwendung des spritzkernigen Buchenholzes zur Furnierherstellung bricht angeblich das Furnierblatt an den spritzkernigen Streifen leichter. Bei der Beurteilung  dieser Fehler ist zu beachten, daß bei den Stammholzgüten der Buche höhere prozentuale Anteile von Rotkern als von Spritzkern zugelassen sind. Gemessen wird dieser Fehler, indem seine Ausdehnung am Hirnschnitt an der ungünstigsten Stelle (d. h. größte Ausdehnung) ermittelt wird und zum äußeren Durchmesser ins Verhältnis gesetzt wird. Diese Angabe erfolgt in Prozent. In Brandenburg sind bei der Güte B z. B. 66 % Rotkern zugelassen.

Nachteile bei der Verwendung sind:

-        schlechte Imprägniermöglichkeit wegen Verthyllung
-        Farbfehler bei Verwendung im sichtbaren Bereichen
-        angebliche Brüchigkeit an den Farbgrenzen

Bei Eschenbraunkern wird die Farbveränderung durch Farbstoffeinlagerungen in den Speicherzellen hervorgerufen. Der Verkernungsprozeß läuft unter ähnlichen Bedingungen wie bei der Buche ab. Eine Abart davon ist der Olivkern, beidem im Querschnitt periodisch Hell-Dunkel-Zonen wechseln.

Weitere Beispiele sind: schwarze Färbung des Eichenkernes und Grünfärbung der Linde durch Eisengerbstoffreaktionen. Auch bei Ahorn und Birke kommen Kernverfärbungen vor. Tannen- und Eichen-Naßkerne haben eine höhere Feuchtigkeit bei sonst gleichen mechanischen Eigenschaften.

Naßkerne kommen auch bei Weymouthskiefer, Douglasie und Hemlockstanne vor. Die braune Verkernung der Esche ist besonders bei der Verwendung als Messerfurnier von Nachteil. Vom Verbraucher wird entweder ein weißer Anteil oder ein einheitlicher Braunanteil je nach Geschmacksrichtung gewünscht. Eine seltene Form der Falschverkernung ist der Olivkern, bei dem im Querschnitt periodisch Hell- und Dunkelzonen wechseln. Das ist insbesondere bei Furnieren beliebt und ergibt eine streifige Textur ähnlich dem Olivenholz (Holzlexikon S. 523).

2.4.2.6.   Astigkeit, Beulen, Rosen, Siegel, Chinesenbärte

Innerhalb eines Baumlebens verändert sich die Astigkeit des Einzelbaumes. Während am jungen Baum noch alle Äste vorhanden sind, setzt bei älteren Bäumen nach Beginn der natürlichen Astreinigung eine Differenzierung in Grünastbereich, Trockenastbereich und äußerlich astfreies Stammstück ein. Obwohl naturbedingt an jedem Stamm mehr oder weniger Äste vorhanden sind, werden Äste als Holzfehler eingestuft. In der Literatur kommen Grünäste, Trockenäste, Fauläste, Teilfauläste, Schwarzäste, Hornäste, Wasserreiser und Klebeäste vor.

- Grünast

gesunder, belaubter oder benadelter Ast

- Trockenast zum Zeitpunkt des Einschlages bereits abgestorbener Ast oder Aststumpf 

- Faulast 

an der Putzstelle erkennbare beginnende Zersetzungserscheinungen im Astbereich, 
andere Bezeichnungen:
auch Teilfaulast, tiefgehender Faulast

 - Schwarzast noch berindeter Trockenast, bereits teilweise überwallt, an der Putzstelle sind die Rindenreste gesund oder bereits zersetzt 
- Hornast stark verkienter Nadelholzast, abgestorbener Ast, der durch Harzeinlagerung sehr dicht, schwer und widerstandsfähig gegen Fäule geworden ist
- Wasserreiser

Wasserreiser sind gesunde Äste, die nicht vom Mark aus wachsen, sondern aus Adventivknospen am Stammantel entstehen. Da ihr Durchmesser nur wenige Millimeter beträgt, sind sie, außer bei der Güteklasse A, nicht als gesunde Äste zu zählen. Abgestorbene Wasserreiser werden als „Nägel“ bezeichnet. Als Klebeäste werden größere Wasserreiser bezeichnet. Sie sind als gesunde Äste zu zählen.

Wasserreiser sind dünne Äste, welche oberflächlich im Splint eingewachsen sind, auch immer wieder neu aus Adventivknospen austreibend. Manchmal an älteren Stämmen, auch aus dem Stamminneren kommend, stehen sie nicht mit dem Mark in Verbindung. Ein regelloses Auftreten in jeder Stammhöhe, oft mit örtliche Häufung und wiederholtem Auftreten nach dem Absterben an gleicher Stelle ist vorzufinden.
Bei Eiche werden die eingetrockneten rindennahen Reste als „Nägel“ bezeichnet. Sie kommen eben Eiche z.B. auch bei Pappel, Rüster, Esche und Robinie vor.
- Klebeäste sind nicht ins Innere reichende stärkere Wasserreiser und befinden sich unterhalb des eigentlichen Kronenbereiches außerhalb der eigentlichen Astzonen des Baumes. Sie sind auch an den dünnrindigen, wulstartigen Astansatzstellen zu erkennen.

(79) Unter Astigkeit werden alle äußerlich sichtbaren Äste zusammengefaßt. Am aufbereiteten Holz sind sie an ihrer Putzstelle oder an ihrer Abbruchstelle zu erkennen. Sie werden in den Tabellen in zwei Gruppen eingeteilt, und zwar in gesunde Äste und Fauläste.

 (80) Gesunde Äste sind mindestens zu 50 % ihres Umfanges mit dem umgebenden Holz fest verwachsen und weisen keine Anzeichen von Fäule auf. Äste werden gezählt und gemessen. Bei ovaler Querschnittsfläche wird der kleinste Durchmesser gemessen. Generell wird der verkernte Teil des Astes gemessen, weder der Splint, noch die Putzstelle. Bei nicht verkernten Ästen wird der kleinste Durchmesser der sich abzeichnenden Randzone gemessen.

Die Angabe von Ästen erfolgt in Stück pro laufendem Meter bzw. pro 4 laufende Meter. Der Beginn des laufenden Meters ist frei wählbar, in der Regel beginnt er in der Astzone, also nicht am Stammfuß, wenn sich dort ein astfreies Stammstück erstreckt. Auf einem x-beliebigen 1-m-Stück darf an keiner Stelle die erlaubte Astanzahl überschritten werden. Stark gehäuft auftretende Äste dürfen nicht rechnerisch auf astfreie Teile verteilt werden. Ist das verbleibende Reststück kürzer als die Bezugslänge, dürfen die ansonsten erlaubten Äste selbstverständlich nicht vorhanden sein, ist z.B. ein B-Stück nur 3 m lang, so darf es einen Faulast über 3 cm nicht haben, da dieser nur auf 4 lfdm zugelassen ist. Oder ist eine B-Kiefer 5,80 m lang, so dürfen auf den letzten 80 cm nicht 2 gesunde Äste zwischen 3 und 5 cm vorhanden sein. In diesem Falle ist die Astanzahl pro laufendem Meter vom Zopfende her zu überprüfen.

An Astquirlen und anderen Asthäufungen  ist selbstverständlich jeder Ast einzeln zu zählen und zu messen. Äußerliche Harzgallen werden nicht als Äste gewertet.

 (81) Als Fauläste gelten neben Ästen mit geringer Weichfäule auch alle anderen  Äste, also auch Trockenäste, Schwarzäste und Hornäste, welche zu weniger als 50 % ihres Umfanges mit dem umgebenden Holz fest verwachsen sind.

Die verschiedenen Kategorien von Ästen, also Fauläste und gesunde Äste dürfen kumulativ, also zusätzlich, vorhanden sein.

Beachte aber: Auf einem 4 m langen B-Stück dürfen auf jedem laufenden Meter 2 Fauläste bis 3 cm vorhanden sein. Befindet sich aber irgendwo auf diesem Gesamtstück außerdem ein Faulast zwischen 3 und 5 cm, so ist auf diesem lfdm nur 1 Ast bis 3 cm erlaubt, denn es sind auf diesem 4 m langen B-Stück insgesamt maximal 8 Fauläste erlaubt.

(82) Beulen (genauer: Astbeulen) sind Erhebungen des Stammantels über eingewachsenen Ästen. Es ist nur zu prüfen, ob sie vorhanden sind. In der Güteklasse A sind Beulen grundsätzlich nicht erlaubt. In den übrigen Güteklassen sind Beulen erlaubt, mit Ausnahme von Kiefer. Da starke Beulen in der Güteklasse C ausdrücklich erlaubt sind, dürfen in Güteklasse B nur schwache Beulen vorhanden sein. 

Beulen sollten ab einer Höhe von 5 cm stammparallel aufgeschnitten werden, da zu vermuten ist, daß dann ein Faulast sichtbar ist.

(83) Beulenfrei heißt, daß auch die geringste Erhebung, welche auf der Stammantelfläche durch Überwallung eines Astes hervorgerufen wurde, nicht vorhanden sein darf. Nicht als Beulen in diesem Sinne gelten z.B. Harzaustrittsstellen, krebsartige Wucherungen und sonstige Überwallungen. 

Bei der Sortierung wird also nur in gesunde oder faule Äste unterteilt. Hinsichtlich der Größe werden Äste in 3 Gruppen eingeteilt:

- kleine oder feine Äste 
- mittlere Äste 
- große oder grobe Äste 

Im Gesetzblatt sind für diese einfache Einteilung keine allgemeingültigen Maßzahlen festgelegt, sondern es sind nur verbale Beschreibungen zu finden, wie z.B. für Sägeholz Güte B: 

einige gesunde Äste von kleinem oder mittlerem Durchmesser, jedoch nicht grobastig, eine geringe Anzahl kranker Äste von geringem Durchmesser ist erlaubt. 

In den Hilfstabellen der HKS der Bundesländer sind holzartentypisch Durchmesser und Anzahl der gesunden und faulen Äste angeführt, z. B.: in Brandenburg für Kiefer, Sägeholz, Güte B:                             

gesunde Äste                                              Fauläste

bis 3 cm unbegrenzt                             2 Stück pro 1 lfdm 

3 bis 5 cm 2 Stück pro 1 lfdm             1 Stück pro 4 lfdm  

über 5 cm unzulässig                            unzulässig  

Nach dem Absterben und Abbrechen der Trockenäste kommt es zur Überwallung des Aststumpfes an der Abbruchstelle, so daß zunächst Beulen und  später Astnarben entstehen. Dieser Prozeß schreitet bei den einzelnen Holzarten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit fort.

langsam : Birke, Hainbuche, Ahorn, Kiefer Fichte
mittelmäßig: Buche, Weymouths-Kiefer, 
schnell : Eiche, Esche, Pappel, Douglasie, Tanne, Lärche

Die Wirkung der Äste auf die Fehlerhaftigkeit des Holzes ist abhängig von: 

- Astdurchmesser, je stärker um so störender 
- Länge des eingewachsenen Teiles, kurze eingewachsene Stücke sind günstiger
- Astwinkel, steile Äste durchziehen bei gleicher Länge des Astes einen größeren   Längsquerschnittbereich, steile Äste leben meist länger und werden langsamer überwallt 
- vom Astanschnitt beim Einschnitt 

Astigkeit ist auch bei Industrieholz von Nachteil, da die Größe der Hackschnitzel beeinflusst wird, große Holzteile werden in Astnähe herausgerissen.
Auf der Rinde erkennbare Astnarben sind wichtige Weiser für die innere Qualität des Rohholzes. Aus der Größe und Form der Astnarben kann auf die Tiefe  der Astabbruchstelle und auf den Durchmesser des überwallten Aststumpfes bei einem bestimmten Astaustrittswinkel geschlossen werden. Astnarben sind holzartentypisch und je nach Rindentyp unterschiedlich ausgebildet. Für eine Reihe von Holzarten wie Buche, Erle, Eiche, Kiefer, Ahorn, Pappel, Rüster und Birke sind Untersuchungen angestellt worden über den Zusammenhang von Astnarben und Überwallungstiefe bzw. Aststärke und zur Stellung des Astaustrittswinkels.

Siegel, auch als Rundnarben bezeichnet, kommen bei glattrindigen Holzarten, z.B. bei Buche, immer in Verbindung mit Chinesenbärten (Winkelnarben) vor, während Rundnarben bei grobborkigen Holzarten, z.B. Eiche, als Rosen bezeichnet werden.

Während eines Baumlebens verändern sich Form und Größe der Astnarben.
Die Siegelhöhe ist etwa doppelt so groß wie der Durchmesser des überwallten darunter liegenden abgestorbenen Aststumpfes.
ERTELD und ACHTERBERG fanden für Buche eine Abhängigkeit der Überwallungstiefe von der Chinesenbarthöhe. Die Chinesenbarthöhe ist neben der Überwallungstiefe (Tiefe der Astabbruchstelle) auch von der Steilheit des Astes (Astaustrittswinkel) abhängig.
Deshalb ist es besser nach KNIGGE und SCHULZ die Breite und Höhe des Siegels ins Verhältnis zu setzen, um daraus über den Radius der Baumscheibe die Länge des eingewachsenen Astes (in seiner Projektion) zu berechnen. 

Der Gebrauchswert des Holzes sinkt mit zunehmender Anzahl, mit steigendem Durchmesser und mit schlechterem Zustand der Äste. Besonders die Trockenastzone ist hinderlich.

Erscheinungsformen bei Schnittholz: 

- Flügeläste, bei Schnittführung durch die Stammitte
- Durchfalläste 
- Stiftäste

Nachteile:

- Zeichnung und Faserverlauf sind gestört 
- Dichteunterschiede ergeben unterschiedliche Quell- und Schwindmaße
- Festigkeitseigenschaften sinken mit zunehmender Astigkeit. 

Deshalb ist auch an eingeschnittenem Holz die Astigkeit ein wesentliches Sortiermerkmal.

2.4.3.         Durch Beschädigungen verursachte Holzfehler

2.4.3.1.      Beschädigungen durch Witterungseinflüsse

2.4.3.1.1.   Schwindung und Schwindungsrisse

Allgemein wird von Rissen gesprochen, wenn der Holzkörper in Faserrichtung getrennt ist. Auf der Querschnittsfläche verlaufen sie als radiale Risse in Richtung der Holzstrahlen. Die Schwindung des Holzes bei Feuchteabgabe führt zu Spannungen parallel zur Faserrichtung. Diese Spannungen entstehen insbesondere wegen der unterschiedlichen Werte der Schwindung in Längs-, Radial- und Tangentialrichtung und haben Schwindungsrisse zur Folge. Die Schwindmaße differieren bei den schweren Hölzern stärker als bei den leichteren, also ist dort auch die Gefahr der Bildung von Schwindrissen größer, z.B. Buche.  Die Rißgefahr hängt von Einschlagszeitpunkt und vom Entrindungszustand ab. Schwindungsrisse stellen auch Eintrittsstellen für Lagerfäule bei längerer Lagerung des Holzes dar.

2.4.3.1.2.   Kernrisse und Schilferrisse

(90) Kernrisse verlaufen vom Mark ausgehend radial und dehnen sich auch in Längsrichtung des Stammes beträchtlich aus.

Sie entstehen während des Wachstums, befinden sich meist am Stammfuß und werden nach der Fällung am Fällschnitt sichtbar. Sie können  sich während des Austrocknens stark vergrößern und werden auch als Strahlen-, Radial-, Herz- oder Markrisse bezeichnet. Kernrisse entstehen unter Einwirkung exogener biegender Kräfte wie Wind, Schneedruck, Hangneigung und einseitige Krone. Besonders gefährdet sind untere astarme Stammabschnitte von Buche.
Die Säge- und Furniertauglichkeit wird durch Kernrisse wesentlich beeinflußt, weil der Zusammenhalt des Schnittholzes oder Furniers nicht mehr gewährleistet ist. Sie diktieren die Wahl der Messer- bzw. Bearbeitungsebene. Sichtbare Risse werden nach Lage und Größe beurteilt und werden toleriert oder nicht zugelassen. Das weitere Aufreißen kann durch Klammern oder Schutzanstriche verhindert werden. 
Schilferrisse sind eine Sonderform der Kernrisse. Sie kommen besonders bei alten Kiefern vor und folgen als Kernrisse häufig dem Drehwuchs auf kurzen Strecken. Auf der Schnittholzoberfläche sind sie als schuppige Ablösungen zu erkennen.
Am stehenden Stamm sind sie auf das trockene Innenholz begrenzt und deshalb äußerlich nicht zu erkennen. Aus diesem Grunde bleiben sie bei der Rohholzsortierung unberücksichtigt. Schilferrisse sind ähnlich den Kernrissen auf Biegebeanspruchung am stehenden Stamm zurückzuführen. Das trockene Kernholz hält dieser Beanspruchung nicht stand, deshalb gehen diese Risse auch nur bis zur Kerngrenze und fallen dann in die Belastungsebene zurück. Schilferrisse sind ein recht nachteiliger Holzfehler, da sie wegen des unregelmäßigen Verlaufes oft mehrere Bretter von einem Stamm schädigen.

2.4.3.1.3.   Ringrisse, Ringschäle und Kernschäle

Die Bezeichnungen Ringriß, Ringschäle oder Kernschäle werden für Risse verwendet, die mit den Jahrringgrenzen verlaufen. Dabei gilt der Begriff Ringriß, wenn der Riß weniger als 50 % der Jahrringgrenze folgt. Von Ringschäle wird gesprochen, wenn der Riß mehr als 50 % der Jahrringgrenze folgt und die Ablösung des Jahrringes auf den Befall von holzzerstörenden Pilzen zurückzuführen ist.

Kernschäle ist die vollständige Ablösung innerhalb eines Jahrringes vom inneren Kern. Sind mehrere Ringrisse untereinander durch Radialrisse verbunden, so spricht man von einer Spinne.

Ablösungen von Jahrringen findet man durch Biegebelastungen verursacht vorwiegend am trockenen Innenholz der unteren Stammteile von Altbäumen. Sprunghafte Übergänge von engen zu breiten Jahrringen fördern diese Erscheinungen. Ringrisse sind bei jeder Längstrennung des Rohholzes nachteilig, bleiben aber mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Stockbereich begrenzt.

 2.4.3.1.4.   Frostrisse

Frostrisse entstehen bei plötzlich einsetzenden Frostperioden in den äußeren Holzzonen der unteren Stammteile und dringen infolge von Spannungen bis tief in den Kern mitunter bis zum Mark vor. Sie kommen weniger bei Nadelhölzern und Weichlaubhölzern vor. Gefährdet sind Hartlaubhölzer wie Esche, Eiche, Ulme, Hainbuche und Ahorn, insbesondere solche mit breiten Holzstrahlen. Frostrisse werden auch als Eisklüfte bezeichnet. Als Ursache für Frostrisse kann die ungleiche thermische Kontraktion von Stamminneren und Stammantel angesehen werden. Zur Erklärung der Frostrisse wurden mehrere Theorien aufgestellt. Bei Erwärmung schließen sich die Frostrisse wieder durch Bildung von Kallusgewebe ausgehend von den Rändern der Risse. Schon bei leichten Frösten reißen die alten Risse meist mit lautem Knall wieder auf. Wiederholen sich Aufreißen und Überwallen mehrfach, so bilden sich sogenannte Frostleisten.

2.4.3.1.5.   Trockenrisse

Trockenrisse, auch Hitzerisse genannt, entstehen am stehenden Stamm während großer Dürreperioden. Ein Absinken des Wassergehaltes unter den Fasersättigungspunkt führt zu Längsrissen im Schaftbereich, die bis in das Zentrum des Holzes vordringen. Hitzerisse kommen vorwiegend im Stangenholzalter an Fichte, Weymouths-Kiefer und Lärche vor. Ihre Auswirkungen sind ähnlich schädlich wie die der Kernrisse (Definition nach METTE, es gibt auch andere Definitionen).

Weitere Risse und ihre Bezeichnungen: Kreuzrisse, Radialrisse, Mantelrisse, Ausrisse, achsparallele Spaltrisse

(92) Ein Kreuzriß besteht  aus mehreren Radialrissen, die in verschiedenen Richtungen (ähnlich einem Kreuz) angeordnet sind. Radialrisse verlaufen an den Hirnflächen entlang dem gedachten Radius. Ihre Längsausdehnung in Richtung Stammachse ist häufig gering. 

(93) Mantelrisse treten auf der Stammantelfläche oder auf der Stammantelfläche und auf der Hirnfläche. Mantelrisse sind häufig auf  Harzlachten oder an entrindeten Hölzern zu sehen.
(94) Tiefgehende Mantelrisse sind relativ zum Durchmesser des Stammes zu bewerten, z.B. sind sie in der Güteklasse B nicht erlaubt bis zum Durchmesser von 30 cm ab 2 cm Tiefe und über 30 cm ab 4 cm Tiefe. 

(95) Als Ausrisse werden aus dem Holzkörper herausgerissenen Teile bezeichnet. Sie werden durch einen unsachgemäßen Fällprozess hervorgerufen. Ausrisse können im Zentrum oder im übrigen Teil des Querschnittes angeordnet sein. Sie sind nicht generell durch Längenabzug zu berücksichtigen, sondern nach Lage und Größe von Fall zu Fall zu bewerten. Im Stammzentrum vorkommende zwar lange, aber sehr schmale Ausrisse verbleiben z.B. bei Furnierhölzern in der Restrolle oder in der Restbohle und führen somit zu keinen Holzverlusten.

2.4.3.1.6.   Blitzbeschädigungen

Bei Blitzeinschlag in den Baum können sich zunächst sogenannte Blitzrinnen in Rinde und Holz bilden. Von da aus entstehen Radialrisse, d.h. Blitzrisse, die das trocken gewordene Holz tief spalten. Sie beginnen meist unterhalb der Kronen und folgen dem Faserverlauf an der Holzoberfäche bis zum Stammfuß. Hier sind Eingänge für Pilz- und Insektenschäden zu finden. Je nach Rindenart und äußerliche Nässe am Stamm rufen Blitzeinschäge keine oder größere Schäden am Stamm hervor. Befindet sich während des Blitzeinschlages eine zusammenhängende Wasserschicht auf der Rindenoberfläche (nur bei glattrindigen Holzarten möglich), so verläuft die Blitzableitung wegen des geringeren elektrischen Widerstandes meist ohne merkbare Schädigung des Baumes. Blitzeinschläge können aber auch zu sogenannten Blitzlöchern führen, wenn durch Hitzeeinwirkung die benachbarten Bäume absterben.

2.4.3.1.7.   Beschädigungen durch Hagel, Schnee und Sturm

Hagelkörner verursachen insbesondere in dünnrindigen Jungbeständen Schäden. Sie führen zu Gallen und Rindeneinwüchsen am Stamm. Durch Kronenverletzungen und Verluste an Assimilationsorganen kommt es zu Zuwachsminderungen und zur Gefährdung durch Sekundärschädlinge wie Pilze und Insekten. Schnee- und Windbrüche führen zur Einschränkung der Nutzholztauglichkeit an der Bruchstelle. Die Brüche werden in Schaftbrüche, Wipfelbrüche, Astbrüche und Stauchbrüche eingeteilt.

2.4.3.1.8.   Rindenbrand

Durch Freistellen an Südseiten stirbt das Kambium von dünn- und glattrindigen Holzarten wegen Hitzeeinwirkung ab. Nachfolgend kommt es zur Ablösung der trockenen Rinde. Rindenbrand wird auch als Sonnenbrand  bezeichnet. Mit Sekundärschäden durch Pilz- und Insektenbefall ist zu rechnen. Das geschädigte Holz ist als Furnierholz nicht und als Sägeholz nur mit Einschränkungen tauglich wegen Überwallungen, Stammverformung, Rissen, Insekten- und Pilzbefall. Rindenbrand ist in Brandenburg bei Buche in den Güteklassen A und B nicht zugelassen.

2.4.3.1.9. Rindennekrose

Rindennekrose (Schleimfluß) ist primär auf Wassermangel, insbesondere in trockenen Sommern, auf extrem kalte Winter und auf Spätfröste zurückzuführen. Verschärfend wirken sich biotische Einflüsse aus, z.B. Buchenwolllaus, die zur physiologischen Schwächung führen. Rindennekrose kommt vorwiegend an Buche, aber auch in zunehmenden Maße an Eiche vor. Die Schadbilder sind nicht auf Pilz- oder Bakterienbefall begründet, derartiger Befall ist eher eine Folgeerscheinung. Kleinflächige Rindenablösungen und Absterben des Kambiums führen zur Überwallung der Schadstelle. Äußerlich ist die Nekrose an Rindennarben und im Holz an sogenannten T-Fehlern zu erkennen. Die Schadbilder sind ähnlich dem Sonnenbrand, aber viel kleiner und nicht an einer bestimmte Himmelsrichtung orientiert. Frischer Befall ist durch Schleimfluß gekennzeichnet. Rindennekrose ist in Brandenburg bei Buche in der Güteklasse A nicht und in der Güteklasse B nur vereinzelt mit Preisnachlaß erlaubt. 

Weitere Schäden:

- Immissionsbedingte Schäden

Darunter sind insbesondere neuartige Waldschäden, früher Rauchschäden zu verstehen. Diese führen zu bisher nicht bekannten Veränderungen von Nadeln, Blättern und Knospen sowie zu Wechselwirkungen zum Feinwurzelsystem, u. a. verursacht durch SO2, Stickoxide, Ozon. Schaden entsteht durch:

- Zuwachsverluste, also Minderung des Mengenangebotes 
- Verhältnis Schwachholz zu Starkholz Einflüsse auf verholzte Zellen, die während der Baumerkrankung gebildet werden, konnten nicht nachgewiesen werden: 
 

Zu beachten sind mögliche sekundäre Veränderungen von bereits ausdifferenziertem Gewebe, z.B.:

- Falschkern bei Buche,
- Eichensterbe (Fäule des Splintes)
- Naßkern bei Tanne mit Beeinträchtigung der Imprägnierbarkeit

Mondringe bei Eiche: 

Als Mondringe werden unverkernte ringförmige oder halbringförmige Holzzonen bezeichnet, die sich inmitten des Kernholzes befinden. Häufig werden diese Bereiche von holzzerstörenden Pilzen befallen. Als Ursache für diesen Schaden wird  Frosteinwirkung angesehen.

2.4.3.2.   Beschädigungen durch Menschen

Hierzu zählen bewußt in Kauf genommene und unbewußt verursachte, teilweise nicht gänzlich vermeidbare Beschädigungen vornehmlich bei der Bewirtschaftung des Waldes.

2.4.3.2.1.Eingewachsene Fremdkörper

Fremdkörper gelangen auch heute noch dadurch ins Holz, indem z.B. Zäune und Hinweisschilder an lebenden Bäumen befestigt werden und im Laufe der Jahre überwallt werden. Am häufigsten sind unter dieser Rubrik eingewachsene Geschoßteile vorzufinden. Diese Geschoßsplitter haben  gegenüber Nägeln und Schrauben den Nachteil, daß sie wegen der Härte des Stahles nicht nur das Holz schädigen, sondern auch in ganz erheblichem Maße die Bearbeitungswerkzeuge, vornehmlich die Gattersägen, Bandsägen oder bei Furnieren die Messerwerkzeuge. Fremdkörper verursachen im Holz Veränderungen des Faserverlaufes, Verfärbungen und Fäule. Für splitterbefallenes und splitterverdächtiges Holz gibt es in den AVZB besondere Anordnungen.

2.4.3.2.2.Fällungsschäden und Schäden durch falsche Fällzeite

Schäden, die durch falsche Fällung entstehen, können sich auswirken durch

- Beschädigung des Unterwuchses durch Räumung über Naturverjüngung oder Voranbau während der Vegetationsperiode
- Beschädigung der Nachbarbäume, durch Anstreifen entstehen Rindenverletzungen, (sogenannte Schlagschäden), bei Sommerfällung ist der Entrindungswiderstand geringer als im Winter, deshalb entstehen größere Schäden
- Beschädigung des gefällten Stammes infolge Aufreißens bei unter Spannung stehenden Baumteilen
- Ausrisse im Holz durch falschen Fallkerb, fehlenden Splintschnitt

Holzschäden an Naturverjüngungen und Voranbau überwallen später und befinden sich in Marknähe, also im inneren astreichen Teil des Stammes und spielen somit eine untergeordnete Rolle. Schlagschäden haben unterschiedliche Auswirkung im Hinblick auf Winter- oder Sommerfällung wegen des geringeren Entrindungswiderstandes im Sommer. Selbst kleine Wunden verheilen dann schlecht. Es ist mit Fäule und Pilzbefall zu rechnen. Bei Überwallung entstehen z.T. tiefe Einbuchtungen, die Durchmesservergütungen zur Folge haben. In der HKS sind diese Schäden nicht ausdrücklich aufgeführt. 

Fällschäden durch Aufreißen sind deshalb besonders nachteilig, weil sie die unteren astfreien Erdstammstücke betreffen und deshalb zu erheblichen Erlöseinbußen führen.

(98) Stammverletzungen sind Schlagschäden, Rückeschäden, Schälschäden und andere äußerliche mechanische Schäden. Sie hinterlassen Rindenmerkmale, die entweder ausgeschlossen sind oder ähnlich der Harzlachtenüberwallung zu messen bzw. zu bewerten sind. Zu anderen mechanischen Schäden zählen auch Verletzungen aus Kriegshandlungen und militärischen Übungen. Sofern sich neben Verletzungen auch Fremdkörper als Folge dieser Handlungen im Holz befinden, sind die besonderen  vertraglichen Regelungen für Splitterholz zu beachten (49). Ferner ist auf Folgeschäden wie Stammtrockenheit, Fäule, Risse und Insektenfraßgänge  zu achten (76; 89). Gegebenenfalls sind Rinde bzw. Borke zu entfernen, um den Schaden besser auch hinsichtlich seiner Tiefe beurteilen zu können.

Durch falsche Fällzeiten verursacht können außerdem folgende Schäden entstehen:

- Gefahr der Verblauung bei Kiefern-Werthölzern durch Sommerfällung
- Verfärbung von Laubhölzern, insbesondere Ahorn und Birke bei Sommereinschlag

 Mondphasenholz:

- Lostage sind günstige Holzeinschlagstage
- am Thomastag (21.12.) zwischen 11 und 12 Uhr ist die günstigste Holzeinschlagszeit im Jahr
- Forstamt Parsberg (bei Regensburg) schlägt Mondphasenholz für das Sägewerk Erl 
Quelle: „Forstliche Mitteilungen“ 9/97, S. 267, Schmutzer, Josef, 1912

Forschungsbericht von Seeling,U. „Einfluß des Fällzeitpunktes auf  Schwindungsverhalten und die Feuchte des Holzes von Fichte“ 

2.4.3.2.3.Transportschäden

Durch Transport verursachte Schäden können sowohl am transportierten Holz, als auch am verbleibenden Bestand entstehen. Am transportierten Holz können folgende Schäden auftreten: - Aufsplitterung der Querschnittsfläche

- Abstreifen der Rinde beim Rücken, was zu Bläue, Insektenbefall und Rißbildung führen kann - Beschädigung oder völlige Beseitigung von Astnarben führt zu Problemen bei der Sortierung und bei der Übergabe von Werthölzern.

Transportschäden am verbleibenden Bestand, also Rückeschäden, sind ähnlich zu beurteilen, wie Schlagschäden. Es entstehen dabei Eintrittsstellen für Pilze und Insekten. Bei Nadelhölzern ist hier insbesondere der Wurzelschwamm zu nennen. Da diese Schäden am Erdstamm auftreten, sind sie stärker erlösmindernd als Schlagschäden. Moderne motorisierte Rückemethoden führen zu stärkeren und häufigeren Rückeschäden, als Rückung mit Pferden.

2.4.3.2.4.Lagerschäden

Hierunter fallen Schäden mit folgenden Ursachen:

- Polterung in Naßstellen (führt zu Fäulegefahr)
- Polterung an Stellen, die der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sind (führt zu verstärkter Rißbildung)
- Fäulegefährdung durch fehlende Unterlagen
- Verblauung von Kiefernholz durch zu lange Lagerzeiten bei ungünstiger Witterung
- Rißbildung infolge ungenügenden Schutzes der Hirnflächen, z.B. durch fehlende S-Haken bei Buchen-Stammholz

2.4.3.2.5. Schäden durch Harzung 

Die Harzung der Kiefer wurde in den neuen Bundesländern 1990 eingestellt. Trotzdem finden wir in Brandenburg noch auf einer Fläche von ca. 18000 ha geharzte Kiefernbestände mit einem Vorrat von ca. 4,7 Mio. Vfm vor (Quelle: BraFona, 2000, Ausgabe 89). Mit zunehmenden Alter der Harzlachten verschlechtert sich die Qualität des Kiefern-Stammholzes. Folgende harzungsbedingte Holzfehler treten auf:

Risse auf der Mantelfläche der Harzlachte
Unrundigkeit (Probleme beim Einspannen des Holzes in die Zugwalzen im Gatter)
Verkienung
Rotstreifigkeit
Volumenverlust

Bei der Gütesortierung der Kiefer ist die Höhe der Überwallung der Harzlachte zu beachten. In der Güteklasse B sind z.B. 2 Harzlachten mit einer Überwallungshöhe bis 4 cm zugelassen.

2.4.3.3.   Beschädigungen durch Tiere

2.4.3.3.1.Holzzerstörende Insekten

Auf  Insekten, die an Wurzeln, Blättern, Nadeln, Blüten, Früchten, Knospen und Rinde  vorkommen, wird nicht eingegangen.

(99) Insektenschäden  im Sinne der HKS sind generell nur von Insekten verursachte Schäden, die im zu sortierenden Holz erkennbar sind. Schäden an Borke, Rinde, Kambium, Zweigen, Ästen mit nicht verwertbarem Holz, Blättern, Nadeln, Früchten und Wurzeln zählen nicht zu Insektenschäden im Sinne der HKS.

(100) Die Begriffe „ausgeschlossen“ und  „nicht zulässig“ verbieten demzufolge diese Insektenschäden nicht.

(101) Zulässig bzw. keine Anforderungen bedeutet, daß die vorhandenen Insektenschäden noch eine 40prozentige schnittholztaugliche Nutzung des Holzes erlauben.

Einteilung der holzschädigenden Insekten:

- Primärschädlinge, die Holz gesunder lebender Bäume zerstören
- Insekten, die im Kambium minieren und deren Überwallung Markierungen im Holz hinterlassen (Agromizyden, Minierfliegen, z.B. bei Birke und Erle)
- Sekundärschädlinge, die im Holz kränkelnder Bäume oder Baumteile leben
- Insekten, die überwiegend in lagerndem oder verbautem Holz vorkommen
- Insekten, die in faulen oder zersetzten Holz vorkommen

Einige Insekten, die in kränkelnden Bäumen oder auch an lagerndem Holz vorkommen, davon im Laubholz:

Gestreifter Nutzholzborkenkäfer

Trypodendron lineatus

Großer Pappelbock 

Saperda cacharias

Großer Eichenbock

Cerambyx cerdo

Weidenbohrer

Cossus cossus

Blausieb

Zeuzera pyrina

Erlenrüßler

Cryptorhynchos lapathi

Laubnutzholzborkenkäfer

Xyloterus domesticus

Eichennutzholzborkenkäfer

Xyloterus signatus

Kleiner schwarzer Wurm

Xyleborus monographus

Ungleicher Holzbohrer

Xyleborus dispar

davon im Nadelholz

Gestreifter Nutzholzborkenkäfer

Xyloterus lineatus

Gewöhnlicher Werftkäfer

Hylecoetus dermestoides

Schiffswerftkäfer

Lymexylon navale

Fichtenbock

Tetropium luridum

Lärchenbock

Tetropium gabrieli

Roßameise

Camponotus herculeanus

Riesenholzwespe

Sirex gigas

Blaue Kiefernholzwespe

Sirex juvencus

Bäckerbock

Monochamus galloprovincialis

Die fettgedruckten Arten spielen besonders bei die Güteklasseneinteilung eine Rolle und sind deshalb im Kommentar zur HKS genannt.

Einige Insekten, die in verbautem oder verarbeitetem Holz vorkommen:

Parkettkäfer

Lyctus linearis

Gewöhnlicher Nagekäfer

Anobium punctatum

Hausbock

Hylotrupes bajalus

Weidenböckchen 

Gracilia minuta

Termiten 

Calotermes sp.

Brauner Splintholzkäfer
(Kommt aus den Tropen, befällt Splintholz der Laubhölzer, z.B. Möbel, Vertäfelungen)

Lyctus brunneus

2.4.3.3.2.Beschädigungen durch andere Tiere

Schäden, die durch Rot-, Dam-, Muffel- und Rehwild in Form von Verbiß, Schälen oder Fegen hervorgerufen werden, gehören hierher. Von Bedeutung sind besonders Schäden, die aus Sommerschälung hervorgehen, da diese Fehler zu langwierigen Überwallungsprozessen führen mit Pilzbefall und Fäule. Bei Verbiß kann es zu Entmischung und Verhinderung von Naturverjüngung kommen. Unbedeutende Holzfehler gehen von Hasen, Kaninchen, Mäusen, Eichhörnchen und Spechten aus.

2.4.3.4.   Beschädigungen durch Pilze

2.4.3.4.1.Holzverfärbende Pilze

An Kiefer und anderen Nadelhölzern tritt durch Befall von Ascomyceten eine Blaufärbung des Splintholzes ein. Die blaue Farbe des Holzes kommt von der dunklen Farbe der Hyphen. Die Hyphen wandern durch Zellwände und Tüpfel ins Innere der Zelle und füllen die Frühholztracheiden mitunter vollständig aus. Die Bläuepilze leben von den Zellinhaltsstoffen, z.B. vom Plasma der Markstrahlparenchymzellen und bauen die Zellwände nicht ab. Somit wird die Festigkeit des Holzes nicht beeinträchtigt. Die Wertminderung des Holzes bezieht sich auf seine stark eingeschränkte Verwendung im sichtbaren Bereich und auf seine verminderte Imprägnierfähigkeit. Günstige Entwicklungsmöglichkeiten finden Bläuepilze bei Holzfeuchten zwischen 25 und 100 % in der wärmeren Jahreszeit. Neuerdings kommt Verblauung aber auch an milden Herbst- und Wintertagen bei Temperaturen über 10 °C vor.

Rasche Abfuhr und Verarbeitung  vermindern die Bläuegefahr. Mit Chemikalien und Inertgas kann lagerndes Holz vorbeugend behandelt werden. Auch Wasserlagerung hilft gegen Verblauung. Neuerdings sind auch Versuche gegen Verblauung durchgeführt worden, indem Kiefernholz mit farblosen Bläuepilzen geimpft wurde. Eintrittsstellen für den Pilz sind Hirnflächen und entrindete Mantelflächen. Aus diesem Grunde sollte auf die Entrindung von lagerndem Holz im Sommer verzichtet werden. Einzelne Bläuetüpfel sind in der Güteklasse B erlaubt, in Güteklasse A ist Bläue ausgeschlossen.               

(102) Rotstreifigkeit wird durch Pilze hervorgerufen, die in einem weiteren Wachstum die Zellwand völlig zerstören. Zunächst sind rötliche Streifen erkennbar, die sich vom übrigen Holz deutlich abheben.

Sie kommt bei Fichte und in Verbindung mit harzungsbedingten Fehlern auch bei Kiefer vor.

2.4.3.4.2. Holzzerstörende Pilze an stehenden Bäumen

Aus einer Vielzahl von holzzerstörenden Pilzen sollen 4 Beispiele erwähnt werden:

Kiefernbaumschwamm

Phellinus pini  (Trametes pini)

Wurzelschwamm

Fomes annosus (Trametes radiciperda)

Hallimasch

Armillaria mellea

Lärchenkrebs

Dasyscypha willkommii

Kiefernbaumschwamm (Phellinus pini) ist ein wichtiger Schädling an Kiefernstammholz. Der Pilz tritt über verkernte, noch nicht überwallte oder verharzte Astabbrüche ins Holz ein und breitet sich nach oben und nach unten von der Infektionsstelle ausschließlich im Kernholz aus. Das befallene Holz ist als D-Holz zu sortieren, sofern noch 40 % gewerbsmäßig verwendbar ist. Kiefernbaumschwamm ist eine Alterserscheinung und kommt verstärkt nordöstlich von Berlin vor. Erkennbar ist der Baumschwamm an:

- Hirnschnitten,
- Konsolen (Fruchtkörpern), werden bis zu 50 Jahren alt, entstehen erst nach 15-20 Jahren,  - vornehmlich an der Westseite von Bäumen
- Spechtlöchern,
- tiefen Einbuchtungen unter Astansatzstellen
- beginnender Ringschäle abseits der Befallsstelle (verwechselbar mit Stockfäule)
- verstärkten chinesenbartähnlichen Harzausfluß an ehemaligen Astansatzstellen
- Fäuleerscheinungen an Trockenaststummeln (krümelig, schokoladenbraun)
- verstärkte Beulenbildung an den Befallsstellen
- Frühholz wird intensiver abgebaut als Spätholz, daraus folgt Ringschäle
- im Inneren zunächst Weißlochfäule, später auch Zerstörung der Cellulose

Wenn Verdacht auf Kiefern-Baumschwamm besteht, ist bei fehlenden Konsolen auf eine Kombination der oben aufgeführten Merkmale zu achten. Bei der Gütesortierung ist im Zweifelsfall der liegenden Stamm zu trennen. Vom Schwamm befallenes Holz darf nur in Güteklasse D sortiert werden. Wenn weniger als 40 % des Holzvolumens gewerbsmäßig zu gebrauchen ist, kommt selbst diese Güteklasse nicht mehr in Frage. Durch diesen Pilz wird Frühholz intensiver abgebaut als Spätholz, dadurch kommt es zu Ringschäle, also zum Ablösen von Jahrringen. Im Inneren kommt es zunächst zu einer Weißlochfäule, weil der Pilz nicht gleichzeitig Lignin und Cellulose abbaut. Die kleinen weißen Flecken erscheinen, wenn nur das Lignin abgebaut wird. Später erfolgt die Zerstörung der Zellulose, so daß die bekannte amorphe, krümelige, braune Struktur erkennbar ist.

Arten der Fäule:

Weißfäule:
auch Korrosionsfäule, holzzerstörende Pilze bauen zuerst Lignin ab, Holz färbt sich hell, charakteristisch sind dunkle Linien, welche die befallenen Teile von den gesunden Teilen abgrenzen. Diese sogenannten Demarkationslinien erlauben dem Pilz, die Feuchtigkeit im Holz zu regulieren.

Braunfäule:
auch als Rotfäule bezeichnet, holzzerstörende Pilze bauen bevorzugt Zellulose ab, Lignin bleibt stehen, sieht also braun aus, angeblich ist die „Rotfäule“ der Fichte eine Weißfäule, bei der die rote Verfärbung durch pilzeigene Stoffe hervorgerufen wird

Moderfäule:
erfolgt bevorzugter Zelluloseabbau, hat geringe Bedeutung an lebenden Bäumen. 

(76) Fäule ist Zersetzung des Holzes durch Einwirkung holzzerstörender Pilze. Es wird differenziert zwischen Fäule und Faulflecken. Holz mit Fäule ist nicht mehr beil- und nagelfest. Gemessen wird die Faulstelle in ihrer größten Ausdehnung auf einer Strecke der Querschnittsfläche. Dieser Wert wird prozentual angegeben zum mittleren Durchmesser der Fläche, auf welcher die Fäule gemessen wurde. Eine Ermittlung der Flächengröße der Fäule erfolgt nicht.

Stockfäule (Fomes annosus) ist grundsätzlich gesund zu schneiden, da ihre Längsausdehnung nur gering ist. Bereits nach 1 m bis 2 m kann die Stockfäule in gesundes Holz übergehen.

(77) Faulflecken kennzeichnen örtlich verfärbtes Holz (außer Bläue und Rotstreifigkeit), das noch beil- und nagelfest ist und bereits von holzzerstörenden Pilzen angegriffen wurde. Der Ort des Auftretens von Fäule oder Faulstellen ist kein Unterscheidungsmerkmal.

2.4.3.4.3.   Holzzerstörende Pilze an verbautem Holz

Diese Pilze bauen mit ihrem Enzymsystem im Gegensatz zu den Bläuepilzen die Zellwände der Holzzellen ab und verursachen auf diese Weise Fäulnis und Zerstörung des Holzes, z.B.: 

Echter Hausschwamm   (Serpula lacrymans)
Kellerschwamm             (Coniophora cerebella)

Der echte Hausschwamm ist der wichtigste Holzzerstörer an Nadelholz und Splintholz der Laubhölzer. Er tritt an Gebäuden auf und benötigt ausreichende Luftfeuchtigkeit sowie Luftruhe. Der Pilz befällt verbautes, feuchtes und ungeschütztes Holz und kann sich über meterlange bis zu bleistiftdicke Myzelstränge auch über Mauerwerk und sogar durch massive Wände, insbesondere durch Fugen hindurch ausbreiten. Diese Myzelstränge dienen auch der Wasserleitung, deshalb kann er einmal befallenes Holz durch Abgabe von Feuchtigkeit weiterhin befallsreif machen, auch wenn es lufttrocken ist. Als einziger Holzpilz greift der echte Hausschwamm auch auf trockenes Holz über und leitet das nötige Wasser für einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad des Holzes mit einem hochentwickelten Strangmyzel oft mehrere Meter weit. Es entsteht Braunfäule mit würfelartigem Zerfall des Holzes. Cellulose wird abgebaut, der Polymerisationsgrad sinkt. Stark befallene Häuser sind einsturzgefährdet. Infizierte Holzteile müssen ausgetauscht werden und besonders entsorgt werden. Auf der Oberseite befallenen Holzes entwickelt sich ein reinweißes, watteartiges Myzel. Bei Berührung verfärbt es sich graubraun. Die Fruchtkörper werden bis zu 20 cm breit, sind scheibenförmig, flach, am Rande weiß und in der Mitte rotbraun. Außer Holz werden auch andere cellulosehaltige Materialien befallen und zerstört, wie Papier, Stroh, Baumwolle und Leinen. Der Hausschwamm kann starke, tragende Holzkonstruktionen innerhalb weniger Jahre völlig zerstören und so insbesondere an Fachwerkgebäuden große Schäden anrichten. Ausgangspunkt für den Befall ist stets eine Feuchtequelle (z.B. eine undichte Hauswand).
Als prophylaktische Maßnahme muß Holz so eingebaut werden, daß es  nach dem Einbau weiter trocknen kann und gegen aufsteigende Nässe aus Mauerwerk und Bodenfeuchte durch Sperrschichten geschützt wird. Auch chemische Schutzmaßnahmen sind möglich und Vorbeugung durch Auswahl geeigneter Hölzer. Der Kellerschwamm kommt besonders häufig in Kellern, Bergwerken und Stallungen vor  und ist an eine hohe Holzfeuchtigkeit gebunden.

3. Vermessung, Ausformung und Sortierung des Holzes

3.1. Vermessung und Kennzeichnung des Holzes

3.1.1   Geschichte der Holzvermessung und Sortierung (Holzmarktlehre, S. 25)

 - Beginn der Sortierung durch Auswahl geeigneter Holzstücke nach jeweiligem Verwendungszweck = reine Gebrauchssortierung = relative Sortierung in früheren Jahrhunderten
- mit beginnendem Holzhandel Übergang zu verbindlichen Vorschriften über Abmessung und Qualität des Rohholzes, insbesondere bei Holländer-Holzhandel, eine Sägeordnung um 1430 legt gleiche Längen und Zopfdurchmesser und gewisse Mindestmaße zum Zwecke der Flößerei fest. Floß-Kombi Ei und Ki (schwer und leicht). Flößerei führte zu den Ursprüngen der Heilbronner Sortierung, demzufolge wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Stammholz im allgemeinen nicht nach Volumen, sondern nach Stückzahlen in bestimmten Abmaßen verkauft. Bei Schichtholz war eine grobe Volumenermittlung nach Klafter (3 bis 4 rm) regional üblich.
- im Merkantilismus findet durch aufkommende Holznot eine strenge Gebrauchssortierung statt. Ziel ist es, jedes Stück Holz der höchstwertigen Verwendung zuzuführen (hohe Ausfuhr, staatl. Förderung der Industrie).
- zur Zeit des Wirtschaftsliberalismus erfolgt eine flexiblere Sortierung nach dem Prinzip der absoluten Sortierung, dem Förster war die spätere Verwendung des Holzes meist unbekannt
- Reichsgründung und fortschreitender wirtschaftlicher Aufschwung machen eine einheitliche Sortierung nötig.

Es wird folgendes festgelegt:

- der Festmeter gilt ab 1875 als Verkaufsmaß (die Einführung des metrischen Maßsystems in Deutschland im Jahre 1871 machte dies möglich)
- Unterscheidung in Derb- und Nichtderbholz
- Unterscheidung in Nutz- und Brennholz
- Heilbronner Sortierung in Süddeutschland
- Mittenstärkensortierung in Norddeutschland
- 1925 galt in Preußen und in den norddeutschen Ländern die Preußische Holzmeßanweisung
- 1927 war in Bayern und in den süddeutschen Ländern die Bayrische Holzsortierungsanweisung (HSA) verbindlich
- 1936 entsteht die Holzmeßanweisung (Reichs-HOMA). Sie beinhaltet Holzausformung, Vermessung, Festgehaltsermittlung und Holzsortierung. Die Prinzipien der Güteklassen-, Stärkeklassen- und Gebrauchsklassensortierung werden dabei nebeneinander verwendet. Die einsetzende Preisbindung setzt dabei strenge Sortierung voraus.
- 1939 bis 1945 Rohholzpreisverordnungen Autarkiebestrebungen, Kriegswirtschaft und teilweise Aufhebung der freien Marktwirtschaft führen zu Reglementierungen des Holzmarktes. Holzpreise werden festgeschrieben. Spezielle Gebrauchssorten werden ausgeschieden.
- 1949 bis 1968 war die Reichs-HOMA Bundesrecht entsprechend herrschender Auffassung geworden
- in der DDR galt die Reichs-HOMA bis 1955, danach trat eine neue HOMA mit wesentlichen Neuerungen in Messung und Sortierung in Kraft
- in der BRD galt die Reichs-HOMA bis 1950, danach gab es Abänderungen der HOMA
- ab 1965 galt hier bis 1990 die TGL (Technische Normen, Gütevorschrifte und Lieferbedingungen (15799)
- nach 1945 werden im Westen die Kriegseinschränkungen aufgehoben.
- bis Mai 1952 Festschreibung der Grundpreise in DM für die einzelnen Stamm- holzstärkeklassen in der ganzen BRD, bekannt als Meßzahlen bzw. MZ-Prozente als Bezugsgröße heute. 
- Richtlinie des Rates der EWG v. 23.01.68 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für die Sortierung von Rohholz, Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. 32 v. 06.02.68  
- Gesetz über gesetzliche Handelsklassen für Rohholz vom 25.02.69 (BGBl. I S. 149) , auch kurz als „Forst-HKLG“ bezeichnet 
- Verordnung über gesetzliche Handelsklassen für Rohholz (HKS Rohholz) vom 31.7.1969 (BGBl. I S. 149), gilt mit Zusätzen für alle Bundesländer.
- Im Osten Deutschlands gilt die HOMA fort bis zur Einführung der TGL 15799 (Technische Normen, Gütevorschriften und Lieferbestimmungen ) für Rohholz mit allen Änderungen vom 13.10.1982, eingeführt 1967 
- Die Preise für Rohholz werden im Osten festgeschrieben in Preisanordnungen PAO bis 1990 

3.1.2. Vermessung des Holzes

Warum wird Holz vermessen?

 1. Vermessung ist nötig zur Feststellung von Verkaufseinheiten
 2. im Bereich der absoluten Sortierung werden Messungen zur Abgrenzung von Sorten  
     durchgeführt, z.B. Zopfstärken, Mindestlängen, Aststärken u.a. meßbare Holzfehler
 3. Verlohnung der Waldarbeiter
 4. Vollzugsnachweis der Holzernte (nach Gesetz auch für Statistik nötig)
 5. Aktualisierung des Datenspeichers Waldfonds

Maßeinheiten für die Rohholzmessung z.B. für den Verkauf sind

           m3 = m3 (f) = fm Stammholz
           rm = m3 (r) Schichtholz
           m3(S) = Schüttvolumen Hackschnitzel
           tA = Tonne atro Industrieholz lang 
           tL = Tonne lutro Parkettholz
           dt = Dezitonne Schmuckreisig  
           St = Stück Weihnachtsbäume

Frühere Maßeinheiten: 1 Ster = 1 rm, 1 Klafter = 3-4 rm, preußischer Klafter: 3,4 m³

Für die forstliche Naturalbuchführung gilt als einheitliches Maß der Kubikmeter feste Holzmasse = Festmeter. Wurde das Rohholz zum Zwecke der Verlohnung oder des Verkaufs in rm, kg, t oder Stück erfaßt, so muß für die Verbuchung eine Umwandlung über Umrechnungsfaktoren in m3 erfolgen.

Folgende Umrechnungsfaktoren kommen zur Anwendung:

Länge

m.R

o.R

1 m

0,7

0,8

2 m

0,65

0,75

3 m

0,6

0,7

1. Spalte beinhaltet die Umrechnungsfaktoren von Raummeter mit Rinde in Kubikmeter ohne Rinde (rm m. R. in m3 o.R.)
2. Spalte beinhaltet die Umrechnungsfaktoren von Raummeter ohne Rinde in Kubikmeter ohne Rinde (rm o. R. in m3 o.R.)
Beispiel: 2 rm m.R. 1 m lang ergeben 1,4 m3 o.R.

3.1.2.1. Geräte zur Holzvermessumg  

Die Vermessung des Rohholzes erfolgt in Brandenburg nach den Ausführungen der HKS:

Manuell geführte Meßgeräte

Zur manuellen Durchmesserermittlung sind nur handelsübliche Kluppen in geeichter Ausführung zu verwenden. Zur Längenbestimmung von Holz oder Holzstapeln sind Meßstäbe oder Meßbänder zu verwenden.   

Dabei gelten folgende Vorschriften:

Gesetz über die Einheiten im Meßwesen in der Fassung der Bekanntmachung vom 22.02.1985 ( BGBl. I , S. 410 )
Eichordnung vom 12.8.1988 (BGBl. I, S. 1657)
Gesetz über das Meß- und Eichwesen (Eichgesetz) in der Fassung der Bekanntmachung vom 23.03.1992 (BGBl. I, S. 711)
Nach diesem Gesetz ist es verboten, Meßgeräte zur Bestimmung der Länge und des Volumens ungeeicht im geschäftlichen Verkehr zu verwenden (Problem. Harvestervermessung).

Neben der manuellen Messung gibt es elektronische Meßgeräte, die an Maschinen im Walde, auf Holzhöfen oder im Werk zugelassen sind.

Elektronische Meßgeräte

Die elektronische Vollvermessung (145) ist in holzbearbeitenden Maschinen im Wald, auf Holzhöfen oder im Werk zugelassen. Es gelten die Anforderungen wie bei manuell geführten Meßgeräten.

(145) Unter Vollvermessung ist eine einzelstückweise Messung von Länge und Durchmesser sektionsweise, meist in Längenabschnitten von 1-cm-Stufen zu verstehen. Die Meßgeräte arbeiten meist auf elektronischer Basis und sind in stationäre oder fahrbare Maschinen eingebaut.

3.1.2.2. Messen des Durchmessers

Stammholz wird ohne Rinde erfaßt, d. h. sie wird entweder vor dem Messen entfernt oder es wird nach dem Entrinden gemessen oder es erfolgt  die Berücksichtigumg rechnerisch über Rindenabzüge nach einer Rindenabzugstabelle. 

 

1.5.
Rindenabzugstabelle




Baumart

Rindentyp

Durchmesser mit Rinde (cm)

Abzug vom Durchmesser mit Rinde (cm)

Kiefer, Lärche (158)

Spiegel- und Übergangsrinde:


1


Borke: Langholz über 8 m Länge,




Langholzabschnitte


2


Langholz bis 8 m Länge,




Erdstamm-Langholz-abschnitte (159)


4

Fichte, Tanne

alle Rindentypen

bis 24

1



25 bis 39

2



ab 40

3

Rotbuche

alle Rindentypen

bis 34

1



ab 35

2

Traubeneiche, Stieleiche, Rüster, Robinie

alle Rindentypen

bis 39

3



40 bis 59

5



ab 60

6

Eichen

alle Rindentypen

ab 100

Einzelmessung

Esche, Ahorn, Weißbuche, Linde, Erle, Birke, Roteiche, Aspe, Obstbäume

alle Rindentypen

bis 39

2



ab 40

4

(158) Bei Kiefer und Lärche ist unter Langholz bis 8 m Länge zu verstehen, daß die Länge von 8,00 m zuzüglich einem Längenübermaß von 1 % gleich 8 cm hier mit einbegriffen ist. So werden bei diesem 8 m langen Stamm mit Erdstammcharakter 4 cm Rinde abgezogen. (159) Erdstamm-Langholzabschnitte bedeutet, daß bei diesen wie auch bei Hölzern bis einschließlich 8 m Länge der Erdstammcharakter gewahrt bleiben muß. Der Erdstammcharakter ist gewahrt, wenn der Stamm, z.B. durch „Gesundschneiden“ wegen Rissen, Fäule und sonstiger Schäden, vom Fällschnitt her um nicht mehr als 2 m gekürzt wurde. Wenn der Erdstammcharakter nicht gewahrt wurde, also mehr als 2 m abgetrennt wurden, werden in jedem Falle bei Borke nur 2 cm Rinde abgezogen.

Durchmesser werden in Zentimeter angeben. Der Mittendurchmesser wird in der Stamm-Mitte (halbe Stammlänge) bis zu 20 cm Durchmesser mit Rinde (Pappel 21 cm m.R.) durch einmaliges waagerechtes Kluppen, wie der Stamm im Walde liegt, ermittelt. Ab 21 cm Durchmesser mit Rinde (Pappel 22 cm m.R.) erfolgen zwei zueinander senkrecht stehende Messungen (möglichst des kleinsten und des größten Durchmessers) und anschließender Mittelbildung. Die gemessenen Werte werden auf ganze cm abgelesen. Bei kreuzweiser Kluppung werden beide Einzelmessung auch auf ganze cm abgelesen. Anschließend wird das arithmetische Mittel nach unten auf ganze cm abgerundet (Weglassen der mm).

Wenn nicht der kleinste und der größte Durchmesser gemessen wird, kommt es immer zu größeren Werten bei der Berechnung des Mittelwertes. Fällt die Meßstelle auf einen Astquirl oder auf einen sonst unregelmäßigen Stammteil, so wird der Durchmesser aus dem Mittel der Messungen gleich weit oberhalb und unterhalb der Stamm-Mitte ermittelt. Liegt ein Meßring vor, wird der Mittendurchmesser direkt ohne Rinde gemessen.

Längenzugaben (unten als Längenübermaß bezeichnet) bleiben bei der Feststellung der Stammitte zur Durchmesserermittlung unberücksichtigt (bei Längenzugaben infolge von Fehlern sind Entscheidungen individuell nach Sachlage zu treffen).

Bei Langholz Heilbronner Sortierung und bei Schwellen wird auch der Zopfdurchmesser gemessen. Diese Messung spielt auch eine Rolle für die Ermittlung des Mindestzopfdurchmessers (kleinster Durchmesser bei einmaliger Kluppung so, wie der Stamm im Walde liegt, ohne zu drehen und ohne mit der Kluppe körperliche „Verrenkungen“ anzustellen).

3.1.2.3.Längenmessung

Die Holzlänge wird in Metern mit einer Dezimalstelle gemessen und angeben. Zentimeter werden nicht abgelesen. Vielfach wird auf halbe Meter ausgehalten. Die Längenmessung beginnt immer am stärkeren Ende. 

Grundsätzlich ist ein Längenübermaß (146) von 1% zu geben. In der TGL wurde dieses Längenübermaß auf maximal 10 cm begrenzt (gilt aber heute nicht mehr). Bei Abschnitten können im Einzelfall abweichende Regelungen mit dem Käufer vereinbart werden.  

(146) Längenübermaß bedeutet, daß der Stamm an der Stelle mit Übermaß getrennt wird, aber ohne dieses Übermaß in das Holzaufnahmebuch eingegeben wird. Demzufolge wird dem Käufer das Längenübermaß nicht mit in Rechnung gestellt.  

Bei Stämmen mit Fallkerb beginnt die Längenmessung in der Mitte des Fallkerbes (148).

(148) Unter der Mitte des Fallkerbes ist die halbe Fallkerbhöhe zu verstehen. Die andere halbe Fallkerbhöhe wird dem Sägewerker nicht in Rechnung gestellt, weil ein Stück des Stammes fehlt und weil der Fällschnitt nicht in jedem Fall rechtwinklig zur Stammachse geführt wird.

Bei Schwellen wird ein Übermaß von 2 % mindestens aber 10 cm gewährt (Schwellen werden aber in Brandenburg nicht extra ausgehalten).

Bei Stangen werden Gruppen gleicher Längen und gleicher Durchmesser gebildet und das Volumen 100-stückweise angegeben. Der Durchmesser wird 1 m über dem Stammfuß gemessen. Bei Stangen über 7 cm Durchmesser erfolgt die Gruppeneinteilung nach Längen- stufen. Beim Schichtholz werden Länge, Breite und Höhe des Stapels gemessen. Früher: 1 m lang, 1 m breit und 104 cm hoch. Näheres unter dem Punkt Raummaßermittlung. Unterlagenhölzer sind beim Messen nicht mit einzubeziehen.

3.1.3.   Volumenermittlung

Wozu ist eine Volumenermittlung nötig?

  1. als Verkaufsmaß auf der Holzrechnung
  2. als Grundlage für die Verlohnung der Arbeiter
  3. für den Vollzugsnachweis bei der Holzernte
  4. für die Aktualisierung des Datenspeichers Waldfonds

Die Volumenermittlung kann stereometrisch, xylometrisch oder hydrostatisch erfolgen. Eine genaue Volumenermittlung könnte durch Xylometrie erreicht werden. Da dieses Verfahren  aber für die oben aufgeführten Ziele zu aufwendig ist, nimmt man Ungenauigkeiten in Kauf, und es erfolgen stereometrische Messungen. Das Volumen von Schichtholz wird im Raummaß ermittelt, bei Stammholz wird das Festmaß berechnet.

3.1.3.1.Festmaßermittlung

Die Stammform ähnelt der Form eines Paraboloids bzw. eines Kegelstumpfes. Aus diesem Grunde wird  näherungsweise die Volumenermittlung über Mittenfläche mal Länge (HUBER´-sche Formel) vorgenommen. Ziemlich genaue Ergebnisse erreicht man damit für normal geformte Stämme. Unregelmäßig geformte Stämme müssen sektionsweise kubiziert werden, wenn die Genauigkeit der Messung erhöht werden soll (siehe Klammerstamm: mehrmalige Durchmesser-Ermittlung erhöht die Genauigkeit und führt zu mehr Volumen).  

Das Einzelstückvolumen wird aus der Multiplikation der gemessenen Holzlänge und der anhand  der Mittendurchmesserkluppung berechneten Mittenkreisfläche ermittelt (Mittenflächenformel). Die Längen- und Durchmesserwerte gehen  dabei mit den vorgeschriebenen, abgelesenen Werten (fälschlich: forstüblich nach unten gerundet) in die Berechnungen ein.

Langholz mit unregelmäßiger Form wird sektionsweise vermessen (149).

(149) Die sektionsweise Vermessung ist im Walde nicht praxisüblich. Gegenüber der Verwendung der Mittenflächenformel ergeben sich hier fast immer höhere Volumenwerte. Dieses größere Volumen kommt zwar dem „wahren Wert“ des Holzvolumens näher, führt aber zu Ungleichheiten gegenüber dem Kunden bei wahlweiser Anwendung der Meßverfahren.

Das Festmaß selbst wird auf 2 Dezimalstellen gerundet angegeben (die Rundung erfolgt hier nicht „forstüblich“). Die Maßeinheit heiß Kubikmeter im Festmaß: m³(f). 

Abschnitte können vereinfacht aufgenommen werden, indem die Längensummen je Durchmesserklasse (in 1-cm-Stufen) in Form einer Strichliste ermittelt werden. Das Volumen von Vollbäumen wird ebenfalls nach Länge und Mittendurchmesser berechnet; ist diese Vermessungstechnik nicht durchführbar, kann das Volumen ausnahmsweise auch auf Gewichtsbasis beim Empfänger ermittelt werden.

Bei gestapelten Fixlängen kann die Volumenermittlung über die Feststellung der Zopfdurchmesser mit speziellen Zopfdurchmessertabellen erfolgen.

Bei genormten Abmessungen (z.B. Masten) kann ein Normvolumen ermittelt und das Gesamtvolumen über Stückzahl hergeleitet werden. Die Volumenermittlung für Stangen erfolgt anhand der Stückzahl nach Umrechnungstabelle.

Stichprobeweise Messungen (150) von Holz mit Festmaßbestimmung (z.B. Mantelvermessung gepolterten Holzes, Messung jedes n-ten Baumes u. ä.) sollten wegen der in der Praxis fehlenden Repräsentanz nicht angewandt werden. Sollte im Einzelfall diese Meßmethode trotzdem eingesetzt werden, muß die ausdrückliche Einigung mit dem Käufer vorher erfolgen.

(150) Das Stichprobeverfahren ist hier nur  Verlohnungsmaß. Für LAS gilt das zugelassene elektronische Maß als Verkaufsmaß. Für LAK gilt das Raummaß als Verlohnungs- und Verkaufsmaß.

Bei Mantelvermessung wird der Durchmesser nur in den zugänglichen „Mantelbereichen“ des Polters gemessen.

3.1.3.2.Raummaßermittlung

Raummaße werden für hand- oder maschinengesetztes Kurzholz und Stockholz erhoben. Die Ermittlung des Festmaßvolumens aus dem Raummaßvolumen kann für Kurzholz mit Hilfe der Umrechnungstabellen in Anlage 1, Tab. 1.1 erfolgen. Dieses abgeleitete Festmaß ist nur für statistische Zwecke, nicht aber als Verkaufsmaß anwendbar.

Handgesetztes Kurzholz

Das Volumen wird zunächst durch Multiplikation der tatsächlichen Polterhöhe mit der Sortenlänge (Poltertiefe) und der Polterlänge berechnet. Um das Mengenübermaß zu berücksichtigen, wird das berechnete Volumen um 4 % reduziert.

Maschinengesetztes Kurzholz

Das maschinengesetzte Kurzholz wird nach dem Sektionsmeßverfahren vermessen. Dazu wird das Holzpolter auf der Vorder- und Rückseite in Sektionen jeweils konstanter Länge eingeteilt und die Höhe in der Mitte (151) jeder Sektion auf beiden Seiten gemessen.

(151) Die Messung der Polterhöhe von Industrieholz sollte generell in der Mitte der jeweiligen Sektion und zwar auf  jeweils 5 cm-Stufen gerundet vorgenommen werden, nicht wie auf Seite 41 der HKS beschrieben forstüblich auf 1 cm gerundet. An dieser Stelle muß die tatsächliche Höhe auch dann gemessen werden, wenn sie nicht der mittleren Polterhöhe der Sektion entspricht. Ein Mittelwert wird später arithmetisch berechnet und nicht vor der Rechnung eingeschätzt, da es sonst bei Kontrollmessungen zu Meinungsverschiedenheiten kommen kann (weitere Hinweise siehe Meßanweisung für maschinengesetztes Kurzholz, HKS Anlage 3, Seite 39+40). 

Die Vermessung von LAS/LAK im Walde kann auf verschiedene Weise erfolgen:

1. Stirnflächenverfahren
2. Strichlinienverfahren
3. Raummaßermittlung (Umrechnungsfaktoren müssen ergänzt werden)
4. Stichprobeverfahren auf dem Schlag 
5. Mantelvermessung
6. Einzelstückvermessung auf dem Schlag

Zum Gebrauch und zur Erläuterung dieser Verfahren wird ein Erlaß ausgearbeitet.

Das Volumen wird durch Multiplikation der hergeleiteten durchschnittlichen Polterhöhe mit der Sortenlänge (Poltertiefe) und der Polterlänge berechnet. Hinzu addiert wird das Volumen des die letzte Sektion überragenden Restes. Das Übermaß wird wie bei handgesetztem Kurzholz durch Reduktion des Gesamtvolumens um 4 %

(152) Hohlräume dürfen im Polter bis zu einer Größe des mittleren Rollendurchmessers vorhanden sein. Die Volumenreduktion wird auch dann nicht auf Beträge über 4 % erhöht, wenn die Hohlräume an den Polter-Stirnseiten größer als der mittlere Rollendurchmesser sind. Konsequente Schlußfolgerung muß sein: Polter mit unerlaubten Hohlräumen sind neu aufzusetzen. Die Sortenlänge (Poltertiefe) ist anhand von Kontrollmessungen zu überprüfen. Die Toleranz für Längenabweichungen beträgt ± 2 cm. 

Das Volumen hand- und maschinengesetzten Kurzholzes wird unter Berücksichtigung des Mengenübermaßes von 4 % auf 2 Dezimalstellen angeben. Die 3 .Stelle hinter dem Komma ist wegzulassen („forstüblich“ nach unten zu runden), bevor die Volumenreduktion erfolgt. (lt. HKS Brandenburg S. 41). Maßeinheit ist Kubikmeter im Raummaß: m³(r). 

Überschießende Polterlängen sind entweder als Rest separat über Länge mal Höhe zu ermitteln oder gedanklich der letzten Sektion hinzuzufügen, so daß sich ihre Höhe verändert. In beiden Fällen reduziert sich die Gesamtlänge auf die Anzahl der Sektionen mal Sektionslänge.

Sektionslängen bei unterschiedlichen Polterlängen: 
bis 10 m 1m, bis 20 m 2m, bis 40 m 4 m, bis 60 m 6m, bis 80 m 8 m (HKS, S. 41) 
Unterlagenhölzer sind bei der Höhenermittlung des Polters nicht einzubeziehen. Folgende Hinweise sind beim Aufsetzen maschinengesetzter Polter zu beachten: 

- Das Holz ist ohne Seitenstützen auf festem Grund bzw. auf Unterlagenhölzern an LKW- befahrbaren Waldwegen aufzusetzen. 
- Das Anlehnen des Holzes an Bäume ist nicht zulässig. 
- Die Polterhöhe soll 3 m nicht übersteigen, da die Unfallgefahr steigt, die Meßgenauigkeit der Höhenermittlung darunter leidet und die Meßlatte in der Regel nur 3 m lang ist. 
- Das Holz ist möglichst dicht zu setzen und gegebenenfalls mit dem Greifer nachzurütteln, da die Mengenübermaß-Regelung in gleicher Höhe für hand- und maschinengesetztes Holz gilt.
- Hohlräume sind nur bis zum mittleren Rollendurchmesser erlaubt
- nicht in Naßstellen poltern
- Kranfreiheit beachten (nicht unter tiefhängenden Ästen poltern)
- stirnflächengleich poltern

3.1.3.3.Schüttmaßermittlung

Schüttmaße werden für Hackschnitzel und Rinde erhoben. Die Ermittlung des Festmaßvolumens aus dem Schüttvolumen kann mit Hilfe der Umrechnungstabelle in Anlage 1, Tab. 1.3 erfolgen (siehe unten). Dieses abgeleitete Festmaß ist nur für statistische Zwecke, nicht aber als Verkaufsmaß verwendbar. Soweit der Transport in Containern genormten Inhalts erfolgt, kann nach dem bezeichneten Rauminhalt des Transportbehälters gemessen und verkauft werden. Über die Maßermittlung, insbesondere vor und nach dem Transport, ist vorher Einigung mit dem Käufer zu erzielen.

Die Maßeinheit  ist der Schüttraummeter m³ (S) in zwei Dezimalstellen. Die Umrechnung vom Schüttmaß zum Festmaß erfolgt über Umrechnungsfaktoren:    

1,00 m³ (S)  m.R.

= 0,40 m³ o.R. (geteilt durch 2,5)

2,50 m³ (S)  m.R.

= 1,00 m³ o.R.

1,00 m³ (S)  o.R.

= 0,42 m³ o.R.

2,38 m³ (S)  o.R.

= 1,00 m³ o.R.



3.1.4.Werkseingangsvermessung 

Werkseingangsvermessung findet beim Holzverbraucher statt als Gewichtsvermessung lutro oder atro für Industrielangholz und -schichtholz in Ausnahmefällen auch für Verwendungssorten, z.B. Parkettholz statt. Außerdem wird Werkseingangsvermessung für Langhölzer wie Sägeholz, Holzhofholz, Palettenholz, Profilzerspanerholz usw. angewendet, indem Durchmesser und Länge des Holzes elektronisch ermittelt werden.

3.1.4.1.Werksaufmaß nach Gewicht

Gewichtsmaße können für Industrielangholz, Industrieschichtholz, Vollbäume, Hackschnitzel und Rinde erhoben werden. Die Ermittlung des Festmaßvolumens aus dem Gewicht kann mit Hilfe der Umrechnungstabelle in Anlage 1, Tab. 1.2 erfolgen. Die Kontrolle des Vermessungsverfahrens durch den Waldbesitzer oder seinen Beauftragten muss jederzeit möglich sein. Die Ergebnisse der Probenahmen und die Wiegescheine sind vom Käufer nach Waldbesitzer, Abteilungen und Unterabteilungen getrennt zu erstellen und dem Waldbesitzer oder seinem Beauftragten als Bestandteil der Abrechnungen auszuhändigen. Die Art der Meßmethode und die Anzahl der Probenahmen ist vom Käufer auf der Schlussabrechnung zu dokumentieren.

atro-Gewichtsvermessung:

Zusätzlich zum Gewicht des geladenen Holzes ist anhand einer mit Spezialfräsen repräsentativ gewonnenen Stichprobe im Labor der Trockengehalt einer Ladung zu bestimmen. Anstelle von Spezialfräsen werden umgebaute Motorsägen zur Probenahme benutzt.

Brauchbare Ergebnisse sind nur bei korrekter Probenahme (153), geeigneter Laborbehandlung und einwandfreier Zuordnungsmöglichkeit der gewogenen Masse und der gezogenen Proben auf den einzelnen Waldbesitzer und Forstort zu erwarten.

(153) Eine Anweisung des MELF vom 24.05.1994 regelt Einzelheiten zur Durchführung von Probenahme, Zuordnung, Wägung, Trocknung und Berechnung des atro-Gewichtes. Zur Kontrolle dieser Vorgänge bei den Verarbeitungsfirmen hat die Landesforstverwaltung jeweils einen Beauftragten bestimmt.

Eine Anwendung dieser Meßmethode ist daher auf Einzelfälle (154) zu beschränken, bei denen feststeht, daß die Waldholzmengen den Käufer tatsächlich erreichen, dort noch eindeutig dem Waldbesitzer zugeordnet werden können und die Methodik der Probenahme statistisch einwandfreie Aussagen liefert. 

(154) Inzwischen wird dieses Verfahren überwiegend beim Einkauf von Industrieholz angewendet. Die Gegenüberstellung von Volumenmaß im Walde und Gewichtsmaß im Werk erbrachte in der Gesamtsumme für das Land Brandenburg pro Abrechnungsjahr eine befriedigende Übereinstimmung.

Wertbestimmende Größe für die Verwendung des Holzes für die Platten- und Zellstoffproduktion ist die Holztrockensubstanz. Aus diesem Grunde wünscht der Abnehmer das atro-Gewicht des Holzes (ohne Wasser und ohne durch Transport bedingte Verunreinigung) als Verkaufsbasis.

Dabei wird aus Bruttogewicht und Leergewicht des LKW das Frischgewicht der  Ladung ermittelt. Danach wird mit einer Motorsäge, Fräse oder mit einem Bohrer eine Späneprobe genommen. Diese Späneprobe muss repräsentativ für die gesamte Fahrzeugladung sein, soll also möglichst dünnes und dickes, trocknes und feuchtes Holz sowie Splintholz und Kernholz anteilig erfassen. Verschiedene Holzarten und verschiedene Eigentümer sind zu berücksichtigen. Aus diesem Grunde wird eine Linienstichprobe quer über die Fahrzeugladung gelegt. 

Die Späne werden mindestens 50 cm entfernt von den Hirnschnitten entnommen. Mindestens 500 g der Späne werden aufgefangen, gemischt und davon 100 g ausgewählt, gewogen, bei 103 °C  + 2 °C 24 Stunden im Trockenschrank getrocknet (siehe Darrdichte) und wieder gewogen (eigentlich ist so lange zu trocknen, bis Gewichtskonstanz eintritt, für industrielle Zwecke genügen dann häufig schon 12 Stunden). Die Trocknung kann außerdem mittels Heißluft- oder Infrarotgerät erfolgen. Der Zeitaufwand ist dann wesentlich geringer, die Genauigkeit aber noch umstritten. Aus dem Frisch- und Trockengewicht dieser Probe wird der Trockengehalt in Prozent der Ladung ermittelt.

                    T % =    m0   .  100                              m0    = atro-Gewicht

                                  mu                                         

                                                                                 

                    m0   =    mu    .   T                                T      = Trockengehalt

                                      100       

Vom Gewicht dieser 100 g-atro-Probe wird das atro-Gewicht der gesamten LKW-Ladung berechnet. Bei 40 rm Zuladung können das ca. 24 t sein. Es erfolgt also eine Umrechnung von 0,1 kg auf 24000 kg. Die Auswirkungen von Messfehlern sind demzufolge verheerend.

Das Frischgewicht der Kiefer liegt bei etwa 600 kg/rm, während das atro-Gewicht sich bei 300 kg/rm einpegelt.

Entstehung der Methode: Sie kommt aus dem süddeutschen Raum. Insbesondere ist sie entstanden aus dem Problem der Raummaßbestimmung von Laubindustrieholz, lang. Probleme bereiten z.B. bei  Buche die Ermittlung von Fuhrenmaß, Länge und Querschnitt der Fuhre, verursacht durch Inhomogenität des Laubindustrieholzes, lang).

Probleme der Gewichtsvermessung:

Für die forstliche Naturalbuchführung und gegebenenfalls auch für Preisvergleiche ist die Umrechnung des Gewichtsmaßes in das forstübliche Volumenmaß erforderlich. Der Übergang vom Waldmaß zum Werksmaß bereitet Schwierigkeiten. 

Zeitliche Probleme kommen hinzu, wenn das Werksmaß für die Verlohnung genutzt werden soll. Wegen Zeitverzug werden dann zwei Messungen vorgenommen. Die Bekanntgabe des Gewichtes erfolgt wegen innerbetrieblicher Verbuchungen des Käufers in periodischen Zeiträumen, z.B. 14-tägig. 

Auch finanziell ist diese Methode für die Forstwirtschaft nachteilig, da das Holz erst nach Erhalt der Ware und Gewichtsermittlung bezahlt wird. Ansonsten erfolgt die Bezahlung nämlich vor der Abfuhr.

Vorteil: Der Vermessungsaufwand bei der Gewichtsvermessung ist geringer.  Man muss bedenken, dass die Messung von Industrieholz mit Verfahren erfolgen sollte, die hinsichtlich ihres Aufwandes in einer angemessenen Beziehung zum Holzwert stehen. 

lutro-Gewichtsvermessung:

Mittels einer Fahrzeugwaage wird das Holzgewicht aus der Differenz zwischen Last- und Leergewicht des Transportfahrzeuges bestimmt. Da die Gewichte in Abhängigkeit von der Jahreszeit und der Lagerungsdauer stark schwanken, ist das Lufttrockengewicht als Maßeinheit nur wenig geeignet. Die Anwendung dieser Methode zu Holzverkaufszwecken ist mit Ausnahme von Kleinmengenabgaben von Hackschnitzeln oder Rinde nicht zugelassen.

Diese Methode wurde beim Verkauf von Buchen-Sägeholz für die Parkettindustrie (in Fixlängen zu niedriger Qualität) angewendet. Wegen der jahreszeitlichen Schwankungen, wurde nur waldfrische Buche von November bis April bei Unterstellung eines einheitlichen Umrechnungsfaktors von Tonne lutro in m³ verkauft (0,9 m³ Buchenholz wiegen ca. 1 t).

3.1.4.2. Elektronisches Werksaufmaß nach Länge und Durchmesser 

Die Vermessungskosten für einzelstückweise Vermessung per Hand sind erheblich,  sie steigen pro m³ enorm mit abnehmenden Durchmesser des Holzes. Dadurch ergibt sich eine erhebliche Kostenbelastung durch Vermessung bei schwachen Sorten. 

Aus diesem Grunde und weil Holz für verschiedene Bedürfnisse mehrmals gemessen wird, z. B. für

-  Verlohnung von Einschlag und Rücken
-  Vollzugsnachweis/ Bestandesbuchhaltung
-  Verkauf
-  Transportvergütung
-  Optimierung der Verwendung beim Empfänger
-  Wareneingangskontrolle

wurden Überlegungen über eine rationelle Werkseingangsvermessung angestellt. Mehrfachmessungen sollen dadurch vermieden und die Genauigkeit gesteigert werden. Seit 1994 haben sich in Deutschland inzwischen 60 Sägewerke einer amtlichen Eichung und einer forstlichen Sortierüberprüfung unterzogen. Ab II. Quartal 2001, so haben sich DFWR und VDS geeinigt, wird die Messung von Krümmung und Abholzigkeit in die Werkseingangsvermessung aufgenommen (Quelle: AFZ/DerWald, 23/2000, S. 1266).

Früher wurden auch Stapelmaß, Fuhrenmaß und Stichprobeverfahren für schwächeres Holz angewendet.

Die Werkseingangsvermessung erfolgt mittels elektronischer Vermessung von Durchmesser und Länge. Die Durchmesserermittlung bei diesen stationären Anlagen erfolgt über optische Verfahren, z.B. mittels Lichtvorhang oder Lichtband. 

Diese Methode wird in Sägewerken, Profilzerspaneranlagen wie auch auf Holzhöfen, z.B. mit der Anlage REMA 9002/9004 genutzt. Die Messgenauigkeit beträgt 0,7 mm. Die Abtastgeschwindigkeit wird mit 120 m/s angegeben. Es erfolgt eine Vielzahl von Messungen. Die Angabe der Messwerte kann auf bestimmte Abstände beschränkt werden.

Auch über Taster kann die Durchmesserermittlung erfolgen.

Die Längenmessung kann über Messrollen in Verbindung mit Lichtschranken geschehen. Ungenauigkeit können sich dabei durch Schlupf der Messrollen und durch unterschiedlich definierten Beginn der Messungen ergeben. Auch auf elektronischer Basis kann die Längenmessung erfolgen.

Aus den Primärdaten wird das Volumen ermittelt.

Unterschiede ergeben sich beim Vergleich der Messprinzipien nach HKS und nach Werksvermessung hinsichtlich: 

- Rundungen 
- Über-Kreuz-Messungen 
- Längenermittlung (Bestelllänge, Lieferlänge, bezahlte Länge)
- Bewertung von Fehlern 

Vorteile: 

- objektive und sehr genaue Messungen, insbesondere beim Durchmesser gegenüber anderen übliche Messungen
- die Messungen erfolgen während des Holztransportes auf der Fördereinrichtung zum Quereinschnitt, daher entsteht kein zusätzlicher Zeitaufwand für Messungen
- die Messung erfolgt sehr schnell

Nachteile :

- die Messung kann erst bei Werkseingang oder vor der Verarbeitung erfolgen, für vorher ablaufende Prozesse stehen also keine Maße zur Verfügung
- Messfehler können dadurch entstehen, dass Aststummel oder andere zusätzliche Erhebungen auf der Stammmantelfläche mit gemessen werden 
- Wenn die Messungen des Stammes mit Rinde erfolgen, müssen Rindenabzüge über die bekannten Verfahren vorgenommen werden. Die Genauigkeit der Rindenabzüge steht in keinem Verhältnis zur Genauigkeit der Durchmesserermittlung, insbesondere bei Langholzabschnitten aus dem Wald (da ihre Herkunft vom Gesamtstamm nicht bekannt ist)
- Bezahlung des Holzes erfolgt erst nach Messung im Werk, ansonsten vor der Abfuhr des Holzes. Vorauszahlungen oder Bankbürgschaften müssen eingeholt werden als Sicherheit.

  Trotzdem muss der Forstbetrieb bei Bankbürgschaften z.B. Rücke- und Einschlagskosten vorhalten. Wegen innerbetrieblicher Verbuchungen beim Kunden werden die Meßergebnisse der Werksvermessung nicht täglich, sondern in periodischen Zeiträumen bekannt gegeben.

  Das hat zur Folge, dass der AZT verkürzt werden muss.

3.1.5.  Kennzeichnung des Rohholzes

Elektronisch repräsentativ oder nach Gewicht vermessene Hölzer werden lediglich summarisch gekennzeichnet. Manuell vermessenes Holz wird sortenabhängig wie folgt gekennzeichnet:

Langholz
Stammholz (L), (LAS)
Stammholz der Güteklassen F, SS, A, C, D
(155) ist mit den entsprechenden Buchstaben einzelstammweise dauerhaft zu kennzeichnen. Gleiches gilt für alle Stammholzgüteklassen mit den Zusatzbezeichnungen TF und TS. Die einzelstammweise Kennzeichnung erfolgt durch Anschlagen oder Anschreiben der Holznummer und der Güteklassenbezeichnung sowie der Länge und des Durchmessers. Wird das Holz mit Rinde gemessen, ist der über Rinde gekluppte Durchmesser durch den Rindenabzug umzurechnen (vgl. Abschn. 3.21.) und danach anzuschreiben. 

(155) Bei der Aufzählung der Güteklassen fehlt die Bezeichnung B, d.h. Holz ohne Kennzeichnung der Güteklasse ist generell B-Holz. Es ist darauf zu achten, daß die jeweilige Kennzeichnung am dafür vorgesehenen Ort in der angewiesenen Art und Weise erfolgt. Die Länge des Stammes steht links unten in Meter mit einer tiefer gesetzten Dezimalstelle und ohne Komma. Das Längenübermaß von 1 % ist in dieser Angabe nicht enthalten. Der Mittendurchmesser erscheint rechts unten in Zentimeter ohne Kommastelle. Zwischen diesen beiden Zahlenangaben ist die Güteklasse anzuschreiben, außer Güteklasse B. In der Mitte über diesen Angaben wird die Holznummer angeschlagen. Diese Holznummer dient dem verwechslungsfreien Zuordnen eines Stammes. In der Regel werden dabei Zahlen mit 2 bis 4 Ziffern vergeben. Holz für Meistgebote erhält eine 6-stellige Ziffernfolge. Das lesbare Kennzeichnen am vorgeschrieben Ort mit der angewiesenen Ziffernfolge ist wichtig für das spätere Auffinden des jeweiligen Stammes.

Außerdem ist an allen Stämmen der Meistgebotsverkäufe sowie an Masten das Kürzel der Oberförsterei, bestehend aus 2 Buchstaben gemäß Anweisung vom 02.09.1993 mit einem Waldhammer anzuschlagen. Die übrigen Hölzer tragen dieses Kürzel nur zu den festgelegten Prozentsätzen.

Zur Kennzeichnung von Langholz je Polter gehört auch das einmalige Ansprühen oder Anschreiben des Kürzels vom Namen des Käufers.

Bei der Volumenberechnung nach der Längensumme und Stückzahl je Durchmesserstufe (Kreisflächenmethode) entfällt die einzelstammweise Kennzeichnung; hier ist die unterschiedliche farbliche Markierung der Güteklassen C und D sowie der Nachweis der Stückzählung durch Markieren nötig.
Kennzeichnung eines Klammerstammes:  

Holznummer: 132
1. Teilstück:  Länge 10,60 m
Güteklasse B
Durchmesser 35 cm
2. Teilstück: Länge 5,80 m
Güteklasse
Durchmesser  27 cm

Das Verfahren für Klammerstämme (s.o.) sieht in Brandenburg schematisiert wie folgt aus:

Ellipse:         16715             38   5      C    30

Holz-Nummer
Länge,                    Durchmesser
Länge, Güteklasse, Durchmesser

in Bayern und Sachsen 

Holz-Nummer             Länge 
  Güte                   Durchmesser

Ellipse: 131             15 C               31

bei Heilbronner Sortierung:

Ellipse:      14 /14/ 3                     371

Länge, Zopfdurchmesser, Klasse 
Nummer

in Mecklenburg/Vorpommern:   

Holz-Nummer
9,70 m                   3,00 m
59 cm                     50 cm
SS                            C 

Ellipse:          88    97               3059               5013                3

Kennzeichnung eines Stammes mit einer Güteklasse z.B. für Meistgebotstermine in Brandenburg: 

Holznummer: 044301 
Länge: 9,5m
Güteklasse: B
Durchmesser: 39 cm
Kürzel: Oberförsterei 

Stangen (P), Holzhofholz (HH)

Die Kennzeichnung erfolgt durch Anschlagen der Nummer sowie Anschreiben von Stückzahl und Klasse auf einer Stange bzw. einem Stamm des jeweiligen Stapels oder auf einem neben dem Stapel eingeschlagenen Pfahl.

Mastenholz (M)

Die Sortenkennzeichnung entfällt, es wird lediglich nummeriert.

Schwellenholz (SW), Palettenholz (PAL)

Die Sortenbezeichnung SW bzw. PAL ist anzuschreiben. Einzelstammweise ist mit der Holznummer zu kennzeichnen.

Industrielangholz (IL)

Holz der Güteklassen F, K, NF, NK, FK ist durch Anschreiben oder Anschlagen der Holznummer und der Güteklassenbezeichnung einzelstammweise zu kennzeichnen. Die Güteklasse N ist nicht zu kennzeichnen.

Kurzholz

Kurzholz ist durch Anschlagen oder Anschreiben der Holznummer und des Volumens je Holzpolter zu kennzeichnen. Bei Sortierung nach Güteklasse ist diese außer der Güteklasse N ebenfalls am Polter zu vermerken (156).  

(156) Außerdem ist es üblich, die Nummer des Holzaufnahmebuches (HAB), das Kürzel des Käufernamens und, bei Polterung außerhalb des Einschlagortes,  die Abteilung der Herkunft des Holzes anzuschreiben. Bei sektionsweiser Vermessung von Industrieholz sind zum Zwecke der Kontrollmessung die Sektionsgrenzen und die Messstellen der Polterhöhenmessung zu markieren.

Nebensorten

Nach Schüttmaß bzw. nach Gewichtsmaß vermessenes Holz wird summarisch gekennzeichnet.

Kennzeichnungsmittel

Zur Kennzeichnung durch Anschlagen sind handelsübliche Nummerierhämmer oder Metallplättchen zugelassen. Kunststoff- oder Metallkennzeichnungen (157) sind nur zu verwenden, wenn sichergestellt ist, dass die Hölzer in keinem Falle mechanisch oder chemisch aufgeschlossen werden. Für das Anschreiben ist dauerhafte Ölkreide, wasserfester Markierungsstift u. ä. zu verwenden. 

(157) Die Verwendung von Kunststoff- oder Metallplättchen ist in der Landesforstverwaltung nicht üblich. Außer Kunststoff- und Metallplättchen gibt es zur Kennzeichnung auch Holzplättchen, deren Einsatz nicht beschränkt wird. 

3.2. Sortierung

3.2.1.  Gesetzliche Grundlagen der Sortierung

(Handelsklassensortierung nach Bundesländern)

Durch Bundesgesetz vom 25.02.1969 und Verordnung (VO) vom 31.07.1969 und vom 06.12.1973 sind die Rechtsvorschriften für die Sortierung von Rohholz an die entsprechende EWG-Richtlinie vom 23.01.1968 angeglichen worden. Gleichzeitig wurden die  bis dahin gültigen Rechtsvorschriften auf dem Gebiet der Rohholzsortierung, insbesondere die HOMA von 1936 mit ihren späteren Veränderungen, außer Kraft gesetzt. Während die Anwendung der HOMA bindend vorgeschrieben war, ist die Verwendung der Handelsklassensortierung den Ländern freigestellt. Landesinterne HKS werden erstellt. 

3.2.2.  Rohholzsorten-Übersicht

Durch das Sortieren sollen homogene Produktgruppen gebildet werden. Bei der Rohholzsortierung werden somit aus sachgerecht gefällten Bäumen marktgängige Rohholzsorten ausgeformt, die einen möglichst hohen Erlös erwarten lassen. Gründliche Kenntnisse der Holzarten, ihrer Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten werden vorausgesetzt. Holzmarktlage, saisonal verschiedene Preise und Werbungskosten müssen bekannt sein. Richtiges Sortieren wird über diese Kenntnisse hinaus nur durch Üben am Stamm erlernt. Einfache Sortierarbeiten bleiben den Forstwirten überlassen, während komplizierte Sortierungen Sache des Revierförsters sind.
Sortierungen müssen mit vertretbarem Aufwand erfolgen, deshalb werden Fehler und Vorzüge des Stammes in der Regel nach den Vorgaben der verbalen Formulierungen der Gütevorschriften eingeschätzt und nicht in jedem Falle gezählt bzw. gemessen. Forstliches Sortieren heißt also: Abwägen von Fehlern  und Vorzügen.
Hölzer, die im Grenzbereich zwischen zwei Güteklassen liegen, sollten konjunkturbedingt so sortiert werden, daß sie verkäuflich bleiben, denn der Zweck des Sortierens heißt Verkaufen und nicht auf dem Holz sitzen bleiben.

Ziele der Sortenbildung:

- Homogenisierung des Holzangebotes d.h. durch Sortierung wird eine Zuordnung zu ähnlichen Stammkollektiven erreicht, nach der gemeinsam bewertet, verkauft und verwendet werden kann.  Inhomogenität und unterschiedlicher Gebrauchswert verschiedener Hölzer und Holzarten erfordern diese Sortenbildung.
- Informationsfunktion die Sortenbildung stellt eine standardisierte Beschreibung des Holzes dar, die  für Verkäufer und Käufer gleichermaßen verbindlich ist. Sie eignet sich deshalb besonders gut zur schriftlichen oder telefonische Übermittlung von Kauf- oder Verkaufswünschen, ohne die betreffenden Positionen besichtigt zu haben. 
- Dokumentation von produzierten oder verkauften Mengen  für die Holzmarktstatistik ist eine Holzsortierung z. B. zur Erfolgskontrolle über einen längeren Zeitraum unerläßlich. Bedingung dafür ist eine gewisse Stabilität der Sortiervorschriften.

In der Verordnung über gesetzliche Handelsklassen (HKS Rohholz) ist festgelegt, daß die Sortierung nach den Merkmalen Stärke, Güte und Verwendung getrennt nach Holzarten oder Holzartengruppen zu erfolgen hat.

Die Rohholz-Sortenübersicht (1) nennt Handelsklassen mit dazugehörigen Sortenbezeichnungen, Kurzzeichen, Güteklassen, Stärkeklassen und Maßeinheiten.

Langholz, Kurzholz und Nebensorten werden unter dem Sammelbegriff Aushaltungsbezeichnung (2) zusammengefaßt. Dieser Begriff ist im Sprachgebrauch am ehesten mit der Bezeichnung Sortiment als eine zusammengehörende Einheit von Sorten gleichzusetzen. 

Tab. 1 Rohholz-Sortenübersicht (1)

Aushaltungs-
bezeichnung
(2)

Sorten-
bezeichnung

Handelsklassen

Kurzzeichen



Güteklassen (GKL)

Stärkeklassen

(STKL)

Maßeinheit

Langholz (9)

Stammholz
lang
Abschnitte


L
LAS

F, SS, ATF, BTF, CTF
ATS, BTS
A, B, C, D

0           3a
1a         3b
1b           4
2a           5
2b
         6

m³(f) o.R.

 

Stangen

P

ohne Angabe

1          2.2.
2          2.3.
2.1          3

m³(f) o.R.

 

Mastenholz

M

ohne Angabe

ohne Angabe

m³(f) o.R.

 

Schwellenholz (3)

SW

ohne Angabe

1          3
2          
4

m³(f) o.R.

 

Palettenholz

Pal

ohne Angabe

ohne Angabe
oder
1a           3a
1b           3b
2a            4
2b            5

m³(f) o.R.

 

Holzhofholz (6)

HH

ohne Angabe

ohne Angabe
oder
0        2a
1a       2b
1b           

m³(f) o.R.

 

Industrielangholz

IL

N          NF
F          NK
K          FK

ohne Angabe

m³(f) m.R.
tA

Kurzholz (14)

Schichtholz

S

N         NF
F          NK
K         FK

ohne Angabe
oder
1
2         2.1
2.2
3         3.1
3.2

m³(r) m.R.

m³(r) o.R.

 

Industrieschichtholz

IS

N         NF
F         NK
K         FK

ohne Angabe

m³(r) m.R.

m³(r) o.R.

tA

 

Grubenholz
kurz

GS

ohne Angabe

1
2         2.1
2.2
3         3.1 
3.2

m³(r) m.R.

m³(r) o.R.

 

Holzwolleholz

HH

ohne Angabe

ohne Angabe

m³(r) m.R.
m³(r) o.R.

 

Brennholz (7)

BR

ohne Angabe

ohne Angabe oder
1
2         2.1
2.2
3         3.1
3.2

m³(r) m.R.

m³(r) o.R.

Nebensorten (16)

Vollbäume (4)

VB

ohne Angabe

ohne Angabe
oder
0        3a
1a       3b
1b         4
2a         5
2b      
6

m³(f) o.R.

tA

 

Hackschnitzel
-     grün
-     mit Rinde
-     entrindet


HSG
HSR
HSO

ohne Angabe

ohne Angabe

m³(s)
tA
tL

 

Rinde

RI

ohne Angabe

ohne Angabe

m³(s)
tL

 

Schmuckbäume

SB

ohne Angabe

ohne Angabe

St

 

Schmuckreisig

SR

ohne Angabe

ohne Angabe

dt

 

Faschinen

FA

ohne Angabe

ohne Angabe

St

 

Stockholz (5)

STO

ohne Angabe

ohne Angabe

m³(r) m.R.

Folgende Sorten werden in Brandenburg nicht mehr ausgehalten: Schwellenholz (3), Vollbäume (4) und Stockholz (5).

Holzhofholz (6) wird nicht nach Stärkeklassen ausgehalten. Brennholz (7) wird in Abhängigkeit von der Preisentwicklung zum freien Verkauf angeboten, nur als Deputatholz bereitgestellt, als Kaminholz aufbereitet oder in Selbstwerbung angeboten. Eine Sortierung nach Stärkeklassen erfolgt nicht.

3.2.2.1. Begriffsdefinitionen

Begriffsdefinitionen

Unter den Aushaltungsbezeichnungen Langholz, Kurzholz und Nebensorten werden einzelne Holzsorten zusammengefaßt, wie z.B. Stammholz.

Rohholz (8) ist gefälltes, gezopftes und entastetes Holz, auch wenn es entrindet, abgelängt oder gespalten ist. 

(8) Damit soll der Unterschied zu stehenden Bäumen auf der einen Seite und zu längs aufgetrennter Schnittware deutlich gemacht werden.

Langholz (9) ist Rohholz, dessen Volumen üblicherweise in Kubikmeter im Festmaß = Festmeter ohne Rinde angegeben wird. Die Mindestlänge beträgt 3 m. 

(9) Die Angabe des Rauminhaltes von Holz ist rein äußerlich noch kein Unterscheidungsmerkmal zwischen Langholz und Kurzholz (Schichtholz). Unterschiedliche Längen sind hingegen sofort als Unterscheidungskriterium zu erkennen. Die generelle Mindestlänge von 3 m wird inzwischen von vielen Ausnahmen durchsetzt. Bei Güteklasse A beträgt die Mindestlänge 2 m. Abschnittslängen (11) beginnen ebenfalls bei 2 m. Selbst kürzere Längen als 2 m werden zur Erzeugung von Schnittholz nachgefragt. 

Stammholz (10) lang (L) ist Langholz, das nach Länge, Güte und Mittenstärke sortiert wird. (10) Gegenüber dem allgemeinen Begriff Langholz wird hier die Sortierung nach Güte und Mittenstärke heraus gearbeitet.

Stammholz, das zu Standardlängen eingeschnitten wird, ist als Sorte Abschnitte (LAS) (11) zu bezeichnen. Unter dem Begriff Standardlängen werden Abschnitte, die in präzise Längen eingeschnitten werden (Fixlängen), und Abschnitte, deren Längenaushaltung eine gewisse Schwankungsbreite um ein mittleres Längenmaß zuläßt (Zufallslängen) (12) zusammengefaßt. Üblicherweise variieren Abschnittslängen zwischen 2 und 7 m. 

(11) Die Abkürzung LAS ist abgeleitet von dem Begriff Langholzabschnitte.  Langholzab-schnitte unterscheiden sich von anderen Fixlängen besonders durch ihr Längenübermaß von 1 %, welches in der Praxis auf den absoluten Wert von 10 cm erweitert wurde.
Seit 1998 gibt es auch die Abkürzung LAK für den Begriff „Langholzabschnitte kurz“. Dieser Begriff wird für Stammhölzer gebraucht, die kürzer als 3 m sind. Kennzeichen für alle diese Hölzer ist die Verwendung zur Herstellung von Schnittholz.       

Wenn Langholzabschnitte (LAS) oder Langholzabschnitte „kurz“ (LAK) im Raummaß wie Industrieholz vermessen werden, erfolgt keine Volumenreduktion um 4 %, sondern die Einzelstücklänge muß statt dessen ein Längenübermaß von 1 % aufweisen. Beträgt das notwendige Längenübermaß rechnerisch weniger als 10 cm, so werden 10 cm als Längenzugabe von der Forstseite angewiesen. Reklamationsmaß bleibt jedoch der aus der Prozentangabe rechnerisch ermittelte absolute Wert. Wird ein LAK-Stück mit einer Nennlänge von 240 cm ausgehalten, beträgt das Reklamationsmaß 245 cm. Hier trifft die 1%-Regelung nicht zu.
Unter der Abkürzung LAS (Laub) wird in Planung und Abrechnung auch Parkettholz mit Fixlängen und deren Vielfachen sowie mit Klasseneinteilung nach Durchmesserbereichen gemäß werkseigener Formulierungen geführt. 

(12) Die Aushaltung von Zufallslängen ist nicht üblich. Je weniger Volumen das Holz hat, um so weniger ist man bereit, im Walde den Mittendurchmesser zu ermitteln, so daß die Mittenstärkensortierung nicht als generelles Unterscheidungsmerkmal herangezogen werden kann. Ein Längenübermaß von 1 % gilt hier generell.   

Stangen (P) (13) sind Langholz, das nach Stärke und Länge eingeteilt wird. Die Stärke wird nach dem Durchmesser mit Rinde 1 m über dem stärkeren Ende ermittelt. Der Mindestzopfdurchmesser beträgt 2 cm mit Rinde. 

(13) Die mengenmäßige Bedeutung von Stangen ist gering.

Kurzholz (14) ist Rohholz, dessen Volumen üblicherweise in Kubikmeter im Raummaß = Raummeter angegeben wird. Es kann mit Rinde bzw. ohne Rinde angegeben werden. Die Bezeichnung Kurzholz wird an Stelle der Bezeichnung Schichtholz des Anhanges 1.3. der Richtlinie des Rates der EWG vom 23.01.1968 geführt. Übliche Kurzholzlängen sind 1 m bis 3 m. Größere Längen sind dem Langholz zuzuordnen.

(14) Kurzholz ist eine Aushaltungsbezeichnung. Hier gilt das, was bereits unter (9;11) LAS ausgeführt wurde. Die Grenze von 3 m Länge zur Unterscheidung von Kurzholz und Langholz ist inzwischen fließend geworden. 

Schichtholz (S) (15) ist Kurzholz (14), das nicht mechanisch oder chemisch aufgeschlossen wird. Die Einteilung nach Klassen ist möglich.

(15) Schichtholz wird im Gegensatz zu Industrieschichtholz rund weiterverarbeitet. Beide Begriffe dokumentieren heute nicht mehr das, was man eigentlich damit ausdrücken wollte, nämlich, daß weder das eine noch das andere zur Herstellung von Schnittholz in Sägewerken oder Profilzerspanern verwendet werden darf (11).

Nebensorten (16) umfassen Holz, das aufgrund seines Aufarbeitungszustandes keiner gesetzlichen Handelsklasse zugeordnet werden kann.

(16) Der Begriff Nebensorte ist eine Aushaltungsbezeichnung. Dazu gehören laut Tabelle 1 Vollbäume, Hackschnitzel, Rinde, Schmuckbäume, Schmuckreisig, Faschinen und Stockholz.

Vollbäume (VB) (17) sind gefällte und gezopfte Hölzer, die unentastet oder teilentastet, unentrindet sowie in Baum- oder Abschnittslängen aufgearbeitet werden. Sie können nach Mittenstärken sortiert werden.

(17) Diese Nebensorte ist heute nicht mehr gebräuchlich.

Hackschnitzel (68) sind durch Zerkleinern von Vollbäumen, entastetem oder entrindetem Rohholz gewonnene Holzteile. Je nach ihrer Herkunft werden Hackschnitzel unterschieden: 

- aus frischen Bäumen mit grünen Nadeln oder Blättern mit Rinde als Sorte grün(HSG)
- aus Rohholz ohne grüne Nadeln oder Blätter mit Rinde als Sorte mit Rinde (HSR)
- aus entrindeten Hölzern als Sorte entrindet (HSO)

Rinde, Schmuckbäume, Schmuckreisig, Faschinen (18) und Stockholz (19) sind Nebensorten, für die bisher noch keine allgemeinverbindlichen Sortierungs- und Vermessungskriterien existieren. Die unter Abschnitt 2.1. dargestellten gebräuchlichen Maßeinheiten müssen aber eingehalten werden.

(18) Faschinen sind gebundenes Reisig von 2 m bis 4 m Länge und 15 cm bis 30 cm Durchmesser. Sie werden z.B. zur Uferbefestigung und im Bergbau verwendet. Die Umrechnung von Stück Faschinen in Kubikmeter ist in der HKS nicht geregelt. Detaillierte Angaben dazu enthält die TGL 15799/11 in den Tabellen 1; 2 und 7 [1],die hilfsweise angewendet werden können.

Tabelle 2 aus TGL 15799/11

Sorte

Durchmessergruppe
nach Tabelle 7

Länge in m

Volumen in
m³/100 Stück

Faschinen A

über 25 bis 30 cm
über 20 bis 25 cm
über 15 bis 20 cm

4

6,00
4,80
3,80

Faschinen B

über 25 bis 30 cm
über 20 bis 25 cm
über 15 bis 20 cm

3

4,50
3,60
2,80

Faschinen C

über 25 bis 30 cm
über 20 bis 25 cm
über 15 bis 20 cm

2

3,00
2,40
1,90

(19) Stockholz wurde früher als Brennholz verwendet und wird heute nicht mehr geworben.

Mastenholz, Schwellenholz, Palettenholz, Holzhofholz, Industrielangholz, Industrieschichtholz, Grubenholz, Holzwolleholz und Brennholz sind Verwendungssorten, die auf Seite 11 und 12 beschrieben werden.

X-Holz (20) sind Baumteile oder Bäume ab Brusthöhendurchmesser 7 cm m.R., die bearbeitet (21), jedoch nicht verwendet werden. Es ist daher nicht Bestandteil der Rohholz-Sortenübersicht. 

 (20) X-Holz kann  z.B. nach EST verlohntes Holz sein, welches wegen Krümmung, Fäule usw. herausgeschnitten und nicht verkauft wurde. Auch nicht verlohntes Holz, wie abgeschnittene, nicht verwertete Kronen, gefällte Randbäume, welche die Rückung behindern oder als XW-Holz bezeichnetes Holz, welches im Holzbearbeitungswerk als nicht verwertbar, z.B. wegen Splitterhaltigkeit, deklariert wurde, fällt unter diese Rubrik. Verkauftes Holz, welches später nicht verwendet werden kann, darf also nachträglich auch als X-Holz deklariert werden. Außerdem ist es möglich, ursprünglich als X-Holz deklariertes Holz in verkaufsfähige Sorten umzuwandeln.

(21) Bearbeitet heißt, daß wenigstens ein Trennschnitt, also ein Fällschnitt oder das Abtrennen der Krone vollzogen wurde. 

3.2.2.2. Absolute Sortierung (merkmalsbezogene Aushaltung und Sortierung)

Nach zweifelsfrei durch Messung oder Wägung feststellbaren Kriterien wie z.B. Länge, Durchmesser, Krümmung, Drehwuchs usw. oder auch zu  schätzender Merkmale wie Fäule, Bläue, Insektenbefall und Stammtrockenheit wird die absolute Sortierung vollzogen. Sie will dem Holzkäufer ein möglichst umfassendes Bild von dem zu verkaufenden Holz vermitteln. Außerdem überläßt sie ihm die Entscheidung über spezielle Verwendungen des Holzes. Als Beispiel für die absolute Sortierung können folgende Sortiervorschriften genannt werden:

Einteilung von Stammholz nach Heilbronner Sortierung
Einteilung von Stammholz nach Güte- und Stärkeklassen
Stangensortierung nach Durchmesser und Länge

3.2.3. Allgemeine Gütesortierung

3.2.3.1. Stammholz (31)

Die Ansprache  am Einzelstück erfolgt grundsätzlich nach den nachfolgenden allgemeinen Merkmalen. Zusätzliche Sortierhilfen werden in den Tabellen der Anlage 2 angeboten.

(31) Die Gütesortierung für Stammholz faßt unter dem Sammelbegriff Wertholz die Güteklassen F, SS, A, TF und TS zusammen. In den holzartenspezifischen Sortiertabellen wird vom Wertholz nur die Güteklasse A beschrieben. Die dort aufgeführten Merkmale gelten mit Einschränkungen auch für die Güteklassen F, SS, TF und TS. 

Güteklasse F

Für die besten Qualitäten wird die Güteklasse Furnier (F) gebildet. In diese Güteklasse wird Holz eingestuft , bei dem die positiven Merkmale (32) für die Einordnung in die Güteklasse A deutlich überwiegen. Es handelt sich i.d.R. um Einzelstämme. Die Abmessungen müssen denen der Güteklasse A entsprechen. Die Güteklasse F wird statistisch der Güteklasse A zugerechnet.

(32) Unter positiven Merkmalen ist zu verstehen, daß bei Nadelhölzern neben den in den Sortiertabellen genannten Merkmalen die Dimension und Farbe und bei ringporigen Hölzern auf einen gleichmäßigen und auf möglichst engen Jahrringaufbau zu achten ist sowie   bestimmte Farbnuancen zu beachten sind. Einige geringe Fehler und Wuchsmerkmale dürfen vorhanden sein. Das betrifft z.B. Drehwuchs, Risse, Krümmungen, Faulflecken, Lage der Markröhre und bei Buche und Eiche gesunde Äste.

Güteklasse SS

Schneide- und Schälholz (33) muß, von geringen Fehlern (34) abgesehen, gesund, ast- und beulenfrei oder fast ast- und beulenfrei sowie in der Regel geradschaftig sein. Es ist nur geringer Drehwuchs zugelassen. Die Mindestlänge beträgt 2,40 m, der Mindestmittendurchmesser 30 cm o.R., bei Lärche, Douglasie und sonstigem Laubholz 25 cm o.R.. Die Güteklasse SS wird statistisch der Güteklasse A zugerechnet.

(33) Der Begriff Schneide- und Schälholz bedeutet, daß Holz dieser Güteklasse verwendungsorientiert sortiert wird und daraus in Sägewerken hochwertige Schnittware oder in Furnierwerken Schälfurniere hergestellt werden. Die Gütemerkmale sind deshalb ähnlich denen von F und A mit etwas geringeren Anforderungen holzartenspezifisch. Ein weiterer Unterschied besteht in den Dimensionen. Statt einer Mindestlänge von 2,00 m bei A und F gelten hier 2,40 m. Diese größere Länge ist der Verwendung dieses Holzes in Sägewerken geschuldet. Schälwerke können auch kürzere Längen verarbeiten. Statt einem generellen Mindestdurchmesser von 30 cm o.R. bzw. bei Eiche 35 cm o.R.  für F und A gelten hier für Lärche, Douglasie und sonstiges Laubholz (Laubholz außer Eiche und Buche) 25 cm o.R., weil z.B. im Schälprozeß aus schwächeren Stämmen  Furniere hergestellt werden können. 
(34) Geringe Fehler bedeutet, daß Drehwuchs, Krümmung, Risse und Abholzigkeit in bestimmten holzartentypischen Grenzen zugelassen sind.

Güteklasse A (35)

Gesundes Holz mit ausgezeichneten Arteigenschaften, das fehlerfrei oder nur mit unbedeutenden Fehlern behaftet ist, die seine Verwendung nicht beeinträchtigen, wird in die Güteklasse A eingestuft. Bei Kiefer werden maximal 2 Harzlachten bis 2 cm Tiefe (36) ohne Mantelrisse als unbedeutende Fehler bewertet. Die Mindestlänge beträgt 2 m, der Mindestmittendurchmesser 30 cm o.R., bei Eiche 35 cm o.R..

(35) Güteklasse A ist neben der besten nicht verwendungsbezogenen Gütesortierung zugleich ein Sammelbegriff. 
(36) Die speziellen Anforderungen für geharzte Kiefer wurden abweichend zum Gesetzestext eingefügt. Der Grenzwert von 2 cm Tiefe wird mit zunehmender Vergrößerung des Zeitraumes von Beginn der Harzung bis zum Einschlag des Holzes immer seltener erreicht.

Güteklasse ATF, BTF, CTF und ATS, BTS

(hier entgegen der HKS-Gliederung nicht hinter Güteklasse C eingefügt)

Hölzer der Güteklasse A, B und C erhalten die Zusatzbezeichnung TF (Teilfurnier) bzw. TS (Teil-Schneide- und Schälholz), wenn sie entweder alle Merkmale der entsprechenden Güteklassendefinition erfüllen, aber aufgrund ihrer Form und besonderen Eigenschaften (37) eine sehr hohe Wertschätzung am Markt haben, (z.B. stark astige, aber dicke Kirschenstämme; starkastige Fichte mit überdeutlich ausgeprägten Astansätzen z.B. für Brunnen; extreme Krümmung z.B. für Gartensitzgruppen und dgl.) oder mindestens zu einem Drittel (38) Teilstücke  von Furnier- (39) oder Schneide- und Schälholz-Qualität (40) enthalten, ansonsten aber entsprechend der Definition der jeweiligen Güteklasse A, B, oder C (41) zugeordnet werden können.

(37) Besonders erwähnenswert sind Sonderfurniere, die in den Güteklassen TF und TS untergebracht werden können, z.B. „Vogelaugenahorn“ und „Katzenpfötcheneiche“. Hier können ansonsten nicht zugelassene Wuchsmerkmale als markante Besonderheiten vermarktet werden.
(38) Laut Gesetz gilt hier die Formulierung: “bei TF ein Drittel des Volumens und bei TS ein Drittel der Länge“.
(39) Ein Drittel Teilstücke von Furnierqualität bedeutet, daß diese Stämme der Güte TF mindestens zu einem Drittel ihres Volumens die Güte F enthalten müssen. Anteilige Volumina können neben einer Teilung der Länge auch durch Teilung der Querschnittsfläche entstehen. Im Furnierwerk wird aber aus technischen Gründen eine Halbierung oder Viertelung vorgenommen, so daß z.B. eine Hälfte des Stammes gemessert werden kann, während die andere schlechtere Hälfte im Sägewerk zu  Schnittware verarbeitet wird. Die Mindestlänge solcher TF-Stücke beträgt demzufolge für Laubhölzer 1,60 m und für Nadelhölzer 2,40 m. 
(40) Ein Drittel Teilstücke von Schneide- und Schälholz-Qualität  bedeutet, daß diese Stämme der Güte TS mindestens zu einem Drittel ihrer Länge die Güte SS enthalten müssen. Die Mindestlänge von SS-Stücken beträgt laut Gesetz 2,40 m für Nadelhölzer und 1,60 für Laubhölzer. Bei TS-Stücken ist auf eine wertoptimierte Aushaltung bezüglich der SS- und B-Anteile zu achten.
(41) die Güteklassen ATF, CTF und ATS sind in der Praxis selten, während die Güteklassen BTF und BTS häufiger vorkommen. Zwischen den Güteklassen A und F bzw. SS sind die Unterschiede gering. Stämme der Güteklasse F sind zur Verwendung im Messerwerk geeignet, während Stämme der Güteklasse SS u.a. für Schälwerke vorgesehen sind.

Güteklasse B

Hierunter fällt Holz von normaler Qualität, einschließlich stammtrockenem Holz mit einem oder mehreren der folgenden Fehler: schwache Krümmung und schwacher Drehwuchs, geringe Abholzigkeit, einige gesunde Äste von kleinem oder mittlerem Durchmesser, jedoch nicht grobastig, eine geringe Anzahl kranker Äste von geringem Durchmesser, leicht exzentrischer Kern, einige Unregelmäßigkeiten des Umrisses (42) oder einige andere vereinzelte, durch eine gute allgemeine Qualität ausgeglichene Fehler (43). Bei Kiefer sind maximal zwei Harzlachten bis 4 cm Überwallungshöhe ohne tiefgehende (44) Mantelrisse zulässig.

(42) Unregelmäßigkeiten des Umrisses sind Spannrückigkeit, Ovalität (Unrundigkeit),  Hohlkehligkeit und andere, auch durch äußere Verletzungen bedingte, Veränderungen des Umrisses.
(43) Andere vereinzelte, auch durch eine gute allgemeine Qualität ausgeglichene Fehler sind solche Fehler, die bisher nicht ausdrücklich genannt wurden, wie Harzgallen, Jahrringbreite, Reaktionsholz, Verfärbungen und Verletzungen. Die genannten Fehler dürfen nur dann vorhanden sein, wenn sie ausgleichbar sind, indem nicht alle anderen erlaubten Fehler zusätzlich vertreten sind.
(44) Die verschiedenen Adjektive wie schwach, gering, einige, klein, mittel, leicht, vereinzelt und tiefgehend werden in den Tabellen zur Sortierung der einzelnen Holzarten mit Zahlen belegt und dort kommentiert.

Formulierung für Güte B aus
Bundes-HKS (Gesetzblatt)

Zahlen aus Tabelle der HKS
Brandenburg, Güte B, für Kiefer

normal

 

stammtrockenes Holz

Stammtrockenheit ohne Folgeschäden

schwache Krümmung

einschnürig bis 4 cm/lfm,
bei Stärkeklasse 1 und 2a  2 cm/lfm

schwacher Drehwuchs

bis 8 cm/lfm

geringe Abholzigkeit

bis 2 cm/lfm

einige gesunde Äste von kleinem ...
und mittlerem ...
Durchmesser, jedoch nicht grobastig

bis 3 cm     zulässig
3 bis 5 cm  2 Äste/lfm
über 5 cm nicht zulässig

geringe Anzahl kranker Äste von
geringem Durchmesser

bis 3 cm  2 Fauläste/lfm
3 bis 5 cm  1 Faulast/4 lfm

leicht exzentrischer Kern

Lage der Markröhre bis 20 % des Durchmessers aus der Mitte

einige Unregelmäßigkeiten des Umrisses oder einige andere vereinzelte, durch eine gute allgemeine Qualität ausgeglichene Fehler

Kern- und Ringrisse im inneren Drittel, nicht tiefgehende Mantelrisse, 2 Harzlachten bis 4 cm Überwallung, wenige Bläuetüpfel, Faulflecke bis 15 % des Durchmessers, flache Bohrlöcher

Güteklasse C

Holz, das wegen seiner Fehler nicht in die Güteklassen A oder B aufgenommen werden kann, jedoch gewerblich verwendbar ist, wird der Güteklasse C (45) zugeordnet. Hierunter fallen insbesondere starkastige, stark beulige, stark abholzige oder stark drehwüchsige Stücke mit tiefgehenden  faulen Ästen, Rot- und Weißfäule (jedoch nicht mit kleinen Faulflecken) oder sonstige(n) wesentliche(n) Pilz- und Insektenzerstörungen.

(45) Die Adjektive wie starkastig, stark, tiefgehend und wesentlich werden in den Tabellen zur Sortierung der einzelnen Holzarten mit Zahlen belegt und an dieser Stelle kommentiert. Stark beulige Stücke sind ausdrücklich in der Güteklasse C erlaubt, nicht in Güteklasse B.

Güteklasse D

Holz, das wegen seiner Fehler nicht mehr in die Güteklassen A, B, und C aufgenommen werden kann, jedoch mindestens noch zu 40 % gewerblich verwendbar (46) ist, erhält die Güteklasse D.

(46) 40 % gewerblich verwendbar heißt, daß 40 % seines Volumens zur Herstellung von Schnittholz genutzt werden können. Dieser Prozentsatz bezieht sich nicht nur auf den Durchmesser bei Fäule an den Hirnflächen, wo 50 % erlaubt sind (106), sondern auch auf die Längsausdehnung der Fäule.

Klammerstamm

Innerhalb eines Stammes können ohne Trennschnitt zwei (47) unterschiedliche, aber benachbarte (48) Güteklassen ausgehalten werden, sofern beide Teile der gleiche Käufer erhält. Das Gesamtstück erhält eine Holznummer und getrennte Kennzeichnung von Länge, Durchmesser und Güte.

(47) In der Praxis findet man häufig die Kombination B/C/Palette als Klammerstamm. Drei separat vermessene Teilstämme werden hier akzeptiert, weil die Güteklassen C und die „Untergüteklasse“ Palette  als eine Güteklasse angesehen werden. Jedes Teilstück dieses Klammerstammes muß die Mindeststammlänge von 3 m plus Längenzugabe aufweisen. Diese Längenzugabe wird nicht in summa gewährt, sondern sie befindet sich mit der entsprechenden Güte direkt hinter dem jeweiligen Teilstück, z.B. 9,5 m plus 10 cm und 8,5 m plus 9 cm.

(48) Als benachbart gilt bei Kiefer auch die Güteklassenkombination B/Palette, weil die Güteklasse Palette statistisch zur Güteklasse C gezählt wird. 
Wenn ein Klammerstamm der Stärkeklasse 2a und größer am Folgestück einen Mittendurchmesser von weniger als 20 cm aufweist, heißt das nicht, daß dieses lange Stammholz bis 11 cm o.R. im Zopfdurchmesser ausgehalten werden darf, sondern es gilt der Mindestzopfdurchmesser ab Stärkeklasse 2a von 14 cm o.R. für Nadelholz.

Vorschriften zur Klammerstamm-Regelung: 

Bundesland

Ausführungen in der HKS Rohholz

Baden-Württemberg

verschiedene Güten mit unterschiedlichen Holz-Nrn.

Bayern

keine Angaben

Brandenburg

zwei benachbarte Güten unter einer Holz-Nummer

Hessen

keine Angaben

Mecklenburg-Vorp.

mehrere Güten unter einer Holz-Nummer

Niedersachsen

keine Angaben

Nordrhein-Westfalen

getrennte Aufnahme verschiedener Güten

Rheinland-Pfalz

keine Angaben

Sachsen

mehrere Güten unter einer Holz-Nummer

Sachsen-Anhalt

mehrere Güten unter einer Holz-Nummer

Thüringen

zwei benachbarte Güten mit zwei Holz-Nummern

Bei Vorhandensein von zwei oder mehreren Güten an einem Stamm können diese Stammteile entweder voneinander getrennt werden oder als Klammerstämme ausgehalten werden. Neben dieser Alternative könnte es eine dritte Variante geben, bei der unterschiedliche Güteanteile nicht abgetrennt, auch nicht separat gemessen und am Stamm belassen werden, sondern der gesamte Stamm  in jene Güteklasse sortiert wird, die mengenmäßig überwiegt.

Dabei sind folgende Faktoren abzuwägen:

- Volumendifferenzen wegen annähernd sektionsweiser Vermessung
- Stärkeklassenveränderung wegen anderem Mittendurchmesser
- insgesamt andere Güteklassenverteilung
- Arbeitszeiteinsparungen bei Messung, Sortierung, Kennzeichnung und Verbuchung 
  (Quelle: AFZ/Der Wald, 1/97)  

Durch metallene Fremdkörper wertgemindertes Holz ist, wie sonstiges Schadholz auch, nur den Güteklassenmerkmalen entsprechend objektiv und nachprüfbar zu sortieren (49). Die Zuweisung von wertgemindertem Holz zu einer niedrigeren Güteklasse ist unzulässig (50). Die Preisfindung richtet sich nach dem Grad der Wertminderung (Preisabschlag).

(49) Gemeint ist damit, daß Splitterholz nicht nur deswegen von der Güte B bzw. C in die Güte D eingestuft werden darf, weil es Splitter enthält. Die Wertminderung soll nicht durch eine Veränderung der Güteklasse ausgeglichen werden, sondern durch Preisabschlag. 
(50) Dieser Satz gilt nur für Holz, welches durch metallene Fremdkörper wertgemindert ist.

3.2.3.2. Industrieholz

Güteklasse N

Holz der Güteklasse N (normal) ist gesund (51), nicht grobastig (52), ohne starke Krümmung (53). Insbesondere zählt hierzu frisches, von Insektenbefall freies und geradschaftiges Holz.

(51) Unter gesund ist zu verstehen, daß keine Fäule vorhanden ist. Blaues Holz darf enthalten sein, sofern das Holz noch frisch ist und nicht Bläuebefall des ganzen Polters auf Überlagerung mit weiterer Wertminderung hindeutet. Harzlachten sind bis zu einer Überwallungshöhe von 2 cm zugelassen.
(52) Unter grobastig werden Hölzer verstanden, die mehr als 1 Ast/lfm mit einem Durchmesser größer 5 cm enthalten.
(53) Eine starke Krümmung liegt dann vor, wenn die Pfeilhöhe gemessen auf 1 lfdm mehr als 4 cm beträgt (siehe Krümmungsmessung).

Güteklasse F

Holz der Güteklasse F (fehlerhaft) ist leicht anbrüchig (54), grobastig oder krumm. Stammtrockenheit, Verfärbung, Bohrlöcher und Harzlachten mit bis 4 cm Überwallungshöhe sind zugelassen.

(54) Leicht anbrüchig bedeutet, daß teilweise Fäule zugelassen ist, durch die das Holz nicht mehr beil- und nagelfest ist. Hierher wird auch blaues und von Insekten befallenes Holz sortiert.

Güteklasse K

Holz der Güteklasse K (krank) ist stark anbrüchig (55), aber noch gewerblich verwendbar (56).

(55) Stark anbrüchig bedeutet, daß analog zum Sägeholz der Güteklasse D 40 % des Volumens nicht von Fäule angegriffen sein darf, das Holz also  beil- und nagelfest sein muß.
(56) Gewerblich verwendbar heißt, es muß sich zur Herstellung von Platten oder Zellstoff eignen. Neben faulem Holz kann die Güte K auch Holz mit Harzlachten über 4 cm Überwallungshöhe enthalten.  

Es besteht die Möglichkeit, Mischgüten auszuhalten. Dabei werden entsprechend der Güteklassenanteile die Güteklassen NF, NK, FK angegeben (57). Die Gütebezeichnung ganzer Holzlose richtet sich nach der überwiegend darin enthaltenen Güteklasse.

(57) Ausdrücklich erlaubt ist bei dieser Mischung die Kombination NK, welche normales, fehlerhaftes und krankes Holz gleichermaßen beinhalten darf.

3.2.4.   Stärkeklassensortierung

3.2.4.1. Mittenstärkesortierung

Stammholz (lang L und Abschnitte LAS) wird nach Mittenstärke sortiert. Es wird auf ganze Dezimeter abgelängt und nach dem Mittendurchmesser ohne Rinde in Stärkeklassen eingeteilt.

Stärkeklasse

Mittendurchmesser

L0

unter 10 cm

L1a

10 – 14 cm

L1b 

15 – 19 cm

L2a

20 – 24 cm

L2b

25 – 29 cm

L3a

30 – 34 cm

L3b

35 – 39 cm

L4

40 – 49 cm

L5

50 – 59 cm

L6

60 cm und mehr

Weitere Klassen als aufgeführt werden nicht gebildet. Stammholz kann zu Stärkeklassengruppen zusammengefaßt werden.
Ab Stärkeklasse L4 wird keine Unterteilung mehr in a und b vorgenommen, über L6 hinaus können unter Fortsetzung der bisherigen Staffelung weitere Klassen gebildet werden, die Unterteilung in Unterklassen kann unterbleiben oder erweitert werden.

Die einzelnen Bundesländer haben dabei spezifische Besonderheiten:

Baden-Württemberg:                        bei Laubholz keine Einteilung in Unterklassen,
Hessen:                                           von L6 bis L9 werden weitere Klassen gebildet,
Niedersachs./NRW/ Schleswig/H.:     L0 wird nicht ausgehalten
Rheinland-Pfalz:                               L0  wird bei L1a erfaßt,

Die Stärkeklassensortierung hat besondere Bedeutung, weil darauf die Bildung der Holzpreise basiert.

Die Bezeichnung ganzer Holzlose richtet sich nach der überwiegend darin enthaltenen Stärkeklassengruppe. Soweit nichts anderes vereinbart ist, gelten für Stammholz folgende Mindestdurchmesser:

       STKL 0             - 7 cm m.R. (58)
       STKL 1a, 1b     -11 cm o.R.  (59)
  ab STKL 2a           -14 cm o.R. (Nadelholz)
                                20 cm o.R. (Laubholz) (60)

(58) In der Praxis ist es nicht üblich, Holz unter 10 cm (Stärkeklasse 0) als Stammholz zu bezeichnen und als dieses in der Sägeindustrie zu verwenden. Aus diesem Grunde ist auch der dazugehörige Mindestzopfdurchmesser von 7 cm m.R. nicht relevant.
(59) In den Stärkeklassen 1a und 1b gelten bei Nadelholz 11 cm o.R.. Holz der Stärkeklasse 1a kann aber nicht bei einem Mittendurchmesser von 10 cm o.R. beginnen, wenn dafür ein Mindestzopfdurchmesser von 11 cm o.R. gefordert wird. Logischerweise ist der Beginn dieser Stärkeklasse bei 11 cm, besser 12 cm Mittendurchmesser möglich. Eine weitere Unterteilung der Stärkeklasse 1b in 1b1 und 1b2, wie es bei einigen Verbrauchern praktiziert wird, ist nicht vorgesehen. 
(60) Mindestzopfdurchmesser werden nach Stärkeklassen und in Laub- und Nadelholz unterteilt. Für Laubholz gelten generell 20 cm o.R.. Häufig werden nach unten abweichende Zopfdurchmesser vertraglich vereinbart, weil die Weiterentwicklung der Verarbeitungstechnik dies zuläßt.

3.2.4.2. Heilbronner Sortierung

Das Stammholz wird auf ganze Meter abgelängt sowie nach Mindestlänge und Mindestzopfdurchmesser ohne Rinde gemessen und sortiert und bei folgender vorgeschriebener Mindestlänge in folgende Stärkeklassen eingeteilt:

H1

8 m

10 cm

H2

10 m

12 cm

H3

14 m

14 cm

H4

16 m

17 cm

H5

18 m

22 cm

H6

18 m

30 cm

Außerdem kann das Stammholz über den angegebenen Mindestdurchmesser hinaus in größeren Längen ausgehalten werden (Draufholz). Es darf dabei aber nicht der Mindestzopfdurchmesser der nächst niedrigeren Klasse unterschritten werden.

Landesspezifische Zusatzsortierungen zur Heilbronner Sortierung:

Die Heilbronner Sortierung wird nur in  Bayern und Rheinland-Pfalz bei den Holzarten Fichte, Tanne und Douglasie angewendet. Im Staatswald von Baden-Württemberg wird auf die Heilbronner Sortierung seit dem 1.10.1992 verzichtet. Anderen Besitzarten wurde dies ebenfalls empfohlen. Seitdem wird im Staatswald die Mittenstärkesortierung und Güteklasseneinteilung angewendet.

Bayern:
Ohne Draufholz, teilweise auch in Güteklassen sortiert, z.B. Güte C bei sehr groben Mängeln. Als Profilzerspanerholz werden die Klassen H1, H2, HL1a und HL1b ausgehalten.

Rheinland-Pfalz:
Es gibt nur reine Heilbronner Sortierung H1 bis H6. Langholzabschnitte sind nach der üblichen Güteeinteilung in A, B, C oder D sowie nach der Stärke in L1a bis L6 zu klassifizieren.

3.2.4.3. Stärkesortierung der Stangen

Die Stangen (P) werden nach dem Durchmesser mit Rinde 1 m über dem stärkeren Ende, ab 7 cm Durchmesser zusätzlich nach der Länge in Klassen eingeteilt.

Der Mindestzopfdurchmesser beträgt 2 cm mit Rinde. Bei entrindeten Stangen ermäßigen sich die Durchmesser um 1 cm. Die Unterteilung der Klasse P2 in Unterklassen kann entfallen. Nadelholzstangen, welche die erforderliche Länge nicht haben, fallen in die nächst niedere Unterklasse. Laubholzstangen werden ohne Berücksichtigung der Länge klassifiziert.

Stärkesortierung für Schichtholz

Schichtholz (S) wird nach dem Durchmesser mit Rinde am schwächeren Ende in Klassen eingeteilt. Bei Schichtholz ohne Rinde vermindern sich die genannten Durchmesser um 1 cm.

3.2.5.      Sortierung nach dem Verwendungszweck

(auch als Gebrauchssortierung oder relative Sortierung bezeichnet)
Bei der Aushaltung werden vom Holzverkäufer bereits bestimmte Verwendungsbereiche berücksichtigt, wie z.B.: 

- Masten
- Grubenholz
- Holzwolleholz
- Schwellen

Die Gebrauchssortierung führt zur optimalen Ausnutzung des Rohholzes, wenn die Vorstellungen von Verkäufer und Käufer übereinstimmen. Bei andersartiger Verwendung kann es zu erheblichen Massen- und Wertverlusten kommen. Nachteilig ist außerdem, daß es gegenüber der absoluten Sortierung eine Vielzahl von Spezialsorten geben kann (siehe Landhausdielen aus sogenannten „Katzenpfötchen-Eichen“).

Mastenholz (M) ist Langholz in Qualität B (61) mit geringem Drehwuchs, ohne Insektenbefall und ohne Stammtrockenheit. Die Abmessungen richten sich nach den Anforderungen des Marktes.

(61) Mastenholz darf keine Harzlachten enthalten. Bläue ist zwar nicht ausdrücklich untersagt, verhindert aber ebenso wie Harzlachten eine ausreichende Imprägnierung. Neben den hier geforderten Merkmalen wird besonderer Wert auf Vollholzigkeit gelegt. Das kommt darin zum Ausdruck, daß bei einer bestimmten Nennlänge Stammfußdurchmesser und Mindestzopfdurchmesser vom Kunden vorgeschrieben werden. 

Schwellenholz (SW) (62) ist gesundes, auch astiges , mindestens einschnüriges Rohholz zur Herstellung von Eisenbahnschwellen.  

(62) In der Praxis wird Schwellenholz im Sägewerk ausgeformt und nicht als Verwendungssorte im Wald ausgehalten.  

Grubenholz kurz (GS) ist Kurzholz (63) zur Verwendung im Bergbau mit vom Käufer definierten Abmessungen (64). Es wird nach Stärken wie Schichtholz (65) sortiert.

(63) Kurzholz weist eigentlich auf Längen bis 3 m hin. Tatsächlich wird Grubenholz aber auch länger geliefert.
(64) Vom Käufer definierte Abmessungen heißt, daß Nenndurchmesser und dazugehörige Nennlänge vom Käufer bestimmt werden, z.B. Nenndurchmesser 17 cm und Nennlänge 4,20 m. Nennlänge bedeutet Lieferlänge ohne Längenzugabe. Zu beachten ist ferner, daß Grubenholz entrindet zu liefern ist. Die Ausformung, also Entrindung, auf Länge schneiden und nach Durchmesser sortieren, erfolgt am besten auf einem Holzhof. Der Durchmesser wird o.R. gemessen.
(65) Eine Stärkesortierung gemäß Schichtholz findet nicht statt, weil nach Nenndurchmessern und Nennlängen sortiert wird.

Holzwolleholz (HW) ist Kurzholz (66) der Qualität N und der Schichtholzstärkeklasse 3 (67) bei Ausschluß von Harzlachten, Bohrlöchern und Ästen über 4 cm.

(66) Kurzholz bedeutet hier, daß es sich im Regelfall um Längen von 2 m handelt, auch Längen von 1 m werden gehandelt. Die Länge muß wegen der Verarbeitungsmaschinen ein Vielfaches von 50 cm haben.
(67) Schichtholzstärkeklasse 3 bedeutet, der Durchmesser m.R. am schwächeren Ende beträgt 14 cm und mehr. Geliefert wird  meist entrindetes Holz. In der Schichtholzstärkeklasse 3 sind neben Rundlingen auch Spaltstücke erlaubt. Holzwolleholz darf aber nicht gespalten sein. Auch bei den Holzarten gibt es Einschränkungen, die nicht genannt sind. Begehrte Holzart ist Aspe, ersatzweise können auch Fichte oder Kiefer sowie Pappel genommen werden. Andere Holzarten sind ausgeschlossen.

Brennholz (BR) (68) ist Kurzholz ohne Güteangabe, das zu Brennzwecken verwendet wird. Eine Einteilung nach Stärkeklassen kann erfolgen.

(68) Brennholz wird überwiegend als Deputatholz oder in Selbstwerbung abgegeben. Auch Kaminholz wird nachgefragt. Es wird  auf Länge geschnitten oder auch verbraucherfreundlich gespalten bereitgestellt. Im Unterschied zu Brennholz zur Verwendung in Kleinfeuerungsanlagen gibt es außerdem den Begriff "Energieholz“, der meist für Heizhackschnitzel in automatisch zu beschickenden Feuerungsanlagen gebraucht wird. Heizhackschnitzel sind Hackschnitzel mit Grüngut und/oder mit Rinde.

Palettenholz (Pal) ist Stammholz (69), bei dem die negativen Merkmale der Güteklasse C überwiegen. Es wird im Regelfall getrennt von anderen Stammholzqualitäten in besonderen Losen bereitgestellt und vorzugsweise zur Palettenproduktion (70) verwendet. Die Sortierung kann wie beim Stammholz nach Mittenstärke erfolgen (71).

(69) Zu beachten ist hier, daß Palettenholz bei Kiefer und Lärche auch eine Gütesortierung ist und einen Teil der Güteklasse C darstellt.

Holzhofholz (HH) ist zur Ausformung auf Holzhöfen (72) vorgesehenes Langholz. Es kann nach Mittenstärken wie Stammholz sortiert werden. Der Mindestzopfdurchmesser beträgt 7 cm mit Rinde.

(72) Holzhofholz ist keine Handelssorte, sondern es wird nur an Holzhöfe verkauft. Eine Sortierung nach Mittenstärken ist nicht üblich. Es werden aber erhöhte Anforderungen an die Wuchsmerkmale gestellt, besonders an Krümmung, Abholzigkeit, Drehwuchs und Astigkeit, da aus Holzhofholz z.B. Mastenholz, Grubenholz und Holzwolleholz ausgeformt wird.

Industrieschichtholz (IL) (73) ist Langholz, das zum chemischen oder mechanischen Aufschluß (74) vorgesehen ist. Der Mindestzopfdurchmesser beträgt 7 cm mit Rinde. Eine Einteilung nach Stärkeklassen entfällt.

(73) Versehentlich wurde hier unter der Abkürzung IL der Begriff Industrieschichtholz aufgeführt, richtig muß es „Industrielangholz“ heißen. Unter Industrielangholz sind Längen über 3 m, in der Regel baumfallende Längen, gezopft bei 7 cm mit Rinde zu verstehen.
(74) Chemisch oder mechanisch aufgeschlossen heißt, daß dieses Holz in der Platten- und Zellstoffindustrie eingesetzt wird und dort entweder mechanisch oder chemisch bzw. auch mechanisch und chemisch z.B. bei der Zellstoffproduktion aufgeschlossen wird. Unter mechanischem Aufschluß ist z B. die Herstellung von Hackschnitzeln, nicht aber das Zersägen längs bzw. quer, das Rundstabfräsen oder das Anspitzen zu verstehen. Für die Verwendung in Sägewerken, Profilzerspanerwerken und als Rundholz z.B. im Garten- und Landschaftsbau ist dieses Holz  nicht vorgesehen. Auf Grund des Holzabsatzfondsgesetzes kann den Holzkunden vorgeschrieben werden, was er aus einer gekauften Ware herstellen darf. Ursache dafür ist das Holzabsatzfondsgesetz. Wenn der Verarbeiter Industrieholz z.B. in Sägewerken oder Profilzerspaneranlagen längs auftrennt, verstößt er gegen dieses Gesetz, weil er keine Holzabsatzfondsabgabe bezahlt hat. oder chemisch bzw. auch mechanisch und chemisch z.B. bei der Zellstoffproduktion aufgeschlossen wird. Unter mechanischem Aufschluß ist z B. die Herstellung von Hackschnitzeln, nicht aber das Zersägen längs bzw. quer, das Rundstabfräsen oder das Anspitzen zu verstehen. Für die Verwendung in Sägewerken, Profilzerspanerwerken und als Rundholz z.B. im Garten- und Landschaftsbau ist dieses Holz  nicht vorgesehen. Auf Grund des Holzabsatzfondsgesetzes kann den Holzkunden vorgeschrieben werden, was er aus einer gekauften Ware herstellen darf. Ursache dafür ist das Holzabsatzfondsgesetz. Wenn der Verarbeiter Industrieholz z.B. in Sägewerken oder Profilzerspaneranlagen längs auftrennt, verstößt er gegen dieses Gesetz, weil er keine Holzabsatzfondsabgabe bezahlt hat.

Industrieschichtholz (IS) ist Kurzholz (75), das zum chemischen oder mechanischen Aufschluß vorgesehen ist. Der Mindestzopfdurchmesser beträgt 7 cm mit Rinde. Eine Einteilung nach Stärkeklassen entfällt.

(75) Hier gilt das bereits unter „Begriffsdefinitionen“ Geschriebene. Kurzholz beinhaltet demnach alle Längen unter 3 m. Dasselbe gilt für Schichtholz mit der zusätzlichen Einschränkung, daß dieses kurze Holz nicht chemisch und/oder mechanisch aufgeschlossen wird (weitere Erläuterungen siehe 74).

Pfähle sind in der HKS von Brandenburg nicht erwähnt, werden aber in der forstlichen Praxis ausgehalten. Aus diesem Grunde sollen einige Hinweise zur Aufmessung gegeben werden. Pfähle werden häufig in Stück oder per lfm abgegeben. Daher bietet sich eine Berechnung des Volumens nach lfm gemäß TGL 15799/09, Tabellen 4 und 8 an.

Sorte

Durchmesser

m³ je 10 lfm

Pfähle 1

über 14 bis 18 cm

0,21

Pfähle 2

über 11 bis 14 cm

0,14

Pfähle 3

über   7 bis 11 cm

0,07

Pfähle werden vorzugsweise aus Stieleiche, Traubeneiche und Robinie, aber auch aus Lärche hergestellt. Sie können rund oder gespalten sein. Ihre Länge wird nach Vereinbarung bis höchstens 3 m ausgehalten.

3.2.6.1.  Kiefer/Lärche (siehe Tabelle in HKS, Anlage 2, S. 34)

Stammholzaushaltung Kiefer/Lärche (für alle Kiefern und Lärchen)

 

Güteklasse

Merkmale

A

B

Palette

D

Gesundheit

Faulflecken (77) bis zu 10 % des Durchmessers im Stammzentrum;
ausgeschlossen: Bläue (104)
Verkienung (103)

Wunden und Faulflecke (77) bis 15 %  des Durchmessers,
wenige Bläuetüpfel
(105), flache Bohrlöcher (111), Stammtrockenheit (78) ohne Folgeerscheinung

Fäule (76) bis 15 % des Durchmessers;
ausgeschlossen: Schwamm

Fäule (76) bis zu 20 % des Durchmessers;
ausgeschlossen:
Schwamm

Fäule (76) bis zu 50 % des Durchmessers;
Schwamm
(106) zulässig

Astigkeit (79)
Aststärkebereiche

äußerlich ast- und beulenfrei (83,107)

gesunde Äste (80)

Fauläste (81)

gesunde Äste (80)

Fauläste

Keine Anforderung

Keine Anforderung

bis 3 cm

zulässig

2 Äste/ lfm

zulässig

zulässig

3 – 5 cm

2 Äste/lfm

1 Ast/ 4 lfm

zulässig

2 Äste/ lfm

>5 cm

0

0

2 Äste/ lfm

1 Ast  bis  8 cm/4lfm

Drehwuchs (84)

bis 3cm/lfm

bis 8 cm/lfm

bis 12 cm/lfm

zulässig

zulässig

Krümmung (85)

einschnürig bei Kiefer
bis 2 cm/lfm,

bei Lärche
bis 3 cm/lfm

einschnürig (86)
bis 4 cm/lfm, bei Durchmessergruppe 1 und 2a bis 2 cm/lfm

sägefähig (kurze starke Krümmungen (87) sind in der Länge zu vergüten, hinter der Krümmung noch 3 m Folgestamm)

sägefähig (88)

sägefähig (88)

Risse (89)

Kern-(90) und Ringrisse (91) im inneren Drittel; ausgeschlossen: Mantelrisse (93) und große Harzgallen (108)

wie A, nicht tiefgehende Mantelrisse (94)

zulässig

zulässig

zulässig

Abholzigkeit (96)

bis 1 cm/lfm

bis 2 cm/lfm

bis 3 cm/lfm

keine Anforderung

keine Anforderung

Lage der Markröhre (97)

bis 10 % des Durchmessers aus der Mitte

bis 20 % des Durchmessers aus der Mitte

keine Anforderung

keine Anforderung

keine Anforderung

Harzlachten (109)

2 Stück

2 Stück

keine Anforderung

keine Anforderung

keine Anforderung

Überwallungshöhe der Harzlachten (110)

bis 2 cm

bis 4 cm

bis 6 cm

keine Anforderung

keine Anforderung

Insektenschäden (99)

nicht zulässig (100)

nicht zulässig

gering zulässig (112);
Lineatus zulässig

gering zu- lässig;
Sirex, Bockkäfer und Lineatus zulässig
(113)

keine Anforderung (101)

 

(103) Verkienung bedeutet, dass ein erhöhter Harzanteil im Holz auch an einer Querschnittsfläche sichtbar wird. Meist sind diese dunkleren Partien entlang der Jahrringgrenzen am Stammfuß zu sehen. Stärkere Verkienung ist häufig unter älteren Harzlachten zu finden. Ihre Ausdehnung wird nach dem Aufschneiden sichtbar.

(104) Bläue ist eine blau-schwarze Verfärbung des Splintholzes von Hirnflächen, aber auch von entrindeten Mantelflächen. Bläue ist ein Pilzbefall der Zellhohlräume, aber keine Fäule.
(105) Wenige Bläuetüpfel bedeutet, daß auf  einer der Querschnittsflächen oder auf rindenfreien Mantelflächen  keine zusammenhängende blaue Fläche erkennbar ist, sondern  nur leichte Anbläue zugelassen ist.

(106) Schwamm (genauer: Kiefernbaumschwamm) ist ein stammbürtiger Pilz, der Fäule im Kernholz der Kiefer und anderer Nadelhölzer hervorrufen kann. Befallene Stammteile sind prinzipiell in die Güte D einzustufen, wenn mindestens 40 %  ihres Volumens gewerbsmäßig als Schnittholz verwendbar sind bzw. die Fäule nicht mehr als 50 % an  ihrer Querschnittsfläche beträgt. Auch geringste Faulstellen, die vom Schwammbefall herrühren, dürfen in anderen Stammholzgüten als D nicht vorhanden sein. Sind die durch Schwamm befallenen Anteile größer als angegeben, ist das Holz als Brennholz  zu verwenden oder als X-Holz zu deklarieren. Häufig wird bei Schwammbefall der ganze Stamm in die Güte D eingestuft, weil das Auffinden der Grenze zwischen faulem und gesundem Holz nicht eindeutig möglich ist. Wenn die Befallsstelle sich erkennbar im oberen oder unteren Stammteil befindet, so kann auch ein Folgestück mit einer weiteren Güte ausgehalten werden. Es muß aber auf jeden Fall getrennt werden, um Schwammfreiheit feststellen zu können.

(107) Beulen deuten auf Aststümpfe im Inneren des Stammes hin. Beulenfrei (83) bedeutet, daß sie bei der Güteklasse A auch als kleinste Erhebungen nicht erlaubt sind. Für die Güte C werden ausdrücklich starke Beulen (45) zugelassen, woraus sich ableitet, dass für Güte B nur schwache Beulen erlaubt sind. Im Protokoll der 10. Holzmarktberatung vom 10.06.1999 wurde in Abstimmung mit dem Sägewerkerverband Brandenburg/Berlin e.V. festgelegt, dass in der Güteklasse B Beulen bis zu einer Höhe von 2 cm zugelassen sind. Die halbe Beulenhöhe kann gemessen werden, indem ein zusammengeklappter Gliedermaßstab mit einer Länge von 24 cm, ein Lineal oder ein gerader Stock gleicher Länge mit einem Ende auf die höchste Beulenerhebung und mit dem anderen Ende auf den Stammantel gelegt wird und ähnlich der Krümmungsmessung die Pfeilhöhe (s) gemessen wird. Die Messung findet selbstverständlich unter Einbeziehung der Rinde statt. Nur hoch aufgesprungene Rinde über der Beule bleibt dabei unberücksichtigt. Eine alternative Messung kann mit einer Kluppe durchgeführt werden, wenn sich  auf der gegenüberliegenden Seite keine Äste befinden. Ein stammantelgleiches Aufschneiden der Beulen ist nur dann anzustreben, wenn als deren Folge Fauläste sichtbar werden. Zweck des Aufschneidens darf es nicht sein, die Meßbarkeit der Beulenhöhe zu verhindern. Harzaustrittsstellen sind weder generell als Beulen, noch als Äste zu deuten. Als Ast kann nur gezählt werden, was auch äußerlich als Ast sichtbar ist.








(108) Harzgallen sind mit Harz gefüllte Tangentialrisse im Inneren des Holzes. Als groß können Harzgallen dann gelten, wenn ihre Breite in tangentialer Richtung mehr als 2 cm beträgt. Die Messung erfolgt auf Hirnflächen.

(109) Harzlachten sind bei der Harzgewinnung in Brandenburg bis zum Jahre 1990 entstanden. Je nach Durchmesser des Baumes sind 1 bis 3 Lachten vorhanden.
(110) Die Überwallungshöhe der Harzlachten steht in Korrelation zu Verkienung und Ovalität im Bereich der Harzlachte. Mantelrisse hingegen hängen außerdem stark von der Exposition des Baumes ab und sind extra zu beurteilen. Mantelrisse mit  einer Tiefe größer 4 cm führen unabhängig von der Überwallungshöhe zu einer Einstufung in Güteklasse C. Die Messung der Überwallungshöhe von Harzlachten erfolgt an der Stelle mit der größten Ausdehnung. Bei steigender Harzung liegt diese Stelle am Stammfuß und bei fallender Harzung wird sie am oberen Teil der Lachte zu finden sein. Die Überwallungshöhe wird inklusive der Rinde gemessen, und zwar so, daß das Meßwerkzeug zur Markröhre zeigt und der Beobachter dazu rechtwinklig über die Überwallungswulst peilt, nicht wie es auf Seite 12 der HKS mißverständlich zu deuten wäre, sondern wie auf Seite 33 der HKS unten dargestellt.

(111) Flache Bohrlöcher zugelassen steht bei Güteklasse B, unter Gesundheit und unter Insektenschäden ist zu lesen: nicht zulässig. Die Bezeichnungen flache Bohrlöcher zugelassen und Insektenschäden nicht zulässig widersprechen sich inhaltlich. Das Splintholz anschürfende Insekten, wie z.B. der Kleine Waldgärtner an Kiefer, zählen nicht zu diesen Schädlingen. Unter flachen Bohrlöchern werden solche Fraßgänge verstanden, die zwar unter der Rinde im Holz sichtbar werden, aber nicht senkrecht ins Holz hineinführen, sondern bis zu einer Tiefe von 5 mm parallel zum Stammantel verlaufen. Diese Bohrlöcher sind demzufolge bei Güteklasse B zugelassen.

(112) Gering zulässig bedeutet, daß z.B. für Lineatus, Sirex und Bockkäfer maximal 5 Bohrlöcher pro lfm zugelassen sind.

(113)  Gering zulässig muß gestrichen werden, da es sich um einen Druckfehler handelt. Richtig muß es dort heißen: Sirex, Lineatus und Bockkäfer zulässig. Unter Lineatus ist Xyloterus lineatus Ol., unter Sirex sind Sirex gigas L. und Sirex juvencus L. und unter Bockkäfer sind Monochamus galloprincipalis Ol. und Tetropium gabrieli W. (nur bei Lärche) zu verstehen.

Zum Jahrringaufbau werden in der HKS keine Forderungen aufgestellt. In der Güteklasse A (Wertholz) wird der Jahrringaufbau aber durchaus von den Holzkäufern zur Beurteilung der Holzqualität herangezogen. Dabei ist zu unterscheiden in breite Jahrringe, enge Jahrringe, gleichmäßige Jahrringe, mittlere Jahrringbreite und Jahrringaufbau im Inneren des Stammquerschnittes. Das wichtigste Kriterium davon sind bei Kiefer die engen Jahrringe im inneren Teil der Querschnittsfläche, weil daraus auf  Feinastigkeit und auf einen breiten astfreien Mantel geschlossen werden kann, von künstlicher Astung einmal abgesehen. Die Jahrringbreite sollte annähernd gleichmäßig sein und im inneren Drittel des unteren Querschnittes weniger als 3 mm betragen. Bei Furnierholz sollten gemäß TGL mehr als 15 Jahrringe auf einem Radius von 50 mm um die Markröhre vorhanden sein, sofern nicht geastet wurde. Umstritten ist, an welchem Querschnitt die Jahrringe zu messen sind. Da die Wurzelanläufe einen starken Einfluß insbesondere auf die Jahrringbreite im äußeren Teil ausüben, sollte die Messung nicht am Fällschnitt erfolgen. Zur Beurteilung der inneren Astigkeit muß ausnahmsweise der Jahrringaufbau am Fällschnitt herangezogen werden.

 

3.2.6.2. Fichte/Douglasie (siehe Tabelle in HKS, Anlage 2, Seite 35)

Stammholzaushaltung Fichte/Tanne/ übriges Nadelholz

 

Güteklasse

Merkmale

A

B

D

Gesundheit

gesundes Holz mit unbedeutenden Fehlern

stammtrockenes Holz ohne Folgeschäden,
Faulflecke bis 15 % des Durchmessers,   

deutliche Verfärbung (Rotstreifigkeit) zugelassen (117),
Fäule bis 25 % des Durchmessers, jedoch beil- und nagelfest, stärkere Fäule bis 15 % des Durchmessers, Befall durch Nutzholzborkenkäfer möglich

zusätzlich zu C größere Fäule bis zu 50 % des Durchmessers , Holzwespenbefall möglich

Astigkeit

äußerlich ast- und beulenfrei, vereinzelt schwache Rosen (114)

gesunde, trockene Äste bis 5 cm

grobastige Stammteile mit Aststärken über 5 cm Durchmesser, astige oder abholzige Zopfstücke

keine Anforderung

Drehwuchs

bis 1 cm/lfm, Furnierholz
bis 3cm/lfm

bis 10 cm

wie B

zulässig

Krümmung

bis 2 cm/lfm

bis 4 cm/lfm

sägefähig

sägefähig

Reaktionsholz (115)

ausgeschlossen

geringe Reaktionsholzbildung zugelassen (116)

zulässig

zulässig

Risse

Kern- und Ringrisse im inneren Viertel

Kern- und Ringrisse im inneren Viertel

zulässig

zulässig

Abholzigkeit

bis 1 cm/lfm

bis 1,5 cm/lfm

unbegrenzt

unbegrenzt

(114) Rosen sind Astnarben, welche vorwiegend an grobrindigen Holzarten vorkommen. Vereinzelt schwache Rosen bedeutet, daß 1 Rose bis 4 cm je lfm vorkommen darf.

(115) Reaktionsholz kommt an Nadelhölzern in Form von Druckholz vor und hebt sich durch seine rötliche Farbe sowie durch seinen erhöhten Anteil an Spätholz vom übrigen Holz ab.
(116) Unter geringer Reaktionsholzbildung ist ein Anteil bis zu 10 % seiner größten radialen Ausdehnung im Verhältnis zum mittleren Durchmesser der Querschnittsfläche zu verstehen. Druckholz läßt sich schwer von seiner druckholzfreien Umgebung abgrenzen. Außerdem kommt es auch partiell an einzelnen Jahrringen vor und kann durch normales Holz unterbrochen sein. Deshalb wird eine Messung erst dann vorgenommen, wenn mindestens 3 benachbarte Jahrringe Druckholz aufweisen. Sind mehrere Druckholzparzellen an einem Querschnitt sichtbar, so werden ihre radialen Ausdehnungen zu einem Gesamtbetrag addiert.

(117) Deutliche Verfärbung (Rotstreifigkeit) zugelassen (102) bedeutet, daß sich rötliche Streifen gut erkennbar vom übrigen Holz abheben. Außer Rotstreifigkeit zählen zu Verfärbungen auch Bläue und braune Flecken.

Harzgallen sind in der Sortiertabelle für Fichte nicht erwähnt, sollten aber wegen ihrer Bedeutung  bei Abwägungen zur Gesamtbeurteilung berücksichtigt werden.
Zum übrigen Nadelholz zählt auch die Douglasie. Ihre Astausbildung unterscheidet sich allerdings von jener bei Fichte. Neben der besonderen Beurteilung der Äste sollte auf enge Jahrringe und geringen Splintholzanteil Wert gelegt werden. Wegen der im allgemeinen stärkeren Äste gibt es mancherorts separate Sortiertabellen.
Die Lage der Markröhre ist in der Tabelle nicht ausdrücklich erwähnt. Es gelten die gleichen Grenzwerte wie bei Kiefer.

3.2.6.3. Eiche (gültig für alle Eichen, siehe Tabelle in HKS, Anlage 2, Seite 36)

Stammholzaushaltung Eiche/Roteiche

 

Güteklasse

Merkmale

A

B

C

D

Gesundheit

Faulflecke bis 15% des Durchmessers im Stammzentrum,   Stammtrockenheit ohne Sekundärschäden; ausgeschlossen: Insektenschäden im Kern, Krebs (118)

Faulflecke bis 15% des Durchmessers, Befall durch Splintkäfer (119), Stammtrockenheit ohne weitere Folgeschäden, Splintfäule ist im Preis zu vergüten (120); ausgeschlossen: Insektenschäden im Kern

Fäule bis zu 30 % des Durchmessers zugelassen, sonst wie B

Fäule bis 50 % des Durchmessers

Astigkeit
Aststärkebereiche

grundsätzlich ast- und beulenfrei (121)

gesunde Äste

Fauläste

gesunde Äste

Fauläste

keine Anforderungen

bis 4 cm

1 Ast/4 lfm

0

2 Äste/lfm

1 Ast/lfm

zulässig

zulässig

4 – 8 cm

0

0

1 Ast/lfm

1 Ast/2 lfm

zulässig

1 Ast/lfm

>8 cm

0

0

0

0

zulässig

1 Ast/4 lfm

Rindenmerkmale (122)

wenige Rosen und Nägel bis 3 cm (123)

keine Anforderungen

keine Anforderungen

keine Anforderungen

Drehwuchs

bis 2 cm/lfm, bei Furnierstämmen bis 8 cm/lfm (124)

bis 5 cm/lfm

zulässig

zulässig

Krümmung

einschnürig bis 2 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

sägefähig

sägefähig

Risse

Kern- und Ringrisse im inneren Drittel (125)

Kern- und Ringrisse im inneren Drittel, Mantelrisse bis 2 cm Tiefe

wie B

zulässig

Abholzigkeit

bis 1 cm/lfm

bis 2 cm/lfm

unbegrenzt

unbegrenzt

 

(118) Unter Krebs sind abnorme Wucherungen im und am Holz zu verstehen, die  auf pilzliche Erreger zurückzuführen sind. Sie stören den geradlinigen Faserverlauf, können Stammdeformationen hervorrufen und erleichtern den Eintritt holzzerstörender Pilze.

(119) Befall durch Splintkäfer heißt, dass Bohrlöcher im Splint, verursacht durch Insekten, die hauptsächlich den Splint schädigen, wie Xyloterus signatus F., Xyleborus monographus L. und diverse Bockkäfer, erlaubt sind. Ein Befall durch echte Splintkäfer ist dabei weniger bedeutend, da diese Käfergruppe vorwiegend in der Rinde mit Anschürfungen des Splintes zu finden ist.  Eine Vergütung im Preis analog zur Splintfäule ist nicht vorgesehen.

(120) Splintfäule ist im Preis zu vergüten bedeutet, dass die Splintstärke am Zopf zu messen und vom Mittendurchmesser abzuziehen ist, um auf das um die Splintstärke reduzierte Volumen kommen. Über das verminderte Volumen ist dann der Preis reduziert. Die Reduzierung des Volumens bei Splintfäule in Höhe der Splintstärke wird in der Praxis nicht nur bei der Güte B durchgeführt, sondern auch in besseren Güteklassen.

(121) Grundsätzlich ast- und beulenfrei bedeutet in diesem Falle, daß der Grundsatz durchbrochen wird und 1 Ast auf 4 lfm zugelassen wird.

In den Tabellen für Kiefer, Fichte, Buche und sonstige Laubhölzer wurde dazu abweichend formuliert: äußerlich ast-  und beulenfrei, obwohl das Gleiche ausgedrückt werden sollte.

(122) Rindenmerkmale sind nicht nur Rosen und Nägel, sondern dazu gehören auch alle anderen überwallten Stammverletzungen (98).

(123) Wenige Rosen und Nägel bis 3 cm heißt: davon sind wahlweise nur 2 Stück pro laufenden Meter zugelassen. Rosen sind (analog zu Siegeln bei Buche) in ihrer Höhe, also parallel zur Stammachse, zu messen . Der Wert „bis 3 cm“ bezieht sich auf die Höhe der Rose und nicht auf den Durchmesser der Nägel.

Nägel sind abgestorbene Wasserreiser bis zu einem Durchmesser von 1 cm und treten oft gehäuft an einer Stelle oder auf einer Stammseite auf.

(124) Drehwuchs ist in der Güteklasse A für Furniere mit einem 4fach höheren Betrag zugelassen als beim übrigen A-Holz, weil sich drehwüchsige Schnittware stark verwirft, während es bei Furnierblättern nicht auf Festigkeit und Verwerfungen, sondern auf eine glatte und saubere Oberfläche ankommt. Beim Messern kann der halbierte Furnierblock so eingespannt werden, daß nicht gegen die Faser geschnitten werden muß.

(125) Ringrisse kommen bei Eiche häufiger vor und erstrecken sich mitunter über die gesamte Längsausdehnung des Stammstückes, so dass sie auch am Zopfquerschnitt sichtbar sind. Eine Längenzugabe bzw. ein Abschneiden der fehlerhaften Stammteile ist in diesem Falle sinnlos, so dass die Rückstufung in Güteklasse D erfolgen muß.

Rindennekrose kommt auch bei Eiche vor, ist aber in der Tabelle nicht erwähnt. Sie ist analog zur Buche zu bewerten.

In der Tabelle fehlt das Merkmal „Lage der Markröhre“. Es ist bei Eiche für alle Güteklassen ebenso zu berücksichtigen wie bei Buche und wie beim übrigen Laubholz.

Mondringe sind in der HKS nicht ausdrücklich erwähnt, beeinträchtigen aber die Verwendung.

Insektenschäden im Kernholz sind in den Güteklassen A, B und C gleichermaßen nicht zugelassen. Besonders zu beachten sind dabei Insektenschäden, die durch Lymexylon navale F., Xyleborus dispar F. und durch Xyloterus domesticus L. hervorgerufen werden.



3.2.6.4. Buche  (siehe Tabelle in HKS, Anlage 2, Seite 37) 

Stammholzaushaltung Rotbuche

 

Güteklasse

Merkmale

A

B

C

D

Gesundheit

geringe Fehler im Stammzentrum (126), bei Schälholz bis 1/3 des Durchmessers Spritzkern (127); ausgeschlossen: Schleimflußschäden (128), überwallte Stammverletzungen (130), Stammtrockenheit (131), Stauchung (132), Rindenbrand (133), Spritzkern für Sägeholz

Faulstellen bis 15 % des Durchmessers im Stammzentrum, Spritzkern bis 25 % des Durchmessers, geringe Schleimflußschäden (129) sind im Preis zu vergüten; ausgeschlossen: Stammtrockenheit, Rindenbrand

Spritzkern bis 50 % oder Fäulnis (auch einseitiger Rindenbrand) bis 30 % des Durchmessers

Spritzkern unbegrenzt, Weißfäule bis 50 % des Durchmessers

Rot-(134) und Graukern

bei Schneideholz bis 12 cm, jedoch max. 20 % des Durchmessers

bis 2/3 des Durchmessers

zulässig

zulässig

Astigkeit
Aststärkebereiche

äußerlich ast- und beulenfrei, bei Furnierholz ein gesunder Ast, wenn mindestens ein 2 m langes, fehlerfreies Stammstück beiderseits vorhanden ist

gesunde Äste

Fauläste

gesunde Äste

Fauläste

keine Anforderungen

bis 4 cm

 

2 Äste/lfm

1 Ast/lfm

zulässig

zulässig

 

4 – 8 cm

 

1 Ast/lfm

1 Ast/2 lfm

zulässig

1 Ast/lfm

 

>8 cm

 

0

0

zulässig

1 Ast/4 lfm

 

Rindenmerkmale

einzelne (137), flache (136) Chinesenbärte (135); ausgeschlossen: Galle (140)

jegliche Rindenmerkmale (139) mit Ausnahme von gehäuft auftretenden
- steilen Chinesenbärten
- Rindennarben
(138)
(z.B. Gallen), die auf Holzfehler hinweisen 

keine Anforderungen

keine Anforderungen

Drehwuchs (141)

bis 2 cm/lfm, bei Furnierstämmen bis 8 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

zulässig

zulässig

Krümmung

einschnürig bis 2 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

sägefähig

sägefähig

Risse

im inneren Drittel

ein achsparalleler Spaltriß (142) bis 2 cm Breite; ausgeschlossen: Kreuzrisse (143)

wie B

zulässig

Abholzigkeit

bis 1 cm/lfm

bis 3 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

unbegrenzt

Lage der Markröhre

bis 10 % des Durchmessers aus der Mitte

bis 20 % des Durchmessers aus der Mitte

keine Anforderungen

keine Anforderungen

(126) Geringe Fehler im Stammzentrum bedeutet, dass sich dieses Gebiet auf eine Fläche mit einem Radius von 5 cm um den Mittelpunkt beschränkt und hier Fehler vorkommen können, die ansonsten nicht erlaubt sind, z.B. eine Faulstelle.

(127) Spritzkern ist ein unregelmäßig gezackter Falschkern, der sich durch seine rotbraune Farbe deutlich vom übrigen Holz abhebt. Seine Längsausdehnung im Stamm ist meist kegelförmig. Er wird an seiner extremsten Ausdehnung, also von einem Zackenende zum anderen, auf der Querschnittsfläche mit seiner ungünstigsten Ausbreitung gemessen und prozentual angegeben. Mittelwerte von einzelnen Meßergebnissen sind nicht zu bilden. Der Prozentsatz wird errechnet, indem der Meßwert auf den gemittelten Durchmesser ohne Rinde bezogen wird, gemessen an der beurteilten Querschnittsfläche. Handelt es sich bei der betreffenden Querschnittsfläche um einen Stammfuß mit Wurzelanläufen, welche den repräsentativen Durchmesser dieser Querschnittsfläche verfälschen, so ist der Prozentsatz auf den Mittendurchmesser plus 1 cm Zugabe pro laufenden Meter der halben Stammlänge zu beziehen. Bei Klammerstämmen sind nur zwei von vier zur Beurteilung nötigen Hirnflächen sichtbar. Liegen hier Prozentsätze vor, welche zu unterschiedlichen Güteklassen gehören, so kann ein Trennschnitt erfolgen.

(128) Schleimflußschäden (Rindennekrose) werden durch kleinflächiges Absterben des Kambiums hervorgerufen. Sie können sich unmittelbar unter der Rinde befinden, schon länger überwallt sein und damit eine größere Narbe hinterlassen, gehäuft auf einer begrenzten Fläche auftreten oder sich vereinzelt auf den ganzen Sägeblock verteilen. Länger zurückliegende Schleimflußschäden mit breiteren Narben sind ungünstiger als frische Schäden mit unauffälligen Narben, da jene tiefer im Holz sitzen.  Sie hinterlassen nach der Überwallung am Hirnschnitt des Holzes schwarze T-förmige Flecken.

(129) Geringe Schleimflußschäden sind diejenigen, welche bis zu einer Anzahl von ca. 10 Rindennarben pro lfdm vorkommen.

(130) Überwallte Stammverletzungen hinterlassen Rindenmerkmale (139), die auf mechanische Beschädigungen wie Schlagschäden und Rückeschäden zurückzuführen sind. Dabei sind lange überwallte Schlagschäden (Fällschäden) mit breit auseinander gezogenen Narben ungünstiger zu beurteilen als jüngere Schäden. Rückeschäden befinden sich in einer Höhe bis zu 2 m und sind wegen ihres lokal begrenzten Schadens am Stammfuß als weniger schwerwiegend zu sehen als ältere langgestreckte Schlagschäden.

(131) Als Stammtrockenheit wird der Zustand eines Baumes bezeichnet, der bereits vor der Fällung abgestorben ist und dessen Holzfeuchte deutlich gemindert ist. Stammtrockenheit auch ohne Folgeschäden ist bei Buche nicht in der Güteklasse A und entgegen der gesetzlichen Festlegung auch in der Güteklasse B nicht zugelassen.

(132) Unter Stauchungen sind Faserstauchungen in Längsrichtung zu verstehen, die sich auch auf der Rinde abbilden.

(133) Rindenbrand (Sonnenbrand) zeigt sich durch einseitiges Aufreißen, Austrocknen und Abfallen der Rinde. Verursacht wird der Rindenbrand durch großflächiges Absterben des Kambiums infolge von Überhitzung bei Sonneneinwirkung. Rindenbrand ist unabhängig von Folgeschäden in den Güteklassen A und B nicht erlaubt. Er zieht meist partielle Stammtrockenheit und Folgeschäden wie Pilzbefall und Insektenschäden nach sich.

(134) Rotkern ist ähnlich dem Spritzkern ein unregelmäßig ausgebildeter Falschkern, gekennzeichnet durch seine wolkige Umrandung und durch sein schubweises zonales Vordringen in Partien mit unterschiedlicher rotbrauner Färbung. Der Spritzkern (127) unterscheidet sich demzufolge vom Rotkern äußerlich durch seine gezackte bzw. sternartige Form. Rotkern ist die am häufigsten vorkommende Variante der Falschverkernung bei Buche. Entlang der Stammachse dehnt sich der Rotkern meist spindel- oder kegelförmig aus. Liegen bei Klammerstämmen Prozentsätze seiner Ausbreitung vor, die zu unterschiedlichen Güteklassen gehören, so kann wie beim Spritzkern ein Trennschnitt erfolgen. Seine Messung erfolgt analog zur Messung des Spritzkernes (127). Graukern wird ebenso gemessen, unterscheidet sich aber im Farbton vom Rotkern. Wundkern und abnormer Kern sind weitere Variationen der Falschverkernung, werden aber in der HKS nicht genannt.

(135) Chinesenbärte (Winkelnarben) sind Rindenquetschfalten, welche bartförmig beiderseits an Siegeln (Narben überwallter Äste) herablaufen. Sie geben einen Hinweis auf  darunter sitzende überwallte Aststümpfe. Gemessen wird die Höhe des Chinesenbartes von der Verbindungslinie der Bartenden bis zur höchsten Stelle des Bartes am Siegeloberrand (siehe Skizze). Sie ist abhängig von der Tiefe des darunter sitzenden Aststumpfes und vom Astaustrittswinkel.

(136) Als flach können Chinesenbärte dann gelten, wenn sie nicht höher als 8 cm sind.
(137) Von einzelnen Chinesenbärten kann dann gesprochen werden, wenn nicht mehr als 2 Chinesenbärte pro lfdm vorkommen.
(138) Unter Rindennarben sind Siegel (Rundnarben) zu verstehen, die ebenso wie Chinesenbärte als Narben auf überwallte Aststümpfe hindeuten. Von Bedeutung ist ihre Höhe, die in Korrelation zum Durchmesser des darunter liegenden Aststumpfes steht. Das Verhältnis von Höhe zu Breite des Siegels kann als Weiser für den astfreien Mantel gelten. Chinesenbart und Siegel kommen stets als Einheit vor.

(139) Weitere Rindenmerkmale sind Narben, die von überwallten Verletzungen stammen, z.B. von Rückeschäden und Fällschäden (130).

(140) Gallen sind überwachsene Kambiumverletzungen, die z. B. von Hagelschlag herrühren können.

(141) Drehwuchs läßt sich bei Buche, im Gegensatz zu Eiche und Kiefer, auch gut an häufig vorkommenden selbst schwächeren Hohlkehlen auf dem Stammmantel verfolgen und messen.

(142) Ein  achsparalleler Spaltriß zeigt sich meist als Tangentialriß parallel zur Stammlängsachse. Er verläuft nicht  entlang des Jahrringes, sondern parallel zur Stammachse. Im günstigsten Fall verläuft er als Radialriß durch die Markröhre. Beim Einschnitt kann deshalb durch rißparalleles Einspannen der Holzverlust gering gehalten werden. Sollte Achsparallelität, z.B. wegen Drehwuchs, nicht garantiert sein, so ist dieser Spaltriß in den Güteklassen A bis C nicht zulässig. Wenn die Breite des Risses größer als 2 cm ist, müßte das betroffene Stammstück in die Güteklasse D eingestuft werden (Mindestlänge 3 m ist zu beachten). Alternativ dazu kann eine Längenzugabe bis zu 1 m Rißlänge gewährt werden. Ein Abtrennen des gerissenen Stückes ist bei Buche nicht zu empfehlen, da am verbleibenden Stamm mit erneuter Rißbildung zu rechnen ist.

(143) Kreuzrisse sind Radialrisse, die von der Markröhre aus in mehrere Richtungen laufen. Wenn Kreuzrisse ausgeschlossen sind (wie in den Güteklassen A und B), hat diese Forderung nicht zur Folge, daß der betroffene Stamm insgesamt in Güteklasse D herab gestuft werden muß. Ähnlich wie beim nicht erlaubten achsparallelem Spaltriß kann wahlweise das gerissene Stammstück abgeschnitten oder eine Längenzugabe gemacht werden. Bei rechtzeitiger fachgerechter Klammerung kann die Rißbildung verhindert werden (gilt analog für 142).



3.2.6.5  Übriges Laubholz (siehe Tabelle in HKS, Anlage 2, Seite 38)  

Stammholzaushaltung übriges Laubholz

 

Güteklasse

Merkmale

A

B

C

D

Gesundheit (144)

geringe Fehler im Stammzentrum; ausgeschlossen:  Stammtrockenheit

Faulstellen bis 15 % des Durchmessers, Stammtrockenheit ohne weitere Folgeerscheinungen

Fäule bis zu 30 % des Durchmessers, Stammtrockenheit zulässig

Fäule bis 50 % des Durchmessers

Astigkeit
Aststärkebereiche

äußerlich ast- und beulenfrei

gesunde Äste

Fauläste

gesunde Äste

Fauläste

keine Anforderungen

bis 4 cm

2 Äste/lfm

1 Ast/lfm

zulässig

zulässig

4 – 8 cm

1 Ast/lfm

1 Ast/2 lfm

zulässig

1 Ast/lfm

>8 cm

0

0

zulässig

1 Ast/4 lfm

Drehwuchs

bis 2 cm/lfm, bei Furnierstämmen bis 8 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

zulässig

zulässig

Krümmung

einschnürig bis 2 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

sägefähig

sägefähig

Risse

im inneren Drittel zulässig

zulässig

zulässig

zulässig

Abholzigkeit

bis 1cm/lfm

bis 3 cm/lfm

bis 5 cm/lfm

unbegrenzt

Lage der Markröhre

bis 10 % des Durchmessers aus der Mitte

bis 20 % des Durchmessers aus der Mitte

keine Anforderungen

keine Anforderungen

 

Zum übrigen Laubholz gehören alle Laubhölzer außer Eiche und Buche. Von Bedeutung sind Birke, Erle, Ahorn, Robinie, Pappel und Esche. Jede dieser Holzarten hat dabei ihre speziellen Fehler und Vorzüge, die nicht in eine allgemeingültige Tabelle gebracht werden können. Vorzüge zeigen sich z.B. bei Riegelahorn, Braunmaserbirke und olivkerniger Esche. Nachteilig sind neben den bereits o.g. Wuchsmerkmalen  Verfärbungen und falsche Verkernungen, wie Braunkern bei Esche, Vergrauung bei Birke und Ahorn sowie Faulkern bei Erle.

(144) Unter Gesundheit sind demzufolge auch Verfärbungen, Falschverkernungen und Kernfäule zu verstehen. Kernfäule kommt häufig  bei Erle vor .

Falschverkernung bei Esche in Form von Braunkern vermindert insbesondere bei Meistgebotsterminen die Preise